Joscha Thieringer
Autor:
Joscha Thieringer

Wie Größe, Gewicht und Körperfettanteil die Leistung beeinflussen

Körperbau im Triathlon: Gibt es den perfekten Triathleten?

Schwimmen, Radfahren, Laufen – Triathlon verlangt den Sportlern und Sportlerinnen eine Menge ab. Wie müsste der perfekte Körperbau sein? ISPO.com hat Dan Lorang, Diplom-Sportwissenschaftler, ehemaliger DTU-Bundestrainer und Coach von Jan Frodeno, um eine Einschätzung gebeten.

Gibt es den perfekten Triathleten? Der Körperbau der Top-Athleten ist durchaus unterschiedlich.
Gibt es den perfekten Triathleten? Der Körperbau der Top-Athleten ist durchaus unterschiedlich.

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Hier schreibt Dan Lorang:

Wenn man den Körper eines Triathlon-Sportlers optimal formen könnten: Wie würde er bzw. sie aussehen? Ein Blick in die Triathlon-Weltspitze zeigt, dass es nicht wie beim Volleyball oder Basketball ist: Es gibt nicht die einen, perfekten anthropometrischen Daten beim Triathlon.

 

Dan Lorang (r.) und sein prominentester Schützling: Jan Frodeno.
Dan Lorang (r.) und sein prominentester Schützling: Jan Frodeno.

Das liegt vor allem daran, dass die drei verschiedenen Sportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen auch unterschiedliche Anforderungen haben. Was für die eine Sportart optimal ist, ist für eine andere schnell ein Nachteil.

Triathlon: Das richtige Kraft-Last-Verhältnis

Allerdings lassen sich trotzdem ein paar allgemeine Aussagen treffen. Zum Beispiel: Dass beim Triathlon das Gewicht eine entscheidende Rolle spielt. Als Triathlet bzw. als Triathletin muss man sicherlich leicht sein und ein optimales Kraft-Last-Verhältnis haben. Stichwort Körperfettanteil.

Blicken wir zunächst auf die Frauen: Gwen Jorgensen, Olympiasiegerin von 2016, ist mit ihren 1,78 Meter Körpergröße sicherlich nicht die typische Triathletin. Sie ist groß, schlank und hat lange Beine. Fürs Schwimmen ist Größe sicherlich nicht verkehrt, allerdings musst du dann extrem dünn sein. Weil du ja beim Laufen das Gewicht mitschleppst. Jorgensen wiegt übrigens nur 55 Kilo.

Körperfettanteil ist wichtig

Die meisten anderen Spitzen-Triathletinnen sind mindestens fünf Zentimeter kleiner, Flora Duffy, die Gesamtweltcup-Siegerin 2016, ist sogar nur 1,63 Meter klein.

 

 

Grundsätzlich gilt für alle Triathlon-Frauen: Der Körperfettanteil spielt sicherlich eine wichtige Rolle. Bei den Frauen sind es zwischen 10 und 12 Prozent.

Optimale Ernährungssteuerung

Das gilt auch für die Männer. Jan Frodeno, Ironman-Hawaii-Champion 2015 und 2016, ragt mit seinen 1,94 Meter im Teilnehmerfeld heraus. Unter den Top-Ten der ITU World Triathlon Series 2016 sind nur zwei Männer über 1,80 Meter. Der Mexikaner Crisanto Grajales ist sogar nur 1,66 Meter klein.

 

 

Jan Frodeno wiegt etwa 76 Kilo, bei einem Körperfettanteil von 5 Prozent. Das ist bei den Triathlon-Männern normal: Der Körperfettanteil liegt meist zwischen 4 und 6 Prozent.

Ganz grundsätzlich sind Körperfettanteil und Gewicht ein großes Thema im Triathlon. Man bewegt sich auf einem schmalen Grat.

Die Herausforderung ist nämlich: Wie bekommt man die Athleten und Athletinnen dorthin, sehr schlank zu sein, aber trotzdem leistungsstark und gesund zu bleiben. Eine optimale Ernährungssteuerung ist im Triathlon daher enorm wichtig.

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