Autor:
Thomas Pfannkuch

Stand-up-Paddle: SUP Board kaufen – Welches hätten’s gern?

SUP-Board kaufen: Stand up Paddle Tipps und Kauf-Beratung

Welches Stand-up-Paddle hätten's gern? Flexibel sein. Frei sein. Wer ein Stand-Up-Paddling-Board sein Eigen nennt, kann – ohne auf Verleihstationen angewiesen zu sein – zum nächstgelegenen Stand-up-Paddle-Spot fahren und die Freizeit auf dem Wasser genießen. Doch welches Board ist das Richtige? Hardboard oder Inflatable? Kompakt oder doch eher lang? Und wie wichtig ist das Paddel? Wir liefern Antworten auf die wichtigsten Fragen zum SUP-Board-Kauf.

Stand up Paddle kaufen ist mit den richtigen Informationen eigentlich ganz einfach.
Stand-up-Paddle kaufen ist mit den Informationen aus diesem Text eigentlich ganz einfach.

Wer nutzt das Board?

Die erste Frage, die es zu klären gilt: Wer nutzt das Board? Wer alleine auf Paddeltour geht, kann Board und Paddel komplett auf seine Anforderungen und den bevorzugten Einsatzbereich anpassen. Neben der Art des Boards (dazu kommen wir später noch ausführlich) muss für die optimale Performance auf die angegebene Traglast geachtet werden – diese sollte, auch mit möglicher zusätzlicher Ausrüstung auf dem Board bei längeren oder Mehrtagestouren, auf keinen Fall überschritten werden. Ein Brett mit zu geringem Volumen ist instabil und erschwert das Paddeln. Wer das Board mit Familie und/oder Freunden teilt, muss die körperliche Statur der Mitpaddler mit beachten. Denn schließlich wollen sie ebenfalls Spaß auf dem Board haben.

Inflatable oder Hardboard?

Freizeitpaddler*innen wählen überwiegend aufblasbare Stand-up-Paddle Boards, auch iSUP oder Inflatable SUP Boards genannt. Diese sind durch den Rucksack, in dem sie kompakt mit Pumpe, Paddel und Leash verstaut werden, leicht zu transportieren. Auch die Lagerung im Keller, der Transport im Kofferraum oder die Mitnahme im Flugzeug ist mit einem Inflatable SUP deutlich einfacher als mit einem Hardboard. Kein Wunder also, dass der überwiegende Teil der verkauften SUP-Boards in Deutschland aufblasbar ist.

Wer Platz zum Lagern hat – etwa in einer großzügigen Garage oder direkt am Wasser – für den ist ein Hardboard interessant. Es bietet noch etwas bessere Fahreigenschaften sowie schnellere Geschwindigkeiten und ist vor allem auf dem Meer mit Wellengang deutlich besser geeignet als ein aufblasbares Board. Beim Transport zum Wasser muss das Hardboard aufs Autodach und sicher festgezurrt werden. In Sachen einfacherer Transport tut sich aber etwas: Mittlerweile gibt es eine kleine Anzahl von Anbietern, die teilbare Hardboards anbieten.

Im Vergleich zu Hardboards sind aufblasbare Boards deutlich robuster und weniger anfälliger für Scharten und Kratzer. Daher kann es auch mal über Steine am Ufer gezogen werden, ohne gleich ein Loch oder Kratzer im Board zu haben. Umsichtig und vorsichtig mit dem Board umgehen sowie es regelmäßig pflegen, sollte man aber trotzdem.

Länge, Breite und Ausführung des Stand-up-Paddle Boards hängen ganz von der Nutzung ab.
Länge, Breite und Ausführung des Stand-up-Paddle Boards hängen ganz von der Nutzung ab.

Tipps zur Länge, Breite und Dicke des SUP-Boards

Die Länge, Breite und Dicke von SUP-Boards wird üblicherweise in den englischen Maßen Fuß (1 Feet = 30,48 cm) und Inch (1 Zoll = 2,54 cm) angegeben. Sie erfordern ein gewisses Rechentalent. Ein klassisches Touring-Board mit 12 Fuß 6 Zoll (12’ 6”) hat dementsprechend eine Länge von 381 cm. 

Folgend ein paar Grundregeln zu Länge, Breite und Dicke von SUP Boards: 

  • Länge: Die Länge ist für die Geschwindigkeit und den Geradeauslauf verantwortlich. Je länger das Board, desto besser läuft es geradeaus. Daher heißt es auch: Länge läuft! Da längere Boards auch meist ein höheres Volumen haben, können sie auch mehr Gewicht tragen. Das betrifft nicht nur das eigene Körpergewicht, sondern auch den Gepäcktransport bei Touren. Umso kürzer ein Board ist, desto drehfreudiger ist es und macht bei längeren Paddeltouren weniger Spaß.
  • Breite: Breitere Boards – zwischen 32 und 36 Inch – liegen deutlich stabiler auf dem Wasser als ihre schmaleren Verwandten mit 25 bis 29 Inch. SUP-Neulinge kaufen zu Beginn häufig breitere Boards. Mit besserer Technik und größerer Erfahrung wird’s dann schnell langweilig. Daher uns Tipp: Lieber zu Beginn in ein Board investieren, das etwas schmäler und damit etwas schwieriger zu paddeln ist, dafür länger damit Spaß haben und mit den Herausforderungen wachsen – und den Zweitkauf vermeiden. 
  • Dicke: Üblich sind vier oder sechs Inch, wobei die dünnere Variante eher für Leichtgewichte – also auch Kinder – reicht. Wer etwas schwerer ist, bekommt auf dünnen Brettern leicht nasse Füße. Um das zu vermeiden, greift man am besten zum Sechs-Inch-Board.

Wofür wird das SUP Board genutzt?

Nachdem nun die Maße grundsätzlich geklärt sind, gilt es den Einsatzbereich zu berücksichtigen und dafür das passende Board zu wählen. 

SUP-Einsteiger*innen greifen häufig zu einem meist kürzeren Allround-Board (mit 9 bis 11 Fuß und meist runder Nase), das sich besonders drehfreudig zeigt aber Nachteile im Geradeauslauf hat. Wer längere Touren oder gleich zu Beginn etwas herausfordernder paddeln will, investiert in ein sportliches Touring-SUP – ein längeres und schmäleres Board mit deutlich besserem Geradeauslauf (ab 11 Fuß und meist an einer spitzeren Nase zu erkennen). Wer sich im Rennen messen will, sollte zum Race-Hardboard (meist 14 Fuß) greifen, um eine Chance auf vordere Plätze zu haben. Darüber hinaus gibt es spezielle SUP-Boards, etwa für SUP-Yoga, fürs Wildwasser, zum Windsurfen oder trendigen Wing-Surfen oder Wing-Foilen.

Testen vor kaufen

Vor dem Kauf das Wunsch-SUP, oder zumindest ein Modell mit ähnlichen Maßen, Probe fahren – das hilft bei der Kaufentscheidung und ist eine klare Expertenempfehlung. Tests sind bei SUP-Shops, Stand-up-Paddle-Stationen oder Test-Events der Hersteller möglich. Denn wer beim Erstkauf richtig kauft, kauft nicht zweimal – und schont so auch die Umwelt. Zusätzlicher Umweltschutz beim Neukauf ist auch möglich, wenn auf nachhaltige Produktion, Recycling und Upcycling von Materialien, plastikfreie Verpackung und Umweltinitiativen der Hersteller geachtet wird. Machen wir uns nichts vor: Aufblasbare SUP Boards bestehen aus Plastik – und Plastikmüll zu vermeiden sollte oberste Priorität sein.

Ein Stand-up-Paddle Board sollte unbedingt vor dem Kauf getestet werden.

Wer ein Schnäppchen machen will, sollte zum Saisonende Ausschau nach Angeboten halten. Dann verkaufen viele SUP-Stationen ihr Material, das meistens nur für ein paar Monate während der Saison auf dem Wasser war. Dann gibt’s Top-Material zu Top-Preisen. Ob Online-Handel oder spezialisierter SUP-Laden um die Ecke, beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Beide locken häufig im Frühjahr oder Herbst mit Sonderangeboten. Im Laden ist die Auswahl häufig geringer und man kann die Zeiten zur Shopping-Tour nicht frei wählen. Viele Läden sind aber inzwischen online und offline tätig, schicken das SUP bei Bedarf also auch gerne zu. Im Online-Handel gibt es viel Auswahl und das Angebot – von günstig bis High-End – ist teils nicht zu überschauen.


Outdoor
Jedes Board hat sein spezielles Einsatzgebiet. Das Protest-Board brilliert hier in Indonesien.
Darf ich trotz Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Pandemie Stand up Paddling betreiben? Die German Stand Up Paddle Association (GSUPA) macht in einem Statement deutlich: Eine glasklare Antwort kann es darauf nicht geben. Dafür richtet der Verband einen Appell an alle SUP-Fans.

Wer sich ein SUP-Board kauft und vorher wenig mit Wassersport zu tun hatte, sollte sich vor den ersten Paddelschlägen mit den Regeln, der Sicherheit und dem Verhalten auf und neben dem Wasser beschäftigen. Die „10 goldenen SUP-Regeln“ geben hier wertvolle Hinweise. Empfehlenswert ist für Unerfahrene auch ein SUP-Kurs an einer zertifizierten SUP-Station, wo wichtiges Wissen vermittelt und optimale und effiziente Paddeltechnik gelernt wird.

Wie wichtig ist das Paddel?

Neben dem SUP-Board sollte beim Kauf auch ein Augenmerk auf das Paddel gelegt werden. Es ist das „Werkzeug“ beim Stand-Up-Paddling, das man dauerhaft in der Hand hat. Mit einem guten und leichten Paddel kann länger, effizienter und technisch besser gepaddelt werden. Auch bei Paddeln gibt es eine Vielzahl an Anbieter – von günstig bis teuer. Beim Paddel spielt das Gewicht eine wichtige Rolle. Hier zählt jedes Gramm! Und dies hängt von den verwendeten Materialien ab. Die günstigsten Paddel, die häufig auch bei Sets mitgeliefert werden, sind vorrangig aus Aluminium gefertigt und haben ein hohes Gewicht (rund 1.000 Gramm). Nächste Stufe sind Paddel aus Fiberglas, die unter 1.000 Gramm wiegen. Greift man etwas tiefer in die Tasche, bekommt man ein Carbon-Paddel, das sehr leicht und in der Hand kaum spürbar ist (unter 500 Gramm).

Die Paddel unterscheiden sich neben dem Material in der Schaftflexibilität und -dicke sowie der Form des Paddelblatts und -griffs. Hier muss jede*r Paddler*in bei einem Test herausfinden, welches Paddelblatt sowie welcher Griff und Schaft am besten passt, am besten unterstützt durch einen Experten zur Einschätzung. Wer ein einteiliges Paddel kauft, muss dies auf die eigene Körperlänge anpassen. Deutlich häufiger im Freizeiteinsatz sind zwei- oder dreiteilige Paddel, die individuell auf die Körpergröße anpassbar und damit von mehreren Personen paddelbar sind. Dreiteilige Paddel können komplett in den Inflatable-SUP-Rucksack gesteckt werden und sind damit auch bei Flugreisen leicht mitzunehmen.

Wieviel kostet ein SUP-Board und welche Marken sind zu empfehlen?
Wieviel kostet ein SUP-Board und welche Marken sind zu empfehlen?

Was kostet ein SUP-Board?

Unabhängig von der Marke und dem geplanten Einsatz: Für ein gutes SUP-Board muss man einige hundert Euro auf den Tisch legen. 

Die hochwertigen Allround- und Touring-iSUP-Boards bewegen sich in einem Preisbereich zwischen 700 und 1.300 Euro. Hardboards gibt es im Handel kaum unter 1.000 Euro. Preislich darunter muss man häufig Abstriche in der Qualität, der Verarbeitung und dem mitgelieferten Zubehör wie Pumpe oder Rucksack machen. Zu den bekanntesten Marken zählen übrigens:

Viele Hersteller setzen auf Innovation und Qualität, um vor allem Inflatable Boards steifer, robuster, schneller und langlebiger zu machen. Ein Beispiel: verschweißte Nähte, die deutlich länger als verklebte Nähte halten. Zum Technologie-Vergleich lohnt ein Blick auf die Hersteller-Webseiten.

Neben dem Board sollte man auch weiteres Equipment beim Kauf eines Stand-up-Paddle Boards berücksichtigen.
Neben dem Board sollte man auch weiteres Equipment beim Kauf eines Stand-up-Paddle Boards berücksichtigen.

Einplanen sollte man gegebenenfalls auch den Kauf geeigneter Funktionsbekleidung. Ein Neopren-Anzug steht beim Stand-Up-Paddling allerdings nur selten auf der Wunschliste, da man darin schnell schwitzt. Im Vergleich zu anderen Surf-Sportarten wie dem Wellenreiten oder Windsurfen kommt man beim SUP schließlich nur selten mit dem (kalten) Wasser in Berührung – außer man will mit dem SUP in die Welle. Für kalte Wassertemperaturen, nach denen man sich beim SUPen richtet, gibt’s spezielle Trockenanzüge. Für die Übergangsphase im Frühling und Herbst gibt es innovative SUP-Bekleidung, die das Paddeln angenehm und dennoch sicher macht. Apropos Sicherheit: Auf der Einkaufsliste für SUP-Einsteiger sollte unbedingt eine Leash, die Rettungsleine zur ständigen Verbindung mit dem Board beim Paddeln auf dem See, sowie eine Auftriebshilfe (PFD = Personal Floating Device, Schwimmhilfe, Rettungsweste) gehören. Dann steht dem Paddelvergnügen nichts mehr im Wege!

Artikel teilen
Autor:
Thomas Pfannkuch


Autor:
Thomas Pfannkuch






Kommentare