Gunther Schnatmann
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Gunther Schnatmann

UEFA, Vereine, Agenturen – Top-Jobs im Frauensport

Frauenfußball im Aufwind: Hier entstehen neue Vermarktungs-Jobs

Ob im Fußball, Volleyball, Basketball oder bei den aufstrebenden Frauen-Wettbewerben im Eishockey und im Skispringen: Im wachsenden Frauensport entstehen neue Vermarktungs-Jobs im Sportbusiness sowie Chancen für Young Professionals und Einsteiger, sich durch Erfahrungen in der Frauensport-Vermarktung auf dem Arbeitsmarkt attraktiver zu machen.

Frauenfußball ist in Deutschland seit Jahren Quotenbringer.
Frauenfußball ist in Deutschland seit Jahren Quotenbringer.

Ganz aktuell hat die UEFA eine Entscheidung getroffen, die für das Sport-Marketing weitreichender ist, als sie auf den ersten Blick erscheint: Sie wird Rechte „entbündeln“ und ganz neue Vermarktungsangebote schaffen – für den Frauenfußball, der bisher an die Männer-Wettbewerbe „angehängt“ war.

Damit wird einem aufkommenden Mega-Trend Rechnung getragen. Denn Frauensport bietet sowohl Vereinen und Verbänden als auch den Sponsoren mittlerweile ganz neue Zielgruppen und Vermarktungsmöglichkeiten.

Personalberater Gunther Schnatmann hat analysiert, welche Bereiche im Frauensport jetzt jeder Aspirant auf einen Top-Job im Blick haben sollte.

1. Frauensport und soziale Verantwortung – der Sponsor muss passen

Die UEFA hat nicht nur das Sponsoring der UEFA Women’s EURO 2021, der UEFA Women’s Champions League ab 2018 und der UEFA-Juniorinnen-Nationalmannschaftswettbewerbe von den Männerwettbewerben abgekoppelt und völlig neue Vermarktungs-Pakete geschnürt. Sie will auch neue „innovative Sponsoringmodelle“ entwickeln.

Ein wichtiger Baustein ist dabei auf jeden Fall die Breitenfußballinitiative „Together #WePlayStrong“, die Mädchen und junge Frauen für den Sport begeistern will. Hintergrund ist vor allem, den Mädchen über den Mannschaftssport Fußball mehr Selbstvertrauen und Durchsetzungsfähigkeit zu vermitteln.

Eine soziale Komponente also, die für die Firmen an das Sponsoring von Heldinnen und Idolen gekoppelt wird. Wer künftig als Vermarkter neue Sponsoren für den Frauenfußball gewinnen will, muss beurteilen können, ob und wie diese in das soziale Engagement passen. Für die Unternehmen bieten sich durch Frauenfußball plus sozialer Initiativen wiederum Möglichkeiten, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Neue Zielgruppen erreichen und das eigene soziale Image anheben.

Im Kleinen läuft das erfolgreich in Frankfurt am Main. Dort sponsert die Commerzbank sowohl den erfolgreichen 1. FFC (Frauenfußballclub) Frankfurt als auch die Girls Wanted“-Veranstaltungen für den Breitensport.

2. Neue attraktive Zielgruppen winken

Auf Firmenseite müssen vor allem alte Klischees in Frage gestellt werden (Frauensport hat weniger Aufmerksamkeit; damit erreichen wir unsere Zielgruppe nicht etc.). Bestes Beispiel ist der Autohersteller Nissan. Der sponsert die Frauenmannschaft von Manchester City, deren Sieg im SSE Women’s FA Cup  2017 immerhin 35.000 im Stadion und eine Million an den TV-Geräten sahen.

Cup-Sponsor SSE wiederum ist ein großer nationaler Energieversorger. In England sind die Unternehmen also schon weiter, was das Engagement im Frauenfußball angeht.

Nissan ist übrigens auch in anderen Sportarten und Meisterschaften engagiert. Bei Netball Australia oder den Cricket-Weltmeisterschaften für Frauen. Gerhard Fourie hat als Chef Globale Markenstrategie bei Nissan den Einstieg verantwortet. Mit einer Strategie, die sich in Zukunft sicher noch weitere Firmen zu eigen machen werden: „Wir haben einige gängige Annahmen über den Frauensport in Frage gestellt, einschließlich Annahmen bezüglich der Zuschauer.“

So gebe es viel mehr Familien oder Väter, die mit ihren Kindern die Spiele besuchen oder zuhause anschauen, als angenommen. „Das einzigartige Fan-Verhalten im Frauensport bietet Marken auf jeden Fall interessante Möglichkeiten zur Kundenansprache“, sagt Fourie.

3. Sponsoring wird interessant – Spezialisten sind gefragt

Zurück zum 1. FFC Frankfurt. Neben der Commerzbank ist die Generali-Versicherung Hauptsponsor. Zwei Finanzdienstleister also, die natürlich auf die Zielgruppe sportinteressierter Frauen schielen.

Während Autokauf oder Baumarktbesuch nach klassischem Rollenbild und Werbeansprache eher den Männern zugerechnet wird, fallen Zukunftsabsicherung, Ansparen für eine eigene Immobilie und die Familienfinanzen eher in den Zuständigkeitsbereich von Frauen. Mit der Attraktivität von Frauensport sowie dessen besserer Vermarktung steigt natürlich das Interesse von Unternehmen, hier neue attraktive Zielgruppen zu erreichen.

Auch für Unternehmen, die mit Sportsponsoring an sich bisher noch keine Berührungspunkte hatten. Das können weitere Banken und Versicherungen sein, aber auch Reiseveranstalter oder Handy-Anbieter.

Dies in diese Unternehmen hinein zu kommunizieren und diesen die Zielgruppen aufgrund von Marktforschungen aufzubereiten, das werden zunehmende Aufgaben im Sportmarketing sein. Genau so wie auf der anderen Seite sich die bisher weniger sportaffinen Unternehmen nun professionell mit den Möglichkeiten und Chancen des Sponsorings befassen müssen. Dazu brauchen sie intern Spezialisten oder externe Berater.

Frauen im Sport werden also vieles verändern und das ganze Vermarktungs-Business drum herum neu aufstellen. Der Anfang ist gemacht. Für Vermarkter und angehende Marketing-Kräfte im Sportbusiness ist jetzt der beste Zeitpunkt, auf den anrollenden Zug aufzuspringen!

Ein Beitrag von Gunther Schnatmann, Personalberater (schnatmann media), Bewerbungs-Coach und Medientrainer

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