Autor:
Christopher Eichfelder

Outdoor-Konkurrenz seien Profite wichtiger als Umweltschutz

Patagonia-Chef Yvon Chouinard: „Es gibt in unserer Branche massenweise Greenwashing“

Die Outdoormarke Patagonia widersetzt sich dem offensiven Wachstums- und Innovationstrend der Sportartikelbranche. Das hat der Gründer und Chef des Bekleidungsherstellers, Yvon Chouinard in einem Interview unterstrichen – und zugleich den Mitbewerbern massive Vorwürfe in Richtung Greenwashing gemacht.

Mit Reparaturen und Second Hand: Outdoor-Hersteller Patagonia setzt auf echten Umweltschutz
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Patagonia wolle eine nachhaltige Firmenstrategie umsetzen, anstatt, wie Teile der Konkurrenz, nur ein grünes Image aufzubauen.

„Es gibt in unserer Branche massenweise Greenwashing“, sagte Chouinard dem „Spiegel". Die Konkurrenz der Outdoor-Branche werbe beispielsweise mit nachhaltigen Rohstoffen wie Bambus, verschweige aber, dass es dafür giftige, chemische Verfahren brauche: „Im Produktionsprozess wird der Bambus-Zellstoff zu Viskose umgewandelt, dafür braucht man giftige Chemikalien. Das ist überhaupt nicht umweltfreundlich.“ 


„Better Cotton Initiative ist absoluter Bullshit“

Als schlechtes Beispiel erwähnt der Patagonia-Chef auch die „Better Cotton Intitiative“, der sich, so Yvon Chouinard, „große Firmen wie Nike angeschlossen haben. Die verzichten vielleicht beim Anbau auf Formaldehyde, aber letztlich ist das industriell gezüchtete Baumwolle. Da geht es nur darum, dass die Unternehmen keine Biobaumwolle verarbeiten wollen."

Der Patagonia-Chef formuliert es drastisch: „Diese Better Cotton Initiative ist absoluter Bullshit: Greenwashing pur.“

Und wie hält es Patagonia selbst? Zwar seien die eigenen Produkte ebenfalls nicht ganz frei von problematischen Materialen wie Mikrokunststoff, dennoch versuche Patagonia, soweit wie möglich ohne umweltschädliche Mittel Erfolg zu haben.


Andere große Unternehmen könne er von seiner Philosophie aber nicht überzeugen, so Yvon Chouinard: „Ich habe die Idee aufgegeben, dass wir mit unserem Beispiel andere Hersteller beeinflussen können.“

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Chouinard kritisiert das „Profit-First-Syndrom“

Yvon Chouinard erläutert es im „Spiegel“ so: „Sobald Firmen eine bestimmte Größe übersteigen, kriegen sie oft das Profit-First-Syndrom. Ich kenne so viele Konzerne, die behauptet haben: Wir machen unser Geschäft grün. Tatsächlich ist das fast immer Greenwashing. Sie pflücken die tiefhängenden Früchte und machen, was ihnen noch mehr Profit bringt, zum Beispiel recyceln sie Pappkartons. Wenn sie hingegen eine Entscheidung treffen müssen, die einfach nur das Richtige ist und Profit kostet, schrecken sie davor zurück.“

Video: Nachhaltigkeit auf der ISPO MUNICH

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