OutDoor by ISPO Trendbericht Outdoor+

Glamping, Bikepacking, SUP - Urbanisierung fördert neue Outdoor-Bewegungen

Urban Outdoor, Outdoor-Yoga oder Stand Up Paddling – die Anreize zum Draußensein werden immer vielfältiger. ISPO.com zeigt die wichtigsten Outdoor-Trends und -Entwicklungen für 2020, die über die klassischen Aktivitäten hinausgehen im Trendbericht Outdoor+ und gibt damit einen Teil-Ausblick auf die OutDoor by ISPO 2019.

Glamping statt Camping - Die Outdoor-Branche erfindet sich immer wieder neu.

Von den Millennials über Familien bis hin zu Senioren: Alle haben unterschiedliche Ansprüche und leben ihre ganz eigene Interpretation von Outdoor, egal ob Luxus-Camping oder minimalistische Bikereise. Nicht zuletzt angesichts der stetigen Urbanisierung steigt der Bedarf nach "Outdoor+", also Freiluftsport, der über klassische Outdoor-Aktivitäten wie Hiking oder Klettern hinausgeht.

ISPO.com präsentiert die wichtigsten Trends und Entwicklungen in diesem jungen Segment für 2020. Sie und viele weitere Innovationen werden erstmals vom 30. Juni bis 3. Juli 2019 bei Europas größter Outdoor-Fachmesse OutDoor by ISPO in München vorgestellt.

Urban Outdoor: Mode, Lifestyle, Zeitgeist

„Studien zeigen, dass ein Mensch heute 95 Prozent seiner Zeit in geschlossenen Räumen verbringt. Eine Tatsache, die nicht nur die Gesundheit erheblich beeinflusst, sondern auch einen großen Effekt auf unsere Kreativität und unser soziales Miteinander hat“, erklärt Marc Fischer, Senior Director BU Outdoor Europe bei adidas Outdoor. Entsprechend gilt es, die Menschen wieder nach draußen zu bringen und gleichzeitig Outdoor in die Städte zu holen.

„Für den Sommer 2020“, sagt Fischer, „schlägt unter anderem die MyShelter Parley Jacke mit ihrer modernen Silhouette die Brücke zwischen urbanen Lebensräumen und Outdoor-Welten und inspiriert eine neue Generation, sich nach draußen zu bewegen.“ Ein Trend der auch zukünftig von großer Bedeutung bleiben wird. Denn schon jetzt wohnen über 75 Prozent der deutschen Bevölkerung in urbanen Lebensräumen. Dazu Oliver Puchert, Einkauf Urbane Outdoor Kultur, Sporthaus Schuster: „Wer gerne draußen ist, kleidet sich dementsprechend. Urban Outdoor ist gerade erst richtig beim Endverbraucher angekommen.“

Gute Chancen das modische Must Have ab 2020 zu werden hat die neue Kånken Totepack von Fjällraven. Sie vereint Schultertasche und Rucksack im legendären Kånken-Rucksack-Style. Radpendler packen die Totepack auf den Rücken, zum Lunch-Termin lässt sie sich locker über der Schulter tragen. Und auch beim Feierabend-Ausflug an den See erfüllt sie Ihren Zweck.

Der US-amerikanische Schuhhersteller Keen setzt vor allem auf Nachhaltigkeit und Upcycling: Das Obermaterial des neuesten UNEEK Sneaker-Modells besteht vollständig aus recycelten PET-Plastikflaschen.



Urban Mobility – die neue Lust auf den Fahrzeugverzicht

Einen weiteren Wachstumszweig sieht der Einkaufspezialist Oliver Puchert im Bereich Urban Mobility: „Vor allem in größeren Städten boomen das Rad und ganz besonders die E-Mobilität. City-Pendler wollen ein Outfit, das zu ihnen und ihrem Lebensstil passt, das während der Fahrt und dem Tag im Büro gleichermaßen getragen werden kann.“

Vaude hat speziell für die Commuter einen Radschuh mit Dualflex-Sohle entwickelt, die sowohl eine gute Kraftübertragung auf die Pedale als auch ein komfortables Abrollverhalten beim Gehen ermöglicht. Die Münchner Eco-Bikewear-Marke Triple2 sieht für 2020 insbesondere im Damenbereich eine stark wachsende Nachfrage an femininen und sportiven Styles.

Die Fokusthemen für kommenden Sommer fasst Maike Niehoff, Marketing Managerin bei Triple 2, so zusammen: „Wir setzen weiterhin auf die Bereiche Merino, Ocean Waste, PFC Free und Made in Europe. Neu für 2020: Eine Merino-Tencel-Mischung bei den Radtrikots.“

Auch Yoga-Fans legen bei ihren Outfits besonders viel Wert auf weiche, fließende Stoffe. So wie bei der neuen Motion Seamless Tight vom neuseeländischen Merino-Experten Icebreaker. Das sogenannte Cool-LiteMaterial vereint die beiden natürlichen Funktionsfasern Merinowolle und Tencel, verarbeitet in einer nahtlosen Konstruktion für hohen Tragekomfort.



Glamping: Luxuscamping, Baumhaus, Mikrohütte – erlaubt ist, was gefällt

Camping ist wieder in und viel facettenreicher als früher. Während der deutsche Hersteller Heimplanet sich mit seinen stylischen, aufblasbaren Zeltmodellen besonders an eine junge, hippe Zielgruppe richtet, mutiert mit Lotus Belle der Camping- zum Luxusurlaub: 12 bis 65 Quadratmeter Fläche bieten die Glampingzelte aus Österreich.

„Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit nehmen heutzutage einen höheren Stellenwert ein, das eröffnet völlig neue Möglichkeiten in puncto Outdoor-Lifestyle und Glamping“, erklärt Liese Gritsch von der Glampingwelt. Der Trend fasziniert Europa und hält sowohl im Tourismus als auch im Eventbereich Einzug.

Radreisen als Alternative zum Pauschalurlaub

Tagesausflüge mit dem Rad boomen mit 761 Millionen Daytrips pro Jahr in Deutschland. Laut ADFC starten zwei Drittel davon direkt vor der Haustür. Darauf reagieren auch Outdoor-Brands mit einem erweiterten Sortiment fürs Radwandern und Bikepacken. Der Heilbronner Sportartikelhersteller Ortlieb ist Radtaschenspezialist und stellt für 2020 mit Lenkertasche, Oberrohrrahmentasche sowie Multisport-Bike-Rucksack und Satteltasche – alle wasserdicht – ein komplett neues Set-up für Bikeurlauber vor.

Nicht nur auf dem Rad, auch unterwegs zu Fuß schützt der neue Unisex-Regenrock des bayerischen Sportbekleidungslabel Maloja. Der knielange Rock schützt dank wasserdichtem 2,5-Lagen-Laminat vor Nässe, ist gut durchlüftet und kann in eine wasserdichte Sitzgelegenheit umfunktioniert werden.



Stand-Up-Paddling: Die „Einstiegsdroge“ in den Wassersport

Was als Freizeitbeschäftigung begann, hat sich zur veritablen Sportart entwickelt: Stand-Up-Paddling. Die Zuwachsraten der SUP-Sportler sind nach wie vor hoch, was man auch an den Produkten erkennen kann, die über den Fachhandel verkauft werden, weiß Flo Brunner, Marketingexperte von Starboard: „Der Trend geht klar in Richtung Touring, daneben gewinnen Fitnessbereiche wie SUP-Yoga immer mehr an Bedeutung.“

Stand-Up-Paddling ist für Brunner eine Art „Einstiegsdroge“ in die Wasserwelt: „Es gibt nur wenige Sportarten, bei denen der Einstieg vergleichsweise einfach und von Geschlecht und Alter unabhängig ist.“

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