Stars at the ISPO MUNICH 2016
Autor:
Louisa Smith

Kontrolle der Bio-Baumwolle der Hohenstein Group

Nachverfolgbarkeit ist heute ein wichtiges Element in der Textilkette und geht mit Nachhaltigkeit Hand in Hand

Nachverfolgbarkeit ist ein wichtiger Faktor für Transparenz in der Textilkette, da der wahre Ursprung der Bestandteile nachgewiesen werden kann. Wenn es um synthetische Fasern geht, wird regelmäßig geprüft, ob die genannten Bestandteile auch wirklich das sind, wofür man sie hält.

Konsistente Nachverfolgung der Bio-Baumwolle von der Saat bis zum Endprodukt.
Konsistente Nachverfolgung der Bio-Baumwolle von der Saat bis zum Endprodukt.

Bei recyceltem Garn und Hochleistungsgarn, das in den Polyester- und Nylon-Bereichen zum Einsatz kommt, gibt es zwischen der Frischfaser und ihren Alternativen keinen eindeutig sichtbaren Unterschied im Textil-Endprodukt – egal ob es gewebt oder gestrickt wird.

Jedoch kann eine unabhängige Drittprüfstelle dies ganz einfach prüfen, da unter dem Mikroskop einzigartige Querschnitte des Hochleistungsgarns und veränderte Molekularstrukturen sowie eingearbeitete IDs erkennbar sind. Für Naturfasern gelten ganz andere Regeln, genauso wie für den Vergleich von konventioneller Baumwolle und Bio-Baumwolle.

Was ist der Unterschied zwischen Bio- und konventioneller Baumwolle?

Die Antwort ist einfach: Es gibt keinen, jedenfalls keinen sicht- oder spürbaren Unterschied, wenn es um das Baumwollprodukt geht. Der einzige Unterschied liegt in der Art, wie die Baumwolle angebaut wird. Bei Bio-Baumwollfeldern werden Arbeitsweisen und Materialien angewendet, die einen geringen Umwelteinfluss haben und ebenso die Saat kaum beeinträchtigen. Laut der Organic Trade Association (OTA) stellen Produktionssysteme von Bio-Baumwolle die Nährstoffe im Boden wieder her, erhalten die Fruchtbarkeit des Bodens, reduzieren die Verwendung von giftigen Pestiziden und Düngemitteln und helfen dabei, eine biologisch vielfältige Landwirtschaft zu schaffen.

Die Landwirte der Bio-Baumwolle können eine Zertifizierung durch eine unabhängige Testinstitution beantragen. Allerdings gibt es, sobald diese Bio-Fasern in der Textilkette weiterverarbeitet werden, keine offensichtlichen Hinweise mehr darauf, ob die gekaufte Baumwollkleidung des Konsumenten aus konventioneller Baumwolle oder aus Bio-Baumwolle hergestellt worden ist.

Feststellung der Echtheit von Bio-Baumwolle

Die Drittprüfungseinrichtungen kontrollieren, dass Bio-Produzenten auch nur Methoden und Materialien verwenden, die in der Bio-Produktion zugelassen sind. Bio-Baumwolle darf ausschließlich mit genetisch unverändertem Saatgut und ohne die Verwendung von giftigen und schwer abbaubaren Pestiziden oder künstlich hergestellten Düngemitteln angebaut werden.

Obwohl Baumwolle weltweit eine der wichtigsten Fasern ist, nimmt die Bio-Baumwolle weniger als ein Prozent der globalen, jährlich angebauten Baumwollkulturen ein. Jedoch steigt die Nachfrage nach Bio-Baumwolle, da der Faktor Nachhaltigkeit immer mehr in den Vordergrund rückt. Die Echtheitsfeststellung der Bio-Baumwolle im Prozess von der Faser zum Textil kann durchaus problematisch sein. Gründe dafür sind verunreinigtes Saatgut, Fremdbestäubung beim Anbau oder die Verunreinigung der Baumwollfasern während der Textilverarbeitung.

GVO-Kontrollen als Nachweis für den Handel, für Modemarken und Zertifizierer aus der Modebranche.
GVO-Kontrollen als Nachweis für den Handel, für Modemarken und Zertifizierer aus der Modebranche.

Nachverfolgung von GVO-freier Baumwolle von der Saat bis zum Endprodukt

Die Hohenstein Group, ein renommiertes Testlabor und Forschungsinstitut, das sich mit der Kontrolle und Zertifizierung von Textilien beschäftigt, hat eine verlässliche Nachweismethode für einen entscheidenden Parameter der Bio-Baumwolle entwickelt. So kann die verwendete Baumwolle zuverlässig auf genetische Veränderungen (GVO: genetisch veränderte Organismen) getestet werden.

Der Hohenstein Group zufolge ist für Bio-Baumwolle unter anderem die Verwendung von genetisch veränderten Pflanzen auszuschließen. Dennoch finden sich immer wieder genetische Veränderungen in Textilien, die als ökologisch erzeugte Produkte deklariert werden. Das Nachweissystem wurde speziell an die Textilproduktion angepasst. Kontrollen können bei jedem Verarbeitungsschritt durchgeführt werden: von der Rohbaumwolle über das Garn und Gewebe bis hin zu den fertigen Endprodukten.

Kontrolle von Baumwolltextilien

Die Kontrollen unterteilen sich in zwei Schritte. Erst wird die Probe zerkleinert. Dann werden die Baumwollfasern mechanisch und enzymatisch aufgespalten. Das genetische Material (DNS) wird von den Fasern getrennt und mittels eines mehrphasigen Prozesses gereinigt.

Wenn in der DNS eine bestimmte Zielsequenz (Marker-Gen) gefunden wird, die auf eine genetische Veränderung hinweist, werden molekular-biologische Nachweise gesammelt. Kontrollreaktionen dienen der Prüfung von unveränderter Baumwoll-DNS und dem Ausschluss von falsch negativen Ergebnissen.

Nun können sich Textilunternehmen, Einzelhändler und schlussendlich auch die Konsumenten mithilfe der GVO-Testmethode der Hohenstein Group absichern, dass die Endprodukte auch wirklich aus Bio-Baumwolle hergestellt wurden und den Weg des Produkts von der Erde bis in den Laden nachverfolgen.

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