Autor:
Thomas Becker

Peter Sagan: Radrennsportler liebäugelt wieder mit dem MTB

Er gilt als der bunte Hund des Radsports. Doch bei seinem Besuch auf der ISPO Munich 2019 kam der Slowake Peter Sagan ganz brav und konventionell daher - nur der Schnauzer auf der Oberlippe war ungewohnt für die Fans.

Der slowakische Radprofi Peter Sagan.

Er war tatsächlich mal nicht mit dem Radl da: Peter Sagan. Normalerweise sieht man ihn immer mit einem Bike unterm Hintern, nicht selten fährt er dabei auf dem Hinterrad. Der sogenannte Wheelie ist das Erkennungszeichen Sagans, den man als den bunten Hund der Radsportszene bezeichnen kann. 

Bei seinem Besuch im Health & Fitness Forum in Halle A6 kam er aber ganz brav daher. Nur der Schnauzer auf der Oberlippe war ungewohnt. Müde sah er aus. Das war nicht weiter verwunderlich, da er am Vortag noch in Argentinien war. 

„Ohne meinen Bruder wäre ich wohl  nie Radrennfahrer geworden“

Am vorherigen Sonntag hatte er dort die Rundfahrt Vuelta a San Juan beendet, mit seinem deutschen Team Bora-hansgrohe. Für das fährt auch sein ein Jahr älterer Bruder Juraj. „Ohne ihn wäre ich wohl nie Radrennfahrer geworden“, erzählte der 29-Jährige. 

Sagan begann schon mit neun Jahren seine Karriere – damals noch auf dem Mountainbike. Jahrelang wechselte er zwischen MTB und Straße hin und her, bis er sich mit 23 für die ganz schmalen Reifen entschied. Trotzdem war er bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro wieder im Mountainbike-Wettbewerb gestartet. Jetzt liebäugelt er wieder mit dem Mountainbike - er könne sich vorstellen, bei den olympischen Spielen in Tokio wieder auf breiten Reifen zu starten, sagte er. 

Dabei hagelt es auf dem Rennrad nur so Erfolge: dreifacher Straßenweltmeister, Siege bei Paris-Roubaix und der Flandern-Rundfahrt sowie elf Etappensiege bei der Tour de France, wo er bereits sechs Mal das grüne Trikot des Punktbesten gewinnen konnte. 

"Die Kunst ist, Zweiter oder Dritter zu werden und dennoch eine gute Show zu liefern" 

Zu den sportlichen Erfolgen gesellte sich ein beachtliches Entertainment-Talent. Unlängst gab er in einem Interview unumwunden zu: „Die Show ist wichtiger als der Sieg. Die Kunst ist, Zweiter oder Dritter zu werden und dennoch eine gute Show zu liefern.“ Beinahe logisch, dass ein Asteroid nach ihm benannt wurde („Tourminator“) und dass es auch eine Peter-Sagan-Sonderbriefmarke gibt. 

Vor einem Jahr war er zur Papst-Audienz eingeladen und überreichte dem Kirchenoberhaupt dabei ein weltmeisterliches Regenbogentrikot sowie ein Fahrrad, beides mit dem Schriftzug „Franziskus“versehen – wie gerne würde man den Beschenkten mal damit in Aktion sehen!

Unlängst hat er sein erstes Buch geschrieben, mit dem programmatischen Titel „My world“. In Zukunft plant Sagan die Eröffnung eines Radsport-Museums, ein großes Projekt mit Hotel, Restaurant, Fitness-Studio und Spa.

Kein Wunder, dass so ein umtriebiger Bursche auch eine eigene Sportmodelinie besitzt: Der italienische Hersteller Sportful hat mit Sagan zwei verschiedenen Kits, Accessoires und Casual Shirts, gestaltet, so dass sich nun jeder Freizeitradler im Style des Ex-Weltmeisters kleiden kann – den Wheelie sollte man dann allerdings auch  drauf haben. 

Autor:
Thomas Becker
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