Claudia Klingelhöfer
Autor:
Claudia Klingelhöfer (Chefredakteurin)

ISPO VIP Dinner mit ISPO Pokal für norwegische Biathlon-Legende

Björndalen: „Biathlon war nie ein Job – es war immer Leidenschaft”

Beim VIP Dinner der ISPO Munich 2019 überreicht Messechef Klaus Dittrich Biathlet Ole Einar Björndalen den ISPO Pokal - und das Publikum erfuhr, mit welchem Trick der Norweger es schaffte, über Jahrzehnte hinweg hungrig auf Gold zu bleiben. 

Klaus Dittrich und Ole Einar Björndalen nach der Verleihung des ISPO Pokals auf dem roten Teppich.
Klaus Dittrich und Ole Einar Björndalen nach der Verleihung des ISPO Pokals auf dem roten Teppich.

Das VIP Dinner eröffnete Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München GmbH, mit einer Abbitte. „Ich muss mich bei unseren chinesischen Gästen entschuldigen", sagte er.

Der Termin der ISPO Munich 2019 habe sie davon abgehalten, den Beginn des chinesischen Jahrs des Schweines zu feiern, das für Reichtum und Glück stehe. Doch für ISPO sei 2019 schon jetzt ein Jahr des Schweines gewesen: ISPO ist größer denn je und habe zudem die Outdoor hinzugewonnen, die in diesem Jahr zum ersten Mal in München stattfindet. Donnernder Applaus.

Dann ging er zum Höhepunkt des Abends über: Die Laudatio auf den Biathleten Ole Einar Björndalen.

Björndalen gewann acht olympische Goldmedaillen

Was für ein Sportler: Acht Olympiasiege,vier olympische Silber- und eine Bronzemedaille, 45 WM-Medaillen sowie 94 Weltcupsiege in Biathlon und Skilanglauf haben ihn zum erfolgreichsten Wintersportler aller Zeiten gemacht. Björndalen gewann nicht einfach nur Gold – er gewann Gold kontinuierlich, über Jahrzehnte hinweg, zuletzt bei den Winterspielen in Sochi 2014. Da war er bereits 40 Jahre alt. Was war das Geheimnis dieser außergewöhnlichen Sportler-Karriere?

Einen Hinweis gab Björndalens Laudator Per Wiik, Marketing Manager von Madshus und langjähriger Weggefährte von Björndalen. Der erzählte dem Publikum, was Björndalen mit all seinen Goldmedaillen gemacht hatte.

„Er hat sie in eine Tasche getan und im Keller im Haus seiner Eltern im hintersten Norwegen verstaut." Björndalen habe diese nie angesehen, verriet er. „Er hatte Angst, dass er seinen Hunger verlieren würde. Er hat sie sofort weggetan, weil er mehr haben wollte."  

Björndalen setzte Materialstandards

Von der Bühne des VIP Dinners aus, sprach Wiik Björndalen direkt an: „Du fragst dich sicher, was ich hier mache, das ist eigentlich soweit aus meiner Komfortzone. Aber ich habe so einen großen Respekt vor Dir, dass ich nicht ,Nein‘ sagen konnte.“

Neben all dem Talent und der ganzen harten Arbeit sei Björndalen „ein außergewöhnlicher Tester“, sagte Wiik. Und an Björndalen gerichtet: „2004/05 wolltest du Test-Ski von uns. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Dir kam es nicht nur auf die Gleiteigenschaften der Ski an, du hast solche Werte gleich mit Messwerten wie Herzfrequenz, Laktatwerten und so weiter kombiniert. Du hast sofort neue Teststandards gesetzt. Ach, komm doch einfach auf die Bühne!“

Dort erzählte Björndalen dann, dass die technische Weiterentwicklung für ihn „immer
eine der wichtigsten Sachen“ gewesen sei. Das große Geheimnis dabei: „die
Kommunikation“. Für ihn sei es immer zentral gewesen, mit „Entwicklern, Wachsspezialisten und so weiter zu reden“. Und er erklärte: „Biathlon war nie ein Job – es war immer mein Hobby, meine Leidenschaft.”

ISPO Pokal hat norwegische Tradition

Unter tosendem Applaus überreichte Messe-Chef Dittrich Ole Einar Björndalen den
ISPO Pokal. Die Auszeichnung gibt es seit 1971.
Auch damals nahm mit dem Skispringer Birger Ruud ein Norweger die Auszeichnung
mit nach Hause. Dabei sind es nicht unbedingt nur Sportler, die den ISPO Pokal
bekommen. So erhielt im vergangenen Jahr die Columbia-Präsidentin Gertrude
Boyle den Preis
. Mit Langläufer Björn Dählie bekam den Pokal 2008 ein weiterer Norweger

Wird er die Trophäe besser behandeln als seine Medaillen, fragte Dittrich Björndalen, als der Norweger den ISPO Pokal in Händen hielt. Jetzt habe er ja seine Karriere beendet, sagte Björndalen. Er könne Medaillen und Trophäen daher nun in sein Haus stellen.

Claudia Klingelhöfer
Autor:
Claudia Klingelhöfer (Chefredakteurin)
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