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Absturz über 300 Meter in Mexiko

Freeclimber Brad Gobright tödlich verunglückt

Der US-Freeclimber Brad Gobright ist bei einem Kletterunfall in Mexiko ums Leben gekommen. Dem Kalifornier wurde offenbar Nachlässigkeit beim Abseilen zum Verhängnis. Die Kletter-Szene trauert.

Brad Gobright ist im Alter von 31 Jahren bei einem Kletterunfall ums Leben gekommen.
Brad Gobright ist im Alter von 31 Jahren bei einem Kletterunfall ums Leben gekommen.

Unglück geschah beim Abseilen

Der kalifornische Free-Solo-Kletterer Brad Gobright ist am Mittwoch bei einem Sturz im Klettergebiet El Potrero in Mexiko ums Leben gekommen.

Der 31-Jährige seilte sich mit seinem Kletterpartner Aidan Jacobson an der Steilwand Sendero Luminoso synchron an einem 80-Meter-Seil ab, als beide abstürzten. Während Jacobsons Sturz nach wenigen Metern von einem Busch gestoppt wurde und er mit einer leichten Knöchelverletzung auf einem Felsvorsprung liegen blieb, stürzte Gobright, der laut Jacobson am kürzeren Seilende war und keinen Knoten band, 300 Meter in die Tiefe.

Jacobson erklärt Unfallhergang

„Wir haben keine Knoten ins Seil gemacht und haben angefangen, uns abzuseilen. Ich war ein Stück über ihm auf der linken Seite, er auf der rechten. Dann habe ich auf einmal einen Ruck gespürt und wir stürzten ab“, sagte Jacobson dem Outside-Magazin.

„Danach war alles verschwommen. Er hat geschrien. Ich habe geschrien. Ich bin durch Gestrüpp abgebremst worden. Dann sah ich nur noch sein blaues Gramicci-Shirt über die Kante des Vorsprungs fliegen.“

Alex Honnold trauert um Gobright

Gobright begann bereits mit sechs Jahren mit dem Klettern und galt als einer der besten Freeclimber. Er stellte mehrere Geschwindigkeitsrekorde auf. Im Juni bestieg er gemeinsam mit Alex Honnold in 14,5 Stunden die Route El Nino am El Capitan im Freistil, also lediglich mit Equipment zur Sicherung.

Honnold zeigte sich auf Instagram geschockt über Gobrights Tod: „Er war so eine warmherzige Seele und einer von einer Handvoll Partnern, mit denen ich immer gern einen Tag verbracht habe. Man kann sicherlich über Sicherheitsvorkehrungen und die inhärenten Risiken des Kletterns sprechen, aber das spielt für mich jetzt gerade keine Rolle. Ich trauere um Brad und mit seiner ganzen Familie.“

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