Autor:
Martin Jahns

Händler als erstes und schwerstes betroffen

FESI-Umfrage: Sportartikelindustrie schwer von Corona-Krise betroffen

Die europäische Sportindustrie ist von der Corona-Krise hart getroffen. Eine FESI-Umfrage zeigt das Ausmaß der Probleme. Die Industrie-Vereinigung fordert schnelles Handeln von der Politik.

Die Erlebnisfiliale Globetrotter Store am Isartor wird bei der Sports Week zu einem Hotspot.
Vor allem der Einzelhandel leidet unter der Corona-Krise.

Die Vereinigung der Europäischen Sportartikelindustrie FESI hat die Ergebnisse ihrer Branchenumfrage bezüglich der Auswirkungen der Corona-Krise veröffentlicht. Demnach ist die gesamte Sportartikelindustrie auf allen Ebenen der Lieferkette schwer von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Am unmittelbarsten und schwersten trifft die Krise den Einzelhandel.

45 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, haben demnach seit Beginn der Krise Einnahmeverluste zwischen 50 und 90 Prozent hinnehmen müssen.

Wie geht die Sportbranche mit der Corona-Krise um? Alle News dazu gibt es im ISPO.com-Ticker zur Corona-Pandemie.

E-Commerce hilft bedingt

Vor allem Liquiditätslücken seien kurzfristig die größten Herausforderungen. „Die Schließung von Fachgeschäften in ganz Europa und international sowie Veränderungen im Verbraucherverhalten führen zu ernsthaften Umsatzeinbußen. Die meisten unserer Unternehmen haben derzeit Schwierigkeiten mit den Fixkosten (Miete, Beschäftigungskosten...), die zu erheblichen Liquiditätsengpässen führen“, erklärte Neil Narriman, Präsident der FESI

E-Commerce und Digitalisierung können für Entlastung sorgen, sind aber kein Allheilmittel in der Krise. Eine eigene E-Commerce-Website konnte für 85 Prozent der Befragten nur zwischen 0 und 20 Prozent der Einnahmeverluste kompensieren.

FESI fordert politische Hilfe

Rund 35 Prozent der Teilnehmer der Umfrage haben angegeben, ihre Lieferketten umzuorganisieren, um bei der Produktion von medizinischen Atemschutzmasken und anderem medizinischen Equipment auszuhelfen.

25 Prozent der Teilnehmer hat zudem Kampagnen gestartet, um EU-Bürger aktiv und in Bewegung zu halten – so etwa durch kostenlose Fitness-Apps oder Trainingspläne.

Angesichts der Umfrageergebnisse drängt die FESI die nationalen Regierungen Europas zu Unterstützung der Branche. „Kurzfristig braucht die Sportartikelindustrie starke Maßnahmen der nationalen Regierungen, um die derzeitigen Liquiditätslücken zu schließen und Cashflows zu stärken", so Jérôme Pero, Generalsekretär der FESI. „Es ist von entscheidender Bedeutung, jetzt auch mit der Ausarbeitung schrittweiser längerfristiger Strategien zu beginnen, um die Wirtschaft nach Überwindung der Krise auf sichere und koordinierte Weise nachhaltig wieder anzukurbeln.“

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Martin Jahns
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