ISPO.com Logo
Autor:
ISPO.com

Die Teams, das Geld, die Macht von Social Media in der Königsklasse

So wertvoll und teuer sind die Fußball-Mannschaften der Champions League 2018/2019

Am 18. September startet die Champions League. Während die großen Vereine mit Firmenwerten in Milliardenhöhe seit Jahren die Champions League dominieren, schaffen es immer wieder Underdogs, mit geringem Aufwand und günstigem Kader unter die qualifizierten 32 Vereine.

Der FC Bayern München, der FC Barcelona und Juventus Turin gehören zu den wertvollsten Klubs der Champions League.
Der FC Bayern München, der FC Barcelona und Juventus Turin gehören zu den wertvollsten Klubs der Champions League.

ISPO.com hat die aktuellen Finanzreports aller Vereine durchgearbeitet und basierend auf Statistiken wie dem KPMG Football Benchmark eine Liste mit den wertvollsten Clubs der Champions League erstellt.

Die Rangliste vereint die Vereine mit dem höchsten Gewinn nach Steuern – und zeigt: Wer gut wirtschaftet, kann es auch mit wenig Umsatz unter die Top10 schaffen.

Platz 10: Borussia Dortmund – Die deutsche Nummer 2 in der Champions League

Borussia Dortmund hat ein gutes Händchen dafür, Spieler günstig einzukaufen, zu Stars zu transformieren und wieder teuer zu verkaufen. Ousmane Dembélé kam für 15 Millionen von Stade Rennes und ging ein Jahr später für 100 Millionen Euro mehr zum FC Barcelona, was Gewinn und Firmenwert in die Höhe schießen ließ.

Bemerkenswert ist auch der hohe Umsatz aus Marketingkooperationen sowie TV-Rechten – hier profitiert der BVB vom starken deutschen Werbemarkt. 

Gesamt-Umsatz 2017: 333 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  132 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 245 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 240 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 205 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   5,8 Mio. Euro
Firmenwert:   1,3 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 23,9 Mio.
Facebook: 15,2 Mio.
Instagram: 5,5 Mio.
Twitter: 3,2 Mio.
Youtube:   0,3 Mio.

Platz 9: Paris Saint-Germain – Hohe Kosten, stabile Bilanz

Seit Paris Saint-Germain von Qatar Sports Investments gekauft wurde, tätigen die Franzosen die größten Transfers in der Geschichte des Fußballs: Erst Neymar für 222 Millionen, dann Kylian Mbappé für 135 Millionen. Für die neuen Besitzer ist der Image-Wert, einen der teuersten Fußball-Clubs der Welt zu besitzen, wichtiger als purer Umsatz.

„Mit der Verpflichtung von Neymar haben sie sich nicht nur einen exzellenten Fußballspieler, sondern eine Marke gesichert, die den Media-Wert von PSG explodieren lässt“, resümiert KPMG.

Gesamt-Umsatz 2017: 486 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  150 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 203 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 80 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 236 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   10,4 Mio. Euro
Firmenwert:   834 Mio. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 56,7 Mio.
Facebook: 35,1 Mio.
Instagram: 14 Mio.
Twitter: 6,4 Mio.
Youtube:   1,2 Mio.

Platz 8: FC Barcelona – Astronomischer Umsatz, geringer Gewinn

Die Überraschung: Auch wenn beim FC Barcelona alles gigantisch ist, und der Marketingumsatz doppelt so hoch ausfällt wie etwa beim FC Bayern, sorgen die astronomischen Personalkosten von 670 Millionen Euro für einen verhältnismäßig geringen Gewinn. „Die Kosten für Spieler sind binnen fünf Jahren um 59 Prozent gestiegen, Lionel Messi alleine kostet die Katalanen 43 Millionen Euro pro Jahr“, analysiert KPMG.

Das Management reagiert mit Rekord-Deals: Nike zahlt 150 Millionen Euro pro Saison und der neue japanische Trikot-Sponsor Rakuten übernimmt von Quatar Airways das Haupt-Sponsoring für 60 Millionen. Interessant hierbei: Barcelonas Superstar Gerard Piqué und seine Partnerin, Pop-Ikone Shakira, arrangierten das erste Meeting in San Francisco. – Barcas Spieler arbeiten also aktiv mit am gigantischen Firmenwert.

Gesamt-Umsatz 2017: 914 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  66 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 209 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 705 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 670 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   13 Mio. Euro
Firmenwert:   3,35 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 70,4 Mio.
Facebook: 47,4 Mio.
Instagram: 13,4 Mio.
Twitter: 4,4 Mio.
Youtube:   4,9 Mio.

Platz 7: Chelsea FC – Gute Balance

Starke Bilanz: Verhältnismäßig geringe Kosten treffen auf sehr hohe Umsätze aus Senderechten sowie Marketingkooperationen. „Chelsea hat sich mit 189 Millionen Euro den größten TV-Umsatz der Premier League gesichert“, so KPMG. Hinzu kommen 155 Millionen Euro von Sponsoren wie dem Luxus-Uhrenhersteller Hublot, der Kopfhörer-Marke Beats sowie Nike.

Gesamt-Umsatz 2017: 420 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  76 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 189 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 155 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 255 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   17,7 Mio. Euro
Firmenwert:   1,59 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 72 Mio.
Facebook: 47 Mio.
Instagram: 12,2 Mio.
Twitter: 12 Mio.
Youtube:   0,8 Mio.

Platz 6: SL Benfica Lissabon – Die niedrigsten Kosten der Champions League

Ein faszinierender Klub: Benfica erwirtschaftet zwar viel weniger Umsatz als die meisten Teams der Champions League, macht aber durch seine geringen Personalkosten fast genauso viel Gewinn nach Steuern wie die Milliarden-Unternehmen Chelsea oder Real Madrid.

„Die Portugiesen haben die geringsten Kosten aller Champions-League-Klubs, verdienen aber gut durch größere Verkäufe“, betont KPMG. Der schwache Social-Media-Auftritt bremst allerdings die Marketing-Einnahmen.

Gesamt-Umsatz 2017: 126 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  22 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 69 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 36 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 69 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   20,4 Mio. Euro
Firmenwert:   285 Mio. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 5,7 Mio.
Facebook: 3,7 Mio.
Instagram: 0,8 Mio.
Twitter: 1,2 Mio.
Youtube:   85.000

Platz 5: Real Madrid – Enormer Umsatz, enorme Kosten

Umsatzchampion, zweithöchster Firmenwert der Champions League, aber extremen Kosten. KPMG analysiert: „Durch den Gewinn des Triple muss Real sehr hohe Boni zahlen.“ Wohl auch deswegen hat man einen neuen 70 Millionen Euro schweren Deal mit Fly Emirates vereinbart, Adidas verpflichtet sich zudem, 70 Millionen pro Saison und insgesamt eine Milliarde in den nächsten zehn Jahren zu zahlen.

Auch sonst hat Real das größte Sponsoren-Line-Up aller Teams: Hugo Boss, Coca-Cola, Star, Audi, Nivea Men und Electronic Arts, die eine komplette Kampagne rund um Real Madrid für die bestverkaufte Videospieleserie aller Zeiten entwickelt haben. Jedes Jahr kaufen zehn Millionen Gamer die „FIFA“-Fußballsimulation und Real kassiert Tantiemen.

Gesamt-Umsatz 2017: 671 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  139 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 252 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 281 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 406 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   21 Mio. Euro
Firmenwert:   2,98 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 211,8 Mio.
Facebook: 109 Mio.
Instagram: 61,5 Mio.
Twitter: 30,7 Mio.
Youtube:   3,8 Mio.

Platz 4: Juventus FC – Gewinn vom Vorjahr verzehnfacht

Der Aufsteiger des Jahres: Vor allem durch den Verkauf des französischen Superstars Paul Pogba verdiente Juventus 72,5 Millionen und verzehnfachte seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr. Spannend wird die neue Saison: Für Cristiano Ronaldo hat man 105 Millionen gezahlt, erhofft sich aber auch signifikant höhere Einnahmen aus Marketing und Merchandising.

„90 Prozent aller Clubs, die ihre Social-Reichweite erhöhen konnten, konnten auch einen höheren Marketingumsatz verzeichnen.“, so KPMG. Ronaldo – mit 138 Millionen Instagram-Fans schwerer als Kim Kardashian – kurbelt nicht nur den Mediawert an, auch der Aktienkurs explodierte nach dem Mega-Transfer.

Gesamt-Umsatz 2017: 412 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  59 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 232 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 120 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 262 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   39 Mio. Euro
Firmenwert:   1,22 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 55,4 Mio.
Facebook: 34 Mio.
Instagram: 13,9 Mio.
Twitter: 6,2 Mio.
Youtube:   1,3 Mio.

Platz 3: Liverpool FC – Von Verlusten auf 39 Millionen Gewinn

Das Comeback: Von einem Millionen-Minus haben die Engländer dank großer Deals ein Plus von 39 Millionen Euro erwirtschaftet. Die TV-Einnahmen sind um 33 Millionen gestiegen, Marketing um 22 und die Einnahmen aus Ticketverkäufen um 14.

Für Investoren interessant: Liverpool verlor nur knapp im Finale der Champions League gegen Real Madrid, was sie in eine exzellente Lage versetzt, um Langzeitverträge mit Hauptsponsoren zu erneuern: New Balance zahlt für einen 5-Jahres-Deal 335 Millionen Euro.

Gesamt-Umsatz 2017: 409 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  80 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 173 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 153 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: nicht verfügbar
   
Gewinn nach Steuern:   39 Mio. Euro
Firmenwert:   1,9 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 51 Mio.
Facebook: 31 Mio.
Instagram: 8,3 Mio.
Twitter: 10,4 Mio.
Youtube:   1,3 Mio.

Platz 2: Der FC Bayern München – Das wertvollste deutsche Team

Der FC Bayern verdient zwar weniger als Real Madrid oder FC Barcelona, hat allerdings auch deutlich niedrigere Kosten und generiert dadurch den zweithöchsten Gewinn aller Champions-League-Teams. KPMG resümiert: „Der FC Bayern gewinnt nicht nur stabil seit Jahren die Bundesliga, sondern hält auch seine Personalausgaben stabil, während der Umsatz aus Marketingaktivitäten kontinuierlich steigt.“

Strategisch clever war der Einkauf von Real-Star James Rodríguez: Mit 42 Millionen Euro war er verhältnismäßig günstig, bringt aber fast 40 Millionen Instagram-Abonnenten mit – dreimal so viel wie der Verein.

Gesamt-Umsatz 2017: 588 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  98 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 147 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 343 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 265 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   40 Mio. Euro
Firmenwert:   2,5 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 66,2 Mio.
Facebook: 47,4 Mio.
Instagram: 13,4 Mio.
Twitter: 4,4 Mio.
Youtube:   1 Mio.

Platz 1: Manchester United – Gigantischer Marketingumsatz und Gewinn

Der reichste Verein der Welt: gigantischer Umsatz, dicker Gewinn, 4,1 Milliarden Firmenwert und 115,5 Millionen Fans auf Social Media. ManU ist extrem erfolgreich und legt für diese Saison 2018 nochmal nach: Adidas zahlt als Ausstatter 80 Millionen Euro und General Motors 65 Millionen als Hauptsponsor auf dem Trikot.

Zudem profitieren die Engländer von einem Milliarden-Paket für TV-Rechte: Sky und BT Sports zahlen insgesamt 5,1 Milliarden Euro für die exklusiven Premier-League-Rechte, woran ManU beteiligt wird. Und für die Champions-League-Rechte werden weitere drei Milliarden fällig, die frisches Kapital in die Kassen aller Champions-League-Teilnehmer spülen.

Gesamt-Umsatz 2017: 653 Mio. Euro
Umsatz aus Spieltagen:  549 Mio. Euro
Umsatz aus TV-Rechten: 217 Mio. Euro
Umsatz aus Marketingkooperationen: 299 Mio. Euro
   
Gesamtkosten Personal: 596 Mio. Euro
   
Gewinn nach Steuern:   94 Mio. Euro
Firmenwert:   4,1 Mrd. Euro
   
Social-Media-Fans gesamt: 115,5 Mio.
Facebook: 73,5 Mio.
Instagram: 22,8 Mio.
Twitter: 18,2 Mio.
Youtube:   1 Mio.
ISPO.com Logo
Autor:
ISPO.com
Kommentare


Themen dieses Artikels


Sportbusiness
Storys, News, Ratgeber und Hintergründe aus der Welt des Sportbusiness lesen Sie hier.