Stars at the ISPO MUNICH 2016
Autor:
Louisa Smith

Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit: So geht die Textilbranche in Richtung Zukunft

Team up for change: Keine Chance für Greenwashing

“Greenwashing Free Zone” schrieb die Schumarke Icebug in großen Buchstaben an ihrem Stand auf der ISPO Munich 2022. Gefolgt von “Radical Transparency” und “Team Up for Change”. Die Botschaft der Branche ist klar: Keine Chance für Greenwashing! Und: Nur wer seinen Worten Taten folgen lässt, ist glaubwürdig. Und diese folgen, wie die Branche auf der ISPO Munich bewiesen hat: Neue Designentwicklungen sind genauso präsent wie der Fokus auf saubere Lieferketten, unter Einbeziehung von Inhaltsstoffen und Besätzen. Zudem legt die Branche Wert auf effiziente Prozesse mit nachhaltiger Beschaffung und auf die Rückkehr zur Kreislaufwirtschaft.

Wie die Branche das umsetzt? Hier kommen die wichtigsten Trends zum Thema Greenwashing und Transparenz.

Icebug Stand auf der ISPO Munich 2022 “Greenwashing Free Zone”

Mitunter führt eine neue, minimalistische Herangehensweise an minimalistisches Garmet Styling zur Einsparung von Ressourcen, da weniger Zuschnitt, Herstellung und Beschnitt (CMT) erforderlich sind und gleichzeitig die vom Verbraucher gewünschte Passform und Leistung geboten wird. Die Reduzierung von Materialien trägt dazu bei, effizientere Produkte mit weniger Abfall zu schaffen. 

Abfall wird in der Branche durchgängig thematisiert, nicht als traditioneller Abfall, sondern als wertvolle Ressource, die wiederverwendet und recycelt werden kann, wie beispielsweise die ReBorn-Reihe von Aclima aus hochwertigen Wollstoffresten, die in einer Fabrik in Estland anfallen. Die Stoffreste werden zerkleinert und versponnen, um einen neuen Stoff zu schaffen, der für die Reborn-Reihe verwendet wird.

Personalisierung ist ein Schlüsseltrend, und der Zierleistenlieferant SAB bietet die neuesten Innovationen

Designwandel

Markenentwickler und Designer müssen künftig bei der Entwicklung eines Produkts einen anderen Ansatz wählen. Es handelt sich nicht mehr um einen Upstream-Ansatz von der ersten Beschaffung bis zum Endprodukt. Stattdessen verfolgen die Brands den Downstream-Ansatz, bei dem die Entsorgung eines Kleidungsstücks, sei es durch Kreislaufwirtschaft oder andere Optionen, bereits vor dem Entwurf berücksichtigt werden muss.

Jack Wolfskin hat eine neue Tapeless-Jacke mit sauberer Verarbeitung und wasserdichter Performance auf den Markt gebracht. Durch innovative Nahtabdichtung und modernes Design werden bei jeder Jacke mehr als 20 Meter herkömmliches Tape eingespart.

Sauber geschnittene, bandlose, wasserdichte Hülle von Jack Wolfskin

Neue Partnerschaften in der Lieferkette

Bei der Beschaffung von Inhaltsstoffen wird die Zusammenarbeit zwischen Textillieferanten und Marken immer wichtiger. Die britische Marke Rab erhielt einen ISPO Award für zwei ihrer Jacken, die der Kreislaufwirtschaft Rechnung tragen. Der Schwerpunkt liegt auf recycelten Hochleistungs-Außenschalen, wobei die Entwicklung der Daunen ein Highlight der Produkte ist. 

Rab wählte einen kollaborativen Ansatz und wandte sich an Nikwax, um eine wasserabweisende Behandlung für die verwendeten Daunen zu entwickeln, die dann weiterentwickelt wurde, einschließlich der ersten recycelten Daunen mit einer hydrophoben Behandlung.

Die Beschaffung kann beginnen

PFC-frei

Der Verzicht auf PFC (Polyfluorkohlenwasserstoff) zur DWR-Ausrüstung von Funktionsstoffen für den Outdoor-Markt setzt sich weiter durch. Zwar sind schon viele Marken von den traditionellen, schädlichen langkettigen C8-PFC auf eine C6-DWR-Technologie umgestiegen, da diese eine geringere Umweltbelastung mit sich bringt. Allerdings war es bisher etwas problematisch, die für den Outdoor-Bereich erforderliche DWR zu erreichen, insbesondere im Hinblick auf die Langlebigkeit eines Kleidungsstücks. 

Patagonia, der Pionier in Sachen Nachhaltigkeit, erhielt einen ISPO Award 2022 für die Storm Shift Jacket, bei der erstmals die neue PFC-freie ePE-Membran von Gore-Tex eingesetzt wird. Die Produktion von Kleidung mit dem kleinstmöglichen ökologischen Fußabdruck hat für Patagonia seit jeher höchste Priorität, und durch die Zusammenarbeit mit der neuen PFC-freien ePE-Membran von Gore-Tex ist die Storm Shift Jacket PFC-frei und langlebig, in Kombination mit einem hochwertigen Kleidungsdesign.

PFC-freier Sturmschutz von Patagonia

Taktilität kehrt bei Textilien zurück

Auf der ISPO Munich 2022 konnten Materialliebhaber im Trendforum neue Innovationen und bestehende Produkte, die zu 2.0. Qualitäten entwickelt wurden, entdecken. Auch hier zeigt sich die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produkte. Wenn ein Produkt entwickelt ist, reicht es nicht aus, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern es müssen immer wieder neue Entwicklungen angestoßen werden.

Taktilität kehrt zurück

Komplementäre Beschaffung

Während die digitale Beschaffung zu einem integralen Bestandteil der Beschaffung geworden ist - Foursource bietet Einkäufern die Möglichkeit, Produkte zu beschaffen, einschließlich ISPO Textrends auf ihrem Webportal -, spielen die Vorteile von heruntergeladenen Dateien für CAD-Systeme eine wichtige Rolle für die Nachhaltigkeit, da weniger physische Muster angefordert werden und weniger Abfall anfällt. 

Physische Qualitäten werden immer noch benötigt, können aber durch die digitale Beschaffung stark reduziert werden, aber die saisonale Beschaffung und die Einbindung in den Aufbau sind der Schlüssel zur parallelen physischen und digitalen Beschaffung der Zukunft. Die Einstellung ist, das Physische mit dem Virtuellen zu verschmelzen, wobei das Physische das Beste aus beiden Welten bietet und einen erheblich reduzierten Fußabdruck bei der traditionellen Beschaffung und Probenahme ermöglicht.

Sieben Bereiche mit den neuesten Innovationen bei Stoffen und Verkleidungen

All together now - ein kollaborativer Ansatz bis 2025

Im Jahr 2025 werden die Trends zu einem Gemeinschaftsgeist führen, da sich alle Ebenen der Branche für Transparenz, Wahrheit und nachhaltige Praktiken einsetzen, die durch das Wachstum der Digitalisierung ermöglicht werden. Die Botschaft ist klar: Für eine saubere Zukunft müssen alle zusammenarbeiten, vom Faserproduzenten bis zum Verbraucher.

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