Autor:
Monika Ludwig

Wie Influencer, YouTube-Stars und Blogger wirklich arbeiten - der große Vergleich

So viel Zeit und Geld stecken Influencer in ihre Posts

Behind the Scenes: ISPO.com zeigt, wie Influencer, YouTube-Stars und Blogger wirklich arbeiten und wie viel Zeit und Geld in ihren Posts und Videos stecken. 

Influencer sind für Outdoor- und Wintersport-Unternehmen attraktive Partner.
Woher kommt der Preis für eine Influencer-Kooperation?

Influencer sind für Firmen begehrte Multiplikatoren. Doch woran können die Social-Media-Experten den Preis ihrer angebotenen Pakete festmachen?

Drei Influencer geben ISPO.com einen Einblick in ihren Beruf. Und schnell wird klar: Hinter jedem Social Post steckt harte Arbeit.

Lesen Sie auch unsere Mini-Interviews mit Bloggerin Katharina Kestler (Outville), YouTuber/Vlogger Tobi (AlpineFex) und Instagrammerin Caja Schöpf über ihre Kanäle und deren Vorteile.

 

  Online-Magazin/Blog Outville YouTube/Vlog AlpineFex Instagram Caja Schöpf
Materialaufwand

überschaubar bis sehr hoch

sehr hoch überschaubar bis sehr hoch
Kenntnisse/Fortbildung überschaubar sehr hoch überschaubar
Technik-/Materialkosten ab 600 Euro 800 bis 3000 Euro ab 400 Euro
Arbeitszeit gesamt* mind. 1 Tag mind. 2 Tage mind. 1 Tag
Haltbarkeit sehr lange sehr lange sehr kurz
Sichtbarkeit des Partners inhaltlich sehr hoch sehr hoch sehr hoch

*abhängig vom Artikel/Post. Als Faustformel gilt: Dauer der jeweiligen Tour/Event + Vor- und Nachbearbeitung

Technik, Know-How, Material

Bevor der Blogeintrag, das YouTube-Video oder der Instagram-Post überhaupt produziert werden kann, bedarf es einiger Vorleistung im technischen Bereich.

Bei einem Blogprojekt oder Online-Magazin wie dem Outdoor-Projekt Outville bedeutet das: Die Homepage muss zunächst mit einem Content-Management-System wie Wordpress erstellt werden. 

Zwar ist das nötige technische Know-How heutzutage durch komfortable Baustein-Lösungen für Homepages überschaubar. Doch die Implementierung neuer Funktionen und die Instandhaltung der Web- und Mobile-Präsenz sind nicht zu unterschätzende Zeitfresser.

Hinzu kommen laufende Kosten von mindestens 100 Euro jährlich für das Hosten der Seite und die Domain.

Immerhin letzteres sparen sich YouTuber oder Instagramer, da ihre Inhalte auf Social-Media-Plattformen platziert sind.

 

YouTuber mit hohem Materialaufwand

Dafür sind gerade für Youtuber wie den Videoblog AlpineFex sehr gute Kenntnisse in Produktion und Post-Produktion wie digitalem Videoschnitt und Tonbearbeitung nötig. Zudem sind gerade bei Plattformen wie YouTube und Instagram stetige Fortbildungen und Informationsbeschaffung rund um den aktuellen Algorithmus der jeweiligen Plattform unabdingbar. Schließlich soll der Content im Social-Media-Wust auch sichtbar sein.

Und: Durch Equipment wie GoPros für Action-Aufnahmen, externe Mikrofone oder gar Drohnen für Luftaufnahmen schlagen die Materialkosten mit 800 bis 3000 Euro für YouTuber zu Buche. Instagrammerin Caja Schöpf hat es da mit ab 400 Euro Materialkosten für ein Handy mit einer sehr guten Kamera etwas günstiger.

Zeitaufwand für YouTube- und Instagram-Posts

Neben dem finanziellen Invest ist vor allem der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen, der in Idee, Produktion und Nachbearbeitung fließt. Sowohl AlpineFex als auch der Instagram-Account von Caja Schöpf sind Ein-Personen-Projekte. Hinter Outville stehen viele Kontributoren und ein Kernteam von drei Personen, aber auch hier ist häufig nur eine Person an der Produktion beteiligt.

Bei allen dreien gibt es Spielraum für spontane Geschichten, vieles wird aber vorgeplant und natürlich mit Partnern abgestimmt. Im Fall von Caja Schöpf in Form eines „groben Contentplans“, bei Outville hingegen gibt es einen Redaktionsplan mit einem halbjährlichen Vorlauf.

Die Dauer der anschließenden Produktion hängt ganz vom Thema ab: Die Berichterstattung eines viertägigen Bikecamps in Davos dauert vier Tage, dazu kommt jedoch das Schreiben, die Auswahl der perfekten Bilder, das Einpflegen auf die Homepage usw. Allein der Zeitaufwand für die Nachbearbeitung kann so bis auf zwei Tage anwachsen.

AlpineFex gibt an, dass er für seine YouTube-Produktion bei einer Bergtour mit Kamera etwa ein Drittel länger unterwegs ist, als bei vergleichbaren Touren ohne Equipment. Hinzu kommen noch einmal mindestens zwölf Stunden für die Post-Produktion, also den Schnitt, das Hochladen des Videomaterials, das Texten und Anfügen der Affiliate Links.

Die Arbeitszeit für einen aufwändigen Instagram-Post dauert bei Caja Schöpf bis zu einem Tag: Sie rechnet dabei mit ein: Hinfahrt, Aufstieg, Erstellen des Bildmaterials sowie Bearbeitung, Texten und Posten.

YouTube-Videos als Evergrenn-Content

Zwar ist ein Instagram-Post im Vergleich zu den anderen beiden Varianten schneller erstellt, allerdings ist auch seine Haltbarkeit kürzer. Da sich Instagram-Feeds in Sekundenschnelle verändern, rutscht ein Post schnell nach unten. Umso wichtiger ist es, relevant und mit den richtigen Hashtags zu posten, um in kurzer Zeit möglichst viele User zu erreichen.

YouTube-Videos von Bergtouren können hingegen – wenn sich Zustiege und Wege nicht wesentlich ändern – auch in Jahren noch eine wertvolle Informationsquelle sein.

Am flexibelsten ist hier das Online-Magazin, bei dem Outville Artikel jederzeit aktualisieren und auf der Homepage nach oben packen kann. So wurde etwa ein Campingplatz-Artikel mehrfach auf den neuesten Stand gebracht und frisch an den Newsletter versandt.

Bei allen drei Varianten ist die Sichtbarkeit sehr hoch: Outville-Kooperationspartner stehen klar im Blickfeld, anderweitige Werbebanner gibt es in Artikeln nicht. Zudem werden die Marken auch redaktionell eingebunden.

Auch bei AlpineFex profitieren die Partner, deren Produkte in Aktion gezeigt werden und es kaum vergleichbare Plattformen im deutschsprachigen Raum gibt.

Auch Caja Schöpfs Instagram-Account ist reizvoll für Partnerschaften – vor allem, wenn Botschaft und Marke zum Kanal passen. Und: Mit Micro-Influencern bis zu 20.000 Followern erreichen Unternehmen ihre Zielgruppe fast ohne Streuverluste.

Camping-Content ist Evergreen-Content
Camping-Content ist Evergreen-Content
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Monika Ludwig
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