Dr. Regina Henkel
Autor:
Regina Henkel

PrimaLoft entwickelt erste biologisch abbaubare Synthetikfaser

PrimaLoft Bio: Mit Mikro-Organismen gegen Mikroplastik

PrimaLoft ist mit der Entwicklung von PrimaLoft® Bio™ ein großer Wurf gelungen. Dank der neuen Technologie können erstmals herkömmliche Synthetikfasern in einem relativ kurzen Zeitraum biologisch abgebaut werden. Bisher dauerte das Jahrhunderte.

PrimaLoft® Bio™ Fasern bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material.
PrimaLoft® Bio™ Fasern bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material.

Um endlich nachhaltiger zu werden, braucht die Sportbekleidungsindustrie neue, innovative Materialien, die hochfunktionell sind und unsere Umwelt weniger belasten. Viele neue Ideen wurden in den letzten Jahren entwickelt, aber auf ein zentrales Problem der Sportindustrie konnte bislang niemand eine befriedigende Antwort finden: Was wird aus dem Produkt am Ende seiner Nutzungsdauer? Wie kann verhindert werden, dass sich eine Jacke am unvermeidbaren Ende ihres Lebenszyklus auf der Mülldeponie in Mikroplastik auflöst und unsere Gewässer verschmutzt? Mit der PrimaLoft® Bio™ Technology präsentiert PrimaLoft die ersten synthetischen Isolations- und Funktionsstoffe, die zu 100 Prozent recycelt und biologisch abbaubar ist.

Erste Partnermarken setzen auf PrimaLoft® Bio™

Ab Herbst 2020 sollen die ersten PrimaLoft® Bio™ Produkte in den Handel kommen. Fünf große Markenhersteller haben die Entwicklung von PrimaLoft® Bio™ durch ihr Feedback begleitet und werden als Kooperationspartner zu den ersten gehören, die das neue Material in ihre Kollektionen aufnehmen: Helly Hansen, Houdini, L.L.Bean, Norrøna und Vaude. „Wir arbeiten mit einer Community von Marken zusammen, die unsere gemeinsamen Nachhaltigkeitswerte und -ziele teilen“, sagt Mike Joyce, Präsident und CEO von PrimaLoft. Erste Prototypen dieser Zusammenarbeit präsentiert PrimaLoft auf der ISPO Munich 2019.

Lange Lebensdauer der Produkte bleibt essenziell

Natürlich stehen bei PrimaLoft® Bio™ die Qualität und die lange Lebensdauer der Stoffe weiterhin im Fokus. Je länger ein Produkt genutzt werden kann und nicht wegen Verschleiß ersetzt werden muss, desto geringer ist sein ökologischer Fußabdruck. Mike Joyce: „Bei PrimaLoft® Bio™ geht es definitiv nicht darum, das frühzeitige Entsorgen von Kleidungsstücken zu fördern. Vielmehr wollen wir eine konsequent verantwortungsvolle Lösung für das Ende des Produktlebenszyklus schaffen.“ Das erwarten auch die Markenpartner. Philip Tavell, Category Managing Director, Ski/Mountain bei Helly Hansen: „PrimaLoft® Bio™ ermöglicht es uns, unsere Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Es ist eine Win-Win-Situation für Verbraucher und Umwelt.“

Mikro-Organismen bauen die Fasern ab

„Mit dem Projekt PrimaLoft® Bio™ suchen wir nach Wegen, wie Natur und Technologie besser zusammenwirken können, anstatt immer Funktion auf Kosten des anderen zu haben“, Eva Karlsson, CEO von Houdini.

PrimaLoft® Bio™ Fasern bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Erst eine spezielle Weiterentwicklung der synthetischen Fasern sorgt dafür, dass diese deutlich schneller biologisch abgebaut werden können. Kommen die PrimaLoft® Bio™ Fasern mit den natürlich vorkommenden Mikroben auf Mülldeponien oder im Ozean dauerhaft in Kontakt, verzehren diese Mikroben die Fasern um ein Vielfaches schneller als herkömmliche Synthetikfasern. Zurück bleiben nur Wasser, Methan, CO2 und Biomasse. Das Beste: Die Technologie hat weiteres Potential für die gesamte Textilindustrie.

Einblick in die Faserproduktion bei Primaloft.

Über 95 Millionen Kunststoffflaschen zu Stoffen verarbeitet

Bis heute hat PrimaLoft mehr als 95 Millionen Kunststoffflaschen zu hochwertigen Isolationsstoffen verarbeitet. Bis 2020 werden 90 Prozent der PrimaLoft-Isolationsprodukte zu mindestens 50 Prozent aus Post-Consumer Recyclingmaterial bestehen, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Als nächstes wird PrimaLoft daran arbeiten, seinen ökologischen Fußabdruck auch in der Lieferkette weiter zu reduzieren, wobei der Fokus auf der Reduktion des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes sowie auf der Entwicklung biologisch abbaubarer Produkte und dem Einsatz natürlicher Pflanzenfasern liegt.

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