Stars at the ISPO MUNICH 2016
Autor:
Louisa Smith

Wasserfrei gefärbtes Nylon und innovatives Recyclingverfahren für Trikots eingeführt

FENC fördert die Zusammenarbeit mit globalen Markenpartnern

Das taiwanesische Unternehmen Far Eastern New Century (FENC) wird mit seinen Innovationen in der Textilwirtschaft immer wichtiger – und die Partner werden größer. Für Adidas entwickelte die Firma Trikots aus Plastikmüll. Ikea oder Coca-Cola wollen gemeinsam mit FENC Energie einsparen und den CO2-Ausstoß reduzieren.

Eric Hu, President of FENC, wants to continue to develop with sustainability in mind.
Eric Hu, Präsident der FENC, will sich im Sinne der Nachhaltigkeit weiterentwickeln.

FENC über Nachhaltigkeit: „Es gibt keine Alternative“

Nachhaltigkeit ist einer der wichtigsten Begriffe im taiwanesischen Textilunternehmen FENC, das gilt von der Faser und dem Faserrecycling bis hin zur Kleidungsfertigung. „Als globales Unternehmen müssen wir bei der Entwicklung weiterhin die Nachhaltigkeit im Sinn haben. Wir glauben, es gibt keine Alternative“, meint Eric Hu, Präsident, Textilbereich, FENC.

Seit 2016 verfolgt FENC als Ergebnis neuer Initiativen zur Markenvermarktung ein neues Ideal zur „Vereinfachung von Komplexitäten zur Erweiterung der Möglichkeiten“. Das Thema dieses Jahres ist nun die „Empowering Possibilities“ – und darin ist FENC ziemlich gut. Als entscheidender Akteur für den Wandel in der Textilwelt ist FENC ein Partner zahlreicher globaler Marken, wie Adidas für die Parley-Schuhe und Kleidung, in der Plastik aus den Ozeanen zu Garn verarbeitet wird.

FENC über die Vereinfachung der Lieferkette

„2016 hatten wir die Marke FENC so positioniert, dass wir uns auf die beste Integration für unsere Kunden konzentrieren konnten. Wir haben dabei nicht nur die Aufgaben der Integration und Vereinfachung er Lieferkette für unsere Kunden betrachtet, sondern auch erweiterte Geschäftsmöglichkeiten und Chancen verfolgt. Im Wesentlichen haben wir es für unsere Kunden einfacher, smarter, besser, nachhaltiger und kosteneffizienter gemacht, mit uns zu arbeiten“, so Hu.

FENC will nahtlos mit den Kunden zusammenarbeiten

Die Bedeutung von Innovation gilt auch für Kundenbeziehungen, und dabei gilt es, unglaublich eng zusammenzuarbeiten, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. FENC hat etwa einen kohlenstoffbasierten Stoff für Wearable-Technologie für das Sortiment der diPulse-Bekleidung. Der Stoff verbindet die Bewegung des Körpers über die EMS-Kleidung (EMS = elektrische Muskelstimulation) und sendet die Informationen dann an die diPulse-App.

Wir müssen mit unseren Kunden nahtlos zusammenarbeiten, um die stets steigenden Bedürfnisse und Anforderungen der Verbraucher zu erfüllen, und zwar rund um die Uhr. Gleichzeitig müssen wir uns weiterhin auf unsere Innovationswerte konzentrieren“, fügt Hu hinzu. Innovative Produkte kamen so auf den Markt, und das Geschäft ist noch effizienter geworden.

Nachhaltigkeit steht nicht im Widerspruch zu Leistung

Das recycelte und auch ohne Wasser färbbare Polyester, das bereits vom Unternehmen entwickelt wurde, hat die F&E weiter inspiriert, und so kam es zur Einführung des weltweit ersten wasserfreien Färbens von Nylon. Die Innovationen von FENC waren Vorreiter für die Verwendung von überkritischem Kohlenstoffdioxid (scCO2) als Ersatz für das traditionelle Färben mit Wasser.

Angesichts des globalen Klimawandels und einer stetig wachsenden Bevölkerung wird Wasser immer mehr zur knappen Ressource. Das Weglassen von Wasser aus dem Färbeprozess sorgt nicht nur dafür, dass gar kein Wasser mehr benötigt wird, sondern wirkt auch den energie- und kapitalintensiven Kosten der Wasseraufbereitung entgegen. Während Polyester bei der gesamten Materialverwendung einen Großteil ausmacht, ist Nylon nach wie vor im stetig wachsenden Bereich der Damenbekleidung und Athleisure von Bedeutung.

Das wasserfreie Nylon ist eine beachtliche Leistung

Nach weiteren fünf Jahren der Forschung und Entwicklung dazu, wie man Polyester effektiv ohne Wasser verarbeiten kann, ist das wasserfreie Färben von Nylon eine beachtliche Leistung. Mit Null Wasserverwendung, verringerter Färbezeit, geringerem Energieverbrauch und – das ist einzigartig – Null Kompromissen beim Hautgefühl, das man von Nylon erwartet, wird wasserfrei gefärbtes Nylon künftig immer wichtiger.

Neuer rTex-Prozess umgeht Deponien

Ein Bereich, um den sich FENC Gedanken gemacht hat, ist der Textilabfall, der traditionell auf Deponien landet. Darum wurde ein neues Recyclingverfahren entwickelt. FENC TopGreen  rTEX ist in der Lage, Textilabfälle von Deponien fernzuhalten um so effektiv ökologischen Schäden an der Quelle entgegenzuwirken, die hohen Leistungsanforderungen der globalen Marken zu erfüllen und dabei die Netto-CO2-Bilanz beachtlich zu senken.

Fußballtrikots werden nun aus Plastik aus den Ozeanen hergestellt, darunter für Bayern München, Juventus, Real Madrid und Manchester United.

Fußballtrikots aus Ozeanplastik

Das Ziel von FENC besteht darin, seinen Partnern Lösungen anzubieten, bei denen weniger Ressourcen verwendet werden, weniger Abfall in Deponien und Meere gelangt und die Ansammlung schädlicher toxischer Substanzen in der Umwelt verhindert wird. Durch das integrierte Inhouse-Flaschenrecyclingsystem kann FENC nachhaltige Innovationen entwickeln. IKEA, Coca-Cola und Pepsi haben sich zuletzt angeschlossen, um gemeinsam bis zum Jahr 2030 Energie einzusparen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

„In unserer Partnerschaft mit Adidas in Bezug auf Ozeanplastik konnten wir anhand von TopGreen Recycling Solutions dafür sorgen, dass mehr als 1.000 metrische Tonnen Plastik nicht unsere Meere verschmutzen. In diesem Jahr haben wir die Nutzung von Schuhen auf Kleidung ausgeweitet. Sämtliche Fußballtrikots der US Major League in der Saison 2018/19 werden aus Ozeanplastik hergestellt, genauso wie die von Bayern München, Juventus, Real Madrid und Manchester United“, sagt Hu.



Strandreinigung am Tag des Meeres

In diesem Jahr nahm FENC am Tag des Meeres an einer Strandreinigungsaktion teil, die von der Regierung von der Regierung von Neu-Taipeh organisiert wurde. Gemeinsam haben Amtsträger, Freiwillige, Bewohner der Stadt und Studenten die Küste der Wanli Emerald Bay gereinigt und so sichergestellt, dass mehr als 100 Kilogramm an recycelbarem Abfall nicht in den Ozean gelangen. Alles wurde in das firmeneigene Recyclingsystem von FENC eingespeist, um brandneue Socken herzustellen.

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