Autor:
Björn Köcher

Ausgefallene Multisport-Events: Öttilö SwimRun, Are Extreme, Coast to Coast

Die schönsten Triathlon-Events mit Outdoor- und Adventure-Kick

Drei Deutsche und eine Schweizerin dominierten in den vergangenen Jahren den Ironman Hawaii. Kein Wunder also, dass Triathlon mittlerweile zu einem Trendsport avanciert ist. Doch es geht auch ausgefallener als einfach nur Schwimmen, Rennrad fahren und Laufen – und vor allem naturnäher. Die fünf vielleicht schönsten Multisport-Events für Outdoorfreunde im Überblick.  

Den Areskutan hinab schießen die Radler der Are Extreme Challenge.
Den Areskutan hinab schießen die Radler der Are Extreme Challenge.

Sie sind die großen Alternativen zu den klassischen Triathlons: Multisport-Events mit mehr Outdoor-Feeling. Sie sind härter oder ausgefallener, oder schlicht schöner. Weil die Disziplinen andere sind. Weil das Naturerlebnis größer ist. Und weil sie einfach Spaß machen. Also Kalender rausholen und schon mal die Termine checken.

Are Extreme Challenge: Paddeln, Laufen, Radeln

Sie gilt als ältestes und größtes Multisport-Event Skandinaviens: die Are Extreme Challenge im gleichnamigen schwedischen Wintersportort. Die besten Athleten schaffen die 25 Kilometer Kajakfahren im Wildwasser und auf einem See, die 17 Kilometer Trailrunning über den gut 1.420 Meter hohen Areskutan und die abschließenden 30 Mountainbike-Kilometer in unter fünf Stunden.

Der Wettbewerb ist trotz seiner über 20-jährigen Tradition und dem anhaltenden Hype um Triathlon und Adventure-/Natur-/Tough-Races im deutschsprachigen Raum nahezu unbekannt. Von den knapp 2.000 Teilnehmern kamen in den letzten Jahren nur eine Handvoll aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Besonders auffällig und erfreulich: Frauen stellen mehr als ein Viertel des gesamten Teilnehmerfelds – Tendenz steigend.

  • Termin: 29. Juni 2019
  • Ort: Are, Schweden
  • Disziplinen: 25 km Kajak fahren – 17 km Trailrunning – 30 km Mountainbiking

Ötillö SwimRun: Schwimmen und Laufen

Der Name sagt es bereits: Es geht um Schwimmen und Laufen. Und wer schwedisch spricht, kann bei dem Titel auch herauslesen, dass es um ein Rennen von Insel zu Insel geht, denn dafür steht „Ötillö“. Deshalb wird auch mit Schuhen geschwommen und im Neoprenanzug gelaufen, denn das ständige Umziehen würde viel zu viel Zeit kosten.

Im Jahr 2002 forderten sich ein paar Schweden beim Extremwettkampf von Insel zu Insel gegenseitig für ein Abendesssen heraus, vier Jahre später wurde daraus der Öttilö SwimRun, und nach und nach ein professionelles Rennen. Immer in Zweierteams absolvieren die Teilnehmer die Strecke, schwimmend und laufend. Der SwimRun ist eines der härtesten Eintages- und Adventure-Rennen überhaupt.

Mittlerweile gibt es Stationen auf der ganzen Welt. Im Jahr 2019 macht die Ötillö SwimRun World Series einen Stopp in Deutschland und zwar an der idyllischen Mecklenburgischen Seenplatte. Mehr als zehn Inseln müssen schwimmend erreicht und laufend auf wilden Trails überwunden werden. Die inoffizielle SwimRun Weltmeisterschaft findet auf und zwischen den Schäreninseln vor den Toren der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt.

  • Termin: 21./22. September 2019
  • Ort: Mecklenburgische Seenplatte, Deutschland
  • Disziplinen: 7,6 km Schwimmen – 34,6 km Laufen (längste Schwimmstrecke 1,3 km; längste Laufstrecke 7,4 km)

Coast to Coast: Laufend aufs Bike, ins Boot und wieder zurück

Die Teilnahme am 243 Kilometer langen Kathmandu Coast to Coast verbindet man am besten mit einem ausgiebigen Urlaub, schließlich findet dieser ausgesprochen harte Multisport-Event am anderen Ende der Welt in Neuseeland statt. Ziel ist die Querung der wunderschönen Südinsel von der West- zur Ostküste – im mehrfachen Wechsel zu Fuß, per Bike und mit einem Kajak.

Das Schöne und gleichzeitig Harte an dem Rennen ist der neuseeländische Alpenkamm, den man überqueren muss – spektakuläre Blicke und unvergessliche Naturerlebnisse inklusive. Wer diese genießen will, dem sei die Teilnahme an der zweitägigen Kategorie empfohlen. Der Ein-Tages-Event ist ausschließlich sehr erfahrenen Multisport-Athleten vorbehalten.

  • Termin: 7./8. Februar 2020
  • Ort: Kumara Beach/Christchurch, Neuseeland
  • Disziplinen: 3 km Laufen – 55 km Rennrad fahren – 33 km Laufen – 15 km Rennrad fahren – 67 km Kajak fahren – 70 km Rennrad fahren

Kärnten Iceman Wintertriathlon im Schnee

Klein, fein und ausgefallen, aber nichts für kälteempfindliche Sportler: Der Iceman Wintertriathlon im österreichischen Villach findet ausschließlich auf Schnee statt. Crosslauf, Mountainbiken und Skilanglauf – das sind die drei Disziplinen, die es zu bewältigen gilt.

Lediglich 100 Starter traten 2019 bei der vom Verein HSV Triathlon Kärnten durchgeführten und noch recht jungen Veranstaltung an. Die Chancen für einen Platz auf dem Podest sind also verhältnismäßig gut. Für Ambitionierte gibt es sogar eine Wintertriathlon Weltmeisterschaft von der Internationalen Triathlon Union (ITU), die 2019 im italienischen Asiago stattfand.

  • Termin: 29. Februar 2020
  • Ort: Villach, Österreich
  • Disziplinen: 7 km Laufen – 12 km Mountainbiken – 10 km Skilanglauf

DIY Triathlon: Skifahren oder doch radeln?

Es geht auch ganz anders und viel individueller, schließlich gibt es keinerlei Vorgaben für einen Multisport-Event. Warum also nicht einen eigenen kreieren und alleine oder gemeinsam mit Freunden durchziehen? Beispiele gibt es genug. Der Brite Charlie Walker und die Amerikanerin Callie Morgigno haben sich zum Beispiel die 8.000 Kilometer lange eurasische Grenze von der Küste Russlands am Nördlichen Polarkreis bis nach Istanbul als Inspiration genommen, um diese per Ski, Kajak und Fahrrad abzureisen.

Wer keine acht Monate Zeit oder die Erfahrung und Fitness für so ein Abenteuer hat, kann auch vor der eigenen Haustür starten – so wie der Outdoor-Blogger Markus Schaumlöffel: Sein Ziel war es, nonstop von seiner Heimatstadt Augsburg per Mountainbike, wandernd und zum Schluss kletternd bis zur Zugspitze zu gelangen – etwas mehr als 14 Stunden später und mit 3.200 Höhenmetern in den Beinen stand er auf Deutschlands höchstem Berggipfel.

Hier bekommt man Inspiration:

Autor:
Björn Köcher
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