Autor:
Eva Doll

Gore mit neuer Textiltechnologie auf der ISPO Munich: elastisch, robuster, atmungsaktiver

Drei neue Technologien für GORE-TEX PRO Bekleidung: Das ändert sich in Zukunft

W.L. Gore & Associates läutet das nächste Level ihrer GORE-TEX PRO Produktkategorie ein: Mit gleich drei neuen Technologien für alles Extreme. Was bedeutet das konkret? ISPO.com wirft einen Blick auf die High-End Funktionsmaterialien, die erstmalig auf der ISPO Munich vorgestellt werden.

Gore stellt auf der ISPO Munich drei neue Technologien für GORE-TEX PRO Bekleidung vor
Gore stellt auf der ISPO Munich drei neue Technologien für GORE-TEX PRO Bekleidung vor

Seit der Markteinführung 2007 gilt GORE-TEX PRO Bekleidung als das Maß der Dinge, wenn es um robuste, wasser- und winddichte, sowie atmungsaktive Laminate aus dem Hause W.L. Gore & Associates (Gore) geht. Ab Herbst 2020 führt das Unternehmen drei neue GORE-TEX PRO Textiltechnologien ein. Das Versprechen: noch robuster, elastisch und atmungsaktiver – sowie miteinander kombinierbar. Auch der ökologische Fußabdruck soll sich verbessert haben. Gore nennt die Technologien eine Neudefinition des extremen Wetterschutzes.

ISPO.com zeigt, welche Möglichkeiten Gore mit diesen Technologien eröffnen will, stellt die drei neuen GORE-TEX PRO Produktkategorien vor und gibt auch an, wo die Materialien auf der ISPO Munich zu finden sind.

"GORE-TEX PRO Materialien sind so extrem, wie die Dinge, die damit erreicht werden sollen"
"GORE-TEX PRO Materialien sind so extrem, wie die Dinge, die damit erreicht werden sollen"

Drei kombinierbare Technologien: So wird’s maßgeschneidert

Mit der neuen GORE-TEX PRO Produktlinie sollen Marken künftig aus drei Technologie-Kategorien wählen können: „GORE-TEX PRO Most Rugged“ (maximal robust), „GORE-TEX PRO Stretch“ und „GORE-TEX PRO Most Breathable (maximal atmungsaktiv)“ – jede auf ihr bereits im Namen ersichtliches Kernattribut optimiert.

Neu ist auch, dass die Dreilagen-Laminate sich individuell in einem Bekleidungsstück (z.B. einer Hardshell-Jacke) kombinieren lassen.

„Künftig können die Marken die Performance ihrer GORE‑TEX PRO Bekleidungsdesigns noch besser optimieren“ erklärt Mark McKinnie, Produktspezialist für GORE‑TEX PRO – „je nachdem, wie sie die drei neuen GORE‑TEX PRO Technologien in einem Kleidungsstück miteinander kombinieren bzw. die geeignetste Technologie für die beabsichtigte Endanwendung auswählen.“

Die neue GORE-TEX PRO Produktfamilie im Überblick

Die Dreilagen-Laminate zielen auf Bekleidung, die der anspruchsvolle, extreme Sportler sucht: zuverlässige, maximal komfortable Materialien für härteste Bedingungen.

GORE-TEX PRO Most Rugged Product Technology: schon dem Namen nach liegt der Funktionsfokus bei dieser Technologie auf extremer Robustheit sowie Langlebigkeit - laut Gore das robusteste Material, das sie je für den Bergsport entwickelt haben. Unter anderem durch folgende Faktoren: Einem 70-120 Denier starken, abriebfestem Außenmaterial, einer neuen, starken Membran und einem stabilen, spinndüsengefärbten Micro Grid Innenfutter.

GORE-TEX PRO Stretch Product Technology: Die vielleicht größte Innovation: GORE-TEX PRO Bekleidung kann nun mit einem Stretch-Anteil von bis zu 20 Prozent ausgestattet werden. Ein industrieweit einzigartiges, Gore-eigenes Verfahren ermöglicht dies – ohne dabei die Funktionalität oder die Haltbarkeit einzuschränken. Das elastische Material soll die Bewegungsfreiheit bei Sportarten wie Klettern oder Freeriden signifikant erhöhen und somit deutlich komfortabler sein.

GORE-TEX PRO Most Breathable Product Technology: Mit diesem Dreilagen-Laminat bietet Gore maximale Funktionalität auf extreme Atmungsaktivität optimiert. Für schweißtreibende, intensive Aktivitäten und wechselnde Umgebungsbedingungen gedacht, nennt Gore vor allem die leichteren Obermaterialien und das spinndüsengefärbte Micro Grid Innenfutter als Grund für mehr leistungsfähigen Komfort beim Tragen.

Für alle drei Innovationen gibt Gore sein „GUARANTEED TO KEEP YOU DRY™“ -Versprechen. („Hält Sie garantiert trocken“ -Versprechen) – also dauerhafte Wasser- und Winddichte sowie Atmungsaktivität.

Verbesserter ökologischer Fußabdruck

Nicht nur die Performance der Textilien ließ sich steigern, zeitgleich profitiert auch die Umwelt von den neuen Technologien, sichert das Unternehmen zu:

  • Innenfutter und Obermaterialien können mit dem sogenannten Spinndüsen-Verfahren eingefärbt werden. Der Prozess: Das Granulat wird vor der Faserherstellung eingefärbt und anschließend aus den bereits gefärbten Fasern der Stoff hergestellt. Das bedeutet: das Material ist durch und durch eingefärbt (wie eine Karotte). Das soll neben verbesserter Haltbarkeit und Funktionalität sogar zwei Nachhaltigkeitsaspekte mit sich ziehen:
    • Signifikante Wasserersparnis um bis zu 49,7 %
    • CO2-Reduktion um bis zu 1,9 %
  • Zudem bietet Gore Oberstoffe aus recycelten Materialien an

Pressekonferenz zur ISPO Munich

Für weitere Produktinformationen aus erster Hand lädt Gore auf der ISPO Munich zur Pressekonferenz am Montag, 27.01.20 um 11-12 h im Pressezentrum Ost, 2.OG. Wie die High-End-Markenpartner die neuen Technologien für ihre Produkte nutzen, lässt sich ebenfalls auf der ISPO Munich anschauen.

Vier Jahre entwickelt

Gore gilt als einer der treibenden Innovatoren für hochtechnische Funktionsmaterialien. Um garantieren zu können, dass ihre Materialien auch draußen im härtesten Extremfall immer funktionieren, will Gore sicher gehen: Sie setzen auf standardisierte Extrem-Belastungstests und harte Praxistests von Top-Athleten. Vier Jahre Weiterentwicklungszeit steckt im Ferrari ihrer Materialien, den neuen GORE-TEX PRO Laminaten.

Athleten-Feldtests und eigens entwickelte Labortests

Bereits 2016 haben Extremsportler Stefan Glowacz und Robert Jasper Bekleidung mit diesen neuen Technologien genutzt: „Auf unseren Expeditionen bringen wir nicht nur uns an unsere Grenzen, sondern auch unsere Ausrüstung“, so Glowacz „deshalb müssen wir die geeigneten Produkte sehr sorgfältig auswählen. Wir arbeiteten mit Gore daran ein GORE TEX PRO – Material zu erschaffen, dass uns die perfekte Robustheit, Atmungsaktivität und Flexibilität gibt.“

Messbar robuster: 5-Finger-Scratch-Test

Der 5-Finger Scratch-Test soll eine entscheidende Rolle auf dem Weg zu einem noch robusteren GORE-TEX PRO Material gespielt haben: zuverlässig und messbar sind hier die Zauberwörter. Das Verfahren stammt aus der Automobilindustrie. Fünf Stahlnadeln kratzen dabei mit unterschiedlicher Kraft über das Testmaterial – so zeigt sich wie widerstandsfähig es gegenüber kratzen, schaben oder ratschen ist, auch unter hoher Belastung.

Die mechanischen 5-Finger kratzen über das GORE-TEX PRO Laminat – das muss es aushalten.
Die mechanischen 5-Finger kratzen über das GORE-TEX PRO Laminat – das muss es aushalten.

Bekleidungsphysiologie

Für die Stretch-Technologie setzte Gore ein eigens entwickeltes Verfahren aus dem Bereich der Bekleidungsphysiologie ein. Ziel: die physiologischen Vorgänge im Körper bestmöglich unterstützen. Gore erklärt, sie haben Mannequins mit speziellen Widerstandsmessgeräten ausgestattet. Damit ließ sich untersuchen, wie dehnbar die Textillaminate bei welcher erforderlichen Zugkraft sind. Die Mannequins imitierten typische athletische Bewegungen, beispielsweise aus dem Klettern oder Bergsteigen. So haben die Produktspezialisten herausfinden können, wieviel und welche Art von Stretch nötig ist, um die Bewegungsfreiheit und damit den Tragekomfort spürbar zu verbessern.

Gore ist Aussteller der ISPO Munich in der Halle A1, Stand 404

Autor:
Eva Doll
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