ISPO Munich/10.10.2022

Outdoorbrands: Inklusion und Vielfalt werden großgeschrieben

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Es ist Bewegung im Markt, erst recht im Outdoormarkt: Neue Zielgruppen für Outdoormarken, die sinkende Kaufkraft auf Konsumentenseite, die Auseinandersetzung mit der Klima- und Umweltkrise – es sind viele große Themen, die die Branche betreffen. Auch auf der ISPO Munich haben Marken, Workshops und Programmhighlights dies widergespiegelt.

Inklusion, Vielfalt und neue Zielgruppen

Outdoor ist kein exklusiver Raum. Outdoor ist für alle da, oder soll zumindest für alle da sein. Was vor der Corona-Pandemie ein kleiner Trend in der Branche war, hat sich durch die Covid-Zeit beschleunigt. Rausgehen, in der Natur sein, egal ob auf einer Wanderung, bei einem Spaziergang mit dem Hund oder einer Gravelbiketour ist angesagt. Und das spiegelt sich auch im Kaufverhalten der Kunden wider. Die Zielgruppe “Outdoor” hat sich deutlich erweitert und damit das auch so bleibt, zeigten viele Aussteller auf der ISPO Munich 2022 inklusivere Produktlinien. Dies betrifft den Schnitt, genauso die Farbwahl, die Performance der Produkte aber auch die Marken-/Marketingkampagnen.

Megatrend Gesundheit spiegelt sich im Design wider

Beispiele hiefür sind die Aussteller Rab, Vaude, Lowe Alpine, Sasta und Schöffel. Die Lead-Designerin von Schöffel Irmgard Beck sagt: Neu ist, dass Bewegung in der Natur der Bewahrung oder Wiederherstellung mentaler Gesundheit dient und damit weit über klassische Sportmotive an Bedeutung gewonnen hat". Man greife daher in der Herbst/Winter Kollektion 23/24 im Design den durch die Pandemie verstärkten Megatrend „Gesundheit" auf. Beck: In der Kollektion interpretieren wir Gesundheit, Bewegung und Wellbeing neu. So setzen wir auf neue Technologien, kreative Denkweisen und eine mutige und gewagte Kollektionsgestaltung. Die Designsprache wird zudem klarer und fokussierter."

Auch die Marketingkampagnen featuren nicht nur extreme Expeditionen, sondern feiern das Schöne im alltäglichen. Hierfür stehen neben Schöffel beispielsweise Aussteller wie Jack Wolfskin oder Vaude. Auch der Anteil der vielseitig einsetzbaren Outdoorkleidung nimmt weiter zu. Auch aus einem Nachhaltigkeitsgedanken heraus muss es nicht mehr unbedingt die spezielle Wanderjacke und die extra Jacke zum Graveln sein, gute Performance bedeutet auch, dass Outdoor-Produkte vielseitig einsetzbar sind. Bei der Kollektion von Aussteller Houdini Sportswear ist dies beispielsweise von jeher der Grundgedanke.

Patagonia Worn Wear Tour
"Reparieren statt wegwerfen!" - Der Patagonia Repair Truck repariert alte Bekleidung
Bildcredit:
Patagonia

Reparaturmöglichkeiten werden mitgedacht

Der Themenkomplex Nachhaltigkeit und die Auseinandersetzung mit der Klimakrise gehören schon seit langem zur Outdoorbranche. Die Herausforderungen sind vielfältig: Klimaneutralität, faire und soziale Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette, faire Businessmodelle, aber auch der Aufbau zirkulärer Produktkreisläufe. Zu diesem Thema gehört beispielsweise auch der Punkt Reparierbarkeit und Reparatur.

So bringt Patagonia seinen Repair Truck. Jeder kann dort seine gewaschene Outdoorbekleidung kostenlos reparieren lassen. Bisher hat Patagonia in Europa auf der Wornwear Tour und in seinen Shops nach eigenen Angaben 17.000 Kleidungsstücke repariert. 

Bergans zeigt Produktlinien, die so designt sind, dass sie sich leicht reparieren lassen. Auch bei Ausstellern wie Vaude, Houdini oder Deuter ist das Thema Repair ein zentraler Baustein für mehr Langlebigkeit ihrer Produkte. Die Händler waren hier, genauso wie beim Thema Rücknahme/Recycling der Produkte, wichtige Partner und der Austausch auf der ISPO Munich war ein wertvoller Impulsgeber. Zum Thema gab es auch ein Panel von Outdoor-Händler Bergzeit, Recycle- und Rücknahmeexperte Soex und von Sneaker Rescue.

Maloja mit „historischem Stadl-Stand"

Fast schon legendär ist der sehr langlebige und damit ressourcenschonende Messe-Aufbau von Maloja. Die bayerische Outdoormarke setzt ihren Stand schon zum 33. Mal ein und bevor das Holzhaus zum Messe-Dauerbrenner wurde, diente es als  Holz-Stadl auf dem Hof einer Mitarbeiterin. „Das Alte ehren, das Neue gestalten, den eigenen Weg gehen", lautet dann auch passend dazu der Maloja-Slogan.

Stand von Maloja bei der ISPO Munich 2019
Bildcredit:
Maloja

Vibi Sefland mit spannendem Vortrag

Vibeke "Vibi" Sefland spricht als Markenbotschafterin des Ausstellers Aclima im Konferenzprogramm. Die Bergsteigerin bringt die beiden Themen Inklusivität und CSR zusammen und erzählt von ihren eigenen Projekten, bei denen sie es sich zum Ziel gesetzt hat, Expeditionen immer mit einer sozialen Komponente zu versehen. So bestieg dank ihrer Hilfe auch das erste Mal eine afghanische Frau den höchsten Berg Afghanistans.

Echte jury-erprobte Innovationen stellen beispielsweise Jack Wolfskin, Fidlock, Bergans mit Safeback und Halti aus. Alle Aussteller haben kürzlich einen ISPO Award gewonnen. 

Details dazu findet ihr hier. Und in den Gemeinschaftsständen der Scandinavian Outdoor Group und im Outdoor Sports Valley der französischen Outdoormarken findet man viele Hersteller auf einen Schlag.