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Fähigkeiten, die du beim Laufen lernen kannst

LISTICLE | 21.09.2022

Laufen ist einfach. Die einfachste Bewegungsart überhaupt. Einen Schritt vor den anderen. Du brauchst wenig Ausrüstung, wenig Zeit und wenig Wissen (manche würden auch behaupten, wenig Talent). Aber es ist nicht immer leicht und so gibt es tausend Dinge, die du beim Laufen lernst. Hier habe ich zunächst 7 für dich.

Diese Fähigkeiten kannst du beim Laufen lernen

  1. Du kannst mehr, als du glaubst!
  2. Durchatmen und durchstarten
  3. Große Ziele erreichen
  4. Zielgerichtet arbeiten
  5. Flexibel sein
  6. Wenn es Ernst wird, hast du das Schlimmste schon geschafft
  7. Schönreden

Laufen ist gut für dich und deine Gesundheit. Denn es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass Laufen nicht für deine Fitness eine gute Sache ist, sondern auch für deine mentale Gesundheit. Wenn du dabei noch etwas für den Alltag mitnimmst, kannst du davon nur profitieren!

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Du kannst mehr, als du glaubst!

Besonders Laufeinsteiger*innen trauen sich wenig zu. Laufen? Puh, das ist anstrengend. Oft ist das aber nur eine Frage des Tempos. Jemand, der mit dem Laufen beginnt und sich zwingt extrem langsam loszulegen, wird sich schon nach dem ersten Training feiern, weil er/sie viel weiter gekommen ist, als gedacht.

Und auch bei Fortgeschrittenen zeigt sich immer wieder: Mit einem Plan, Geduld und dem richtigen Rennen, geht viel mehr als vermutet. So kommen auch Späteinsteiger zu unverhofften Erfolgen.

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Durchatmen und durchstarten

Der Mix bringt den Erfolg! Viel schneller und deutlicher als im Job oder im Alltag merkst du beim Laufen, wie wichtig auch Pausen sind. Wenn du immer nur Vollgas gibst, bist du müde, ausgelaugt und verletzt oder erkältest dich.

Dann wird es nichts mit dem nächsten Ziel. Daher ist es wichtig, sich Pausen zu gönnen und diese aktiv einzuplanen. Periodisierung ist angesagt, also das bewusste Planen von Be- und Entlastung.

Das gilt im Spitzen- wie auch im Freizeitsport und natürlich in allen anderen Lebensbereichen auch. Ein Beispiel für jemanden, der 3-mal pro Woche läuft, wäre etwa: Einen lockeren Dauerlauf, einen langen Dauerlauf und eine anstrengende Tempobelastung zu machen. Jeweils mit 1-2 Tagen Pause oder anderem Sport dazwischen. So hat man Regenerationsphasen und Zeit für Anpassung.

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Große Ziele erreichen

Ausdauersport ist immer auch Kopfsache. Wenn du dein Training beginnst und dir etwas Neues vorgenommen hast oder sogar einen Wettkampf laufen möchtest, weißt du nie, was passiert. Nur, dass es vermutlich hart wird.

Das ging mir auch immer so: An der Startlinie stehen und 42 km mit fast 20 km/h durch Berlin rennen?! Was? Niemals! Und doch funktioniert das, wenn man eben nicht an die komplette Strecke denkt, sondern sich mit der Salami-Taktik vorarbeitet.

Stück für Stück, Kilometer für Kilometer, Scheibe für Scheibe. Fühlst du dich mies, denk nur daran, dass du es bis zur nächsten Hausecke definitiv schaffst. Und dann bis zu der Stelle, wo deine Freunde dich anfeuern. Und dann bis zur nächsten Zwischenmarke.

So kommst du immer weiter vorwärts und merkst plötzlich, dass du dein Zwischentief überwunden hast und es wieder rollt. Mit der gleichen Taktik habe ich übrigens auch mein Physik-Studium gepackt. Da gab es ebenfalls ein paar Zwischentiefs. Diese Strategie hilft also nicht nur beim Laufen.

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Zielgerichtet arbeiten

Wenn du wirklich erfolgreich deine Ziele erreichen möchtest, egal wo, dann brauchst du einen Plan. Du musst herausfinden, welche Belastung du dir wann zumuten willst und wann die Pausen anstehen. Das haben wir bei Punkt 2 schon gesehen.

Wichtig ist aber auch die generelle Planung. Wann steht welches Ziel an? Was muss ich dafür wann trainieren? Wie viel Zeit habe ich, was kann, was will ich investieren?

Möchte ich zum Beispiel einen Halbmarathon rennen, muss ich mich zunächst fragen, wie mein derzeitiger Trainingszustand ist. Packe ich schon 10 km am Stück oder nicht? Wenn ja, wie schnell? Dann plane ich von dem Zeitpunkt des gewünschten Halbmarathons rückwärts: eine Woche vorher tapern, also nur noch wenig trainieren.

Dann einen Testwettkampf 10 Tage bis 2 Wochen vor dem großen Rennen. Am besten einen 10er. Auch für diesen sollte ich schon etwas erholt sein, also kurz vorher nicht zu viel ballern. Und so sollte ich einen groben Fahrplan bis zu meinem heutigen Tag erstellen.

In diesen sind auch Ferien und besondere berufliche oder familiäre Herausforderungen zu integrieren und dann geht’s weiter mit Punkt 5…

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Flexibel sein

Ein Plan ist gut, ein Plan ist wichtig. Dennoch läuft es selten wie gewünscht. Weder im Job, noch beim Sport.

Vielleicht ist es beim Sport manchmal sogar krasser, denn mit einer kleinen Erkältung kannst du meist auf der Arbeit noch top performen, aber deine volle sportliche Leistungsfähigkeit kannst du dann nicht abrufen. Ich habe mal versucht.

Mit einem mini Schnupfen einen Crosslauf zu machen. Keine gute Idee … und besonders, weil Laufsport oft draußen stattfindet und niemand bei Wind und Regen so schnell läuft, wie bei 12 Grad und Sonnenschein, benötigen wir immer einen Plan B. (und C und D und …)

Ich empfehle dann folgende Sicht auf die Dinge: Wenn du dich nicht ärgern kannst, wenn etwas nicht klappt, dann hast du nicht genug Ehrgeiz für große Ziele und wenn nicht häufiger etwas daneben geht, dann kannst du dich auch nicht so extrem darüber freuen, wenn es denn dann endlich geklappt hat.

Warum verdammt sollte sonst überhaupt jemand Marathon laufen? Es gibt wahrlich leichtere Dinge im Leben.

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Wenn es Ernst wird, hast du das Schlimmste schon geschafft

Egal, ob vor einer wichtigen Prüfung oder vor einem Rennen: Das, was vorher war, hat viel länger gedauert und war viel härter, als das, was jetzt noch kommt.

Sich Prüfungsstoff einzuprägen, immer und immer wieder, oder Kilometer fressen immer und immer wieder und bei jedem Wetter. Puh, das kann nerven.

Verglichen damit ist doch dann das, was noch kommt, vergleichsweise harmlos. Na klar wird es hart, na klar weißt du nicht, was kommt.

Aber dann wendest du Punkt 3 an und kommst da durch. Und hey: immer daran denken, dass du ganz ähnliche Situationen schon erfolgreich gemeistert hast.

Diese Prüfung dürftest du nicht ablegen, wenn du nicht schon 10 andere bestanden hättest und diesen Marathon könntest du nicht laufen, wenn du nicht erfolgreich den Laufeinstieg und später deinen ersten Halbmarathon gepackt hättest. Du kannst es also!

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Schönreden

Vielleicht hast du mich schon ertappt. Vielleicht hast du schon gemerkt, dass meine Taktik oft ist, sich schwierige Dinge schönzureden.

Läufer*innen sind immer auch Meister des gepflegten Selbstbetrugs. Regnet es? Geil, endlich wieder Kind sein und durch die Pfützen springen. Es wird früh dunkel? Super, endlich kann ich meine neue Stirnlampe ausprobieren. Ich habe mich verlaufen? Mega! Wieder Bonuskilometer gemacht. Ich wette, euch fällt in dieser Reihe noch einiges mehr ein.

Laufen ist einfach der Knaller. Warum? Darauf hat jeder seine eigene Antwort. Auf jeden Fall gibt es vieles, was wir vom und beim Laufen lernen und sei es nur, ab und zu den Kopf auszuschalten und an gar nichts zu denken. Denn auch das funktioniert prima, wenn man gemütlich durch die Landschaft joggt.

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