Autor:
Martina Wengenmeir

Welcher Van passt zu welchem Sportler?

Mein Camper und ich: So klappt’s mit der Liebe

Es ist eine Beziehung fürs Leben: Wer sich einmal fürs Vanlife entscheidet, will nie mehr aufhören. Kein Wunder, denn auf der Suche nach neuen Spots bieten Wohnmobile, Vans und Co. viel Freiheit, Flexibilität und jede Menge Nähe zur Natur. Doch welcher Camper passt zu welchem Sportler? ISPO.com zeigt dir, wie du dein perfect match im Camping-Business findest!

Mountainbiking und Vanlife gehören irgendwie zusammen

Der eigene Camper ist wie ein Partner, mit dem man viele Erinnerungen schafft und teilt. Wie jede Partnerschaft sollte auch diese möglichst lange halten. Dafür ist genau zu überlegen, was zu den eigenen Bedürfnissen passt. Welches Fahrzeug ist das richtige für welchen Sport? Und was gibt es sonst bei der Wahl eines Campers zu bedenken? Anders als beim Dating swiped nach nicht nach rechts, sondern macht sich im Vorfeld Gedanken: Welche Bedürfnisse habe ich beim Campen? Je mehr Gedanken man sich vor der Anschaffung macht, desto besser. So bleibt der Beziehungsstatus auch auf Reisen “glücklich verliebt” und mutiert nicht in Windeseile zu “es ist kompliziert”.

Surf-Begleiter: Mit dem Van direkt am Surfspot

Für Camper ohne DIY-Talent

Die Anschaffung eines eigenen Campers ist eine Riesen-Investition, die gut überlegt sein will. Am besten lässt sich wohl ein Fahrzeug planen und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen, wenn man es selbst ausbaut. Allerdings ist leider auch nicht jeder mit dem nötigen handwerklichen Geschick ausgestattet. Deshalb gibt es auch modulare Lösungen, die sich in Fahrzeuge einsetzen lassen. Und viele Camping-Modelle bieten auf dem großen Van-Markt unterschiedliche Ausstattungen und Grundrisse an, die man nach den eigenen Präferenzen konfigurieren kann, selbst ohne DIY-Händchen oder mit Zeitmangel für den Ausbau eines eigenen Vans. Ob mit Küche oder ohne, mit wie vielen Betten und wie diese angeordnet sind, kann dabei bei einem neuen Van jeder selbst entscheiden. Und auch gebrauchte gibt es dementsprechend in unterschiedlichen Ausstattungen zu kaufen.

Duschen drinnen oder draußen? Mit eigenem Bad im Camper je nach Jahreszeit flexibel gestaltbar

So klein wie möglich, so groß wie nötig

Weitere Entscheidungsmöglichkeiten bieten unterschiedliche Modelle und Längen des Campers. “Bei der Fahrzeugwahl gilt immer die Regel so klein wie möglich und so groß wie nötig”, meint Janik Steiner von Sunlight. Die junge Marke der Hymer-Gruppe zielt speziell auf die Bedürfnisse abenteuerlustiger und sportaffiner Camper ab. 

Wer schon mal mit einem großen Fahrzeug durch eine enge und steile Gasse im Süden Europas gezirkelt ist, oder mit einem langen Radstand bei Schnee und Eis unterwegs war, der weiß wohl genau, was gemeint ist. Kleinere Fahrzeuge fahren sich eher wie ein Auto und sind auch angenehmer zu steuern, wenn Offroad-Fähigkeiten oder Manövriergeschick gefragt sind. 

Vor allem bei Sportarten, bei denen man entlegene Spots anfährt und so nahe wie möglich an die Wand oder den Strand möchte, etwa beim Klettern oder Surfen, sind Camper Vans mit kürzeren Radständen und gegebenenfalls sogar mit Allrad größeren Reisemobilen vorzuziehen. Wem Allrad ein zu großer Kostenfaktor ist, dem hilft vielleicht in der Entscheidung, dass mit etwas Fahrkönnen und Übung sowie der richtigen Bereifung und dem richtigen Luftdruck sich die allermeisten Wege befahren lassen.

Drei ist ne Party oder zu wievielt bin ich meist unterwegs?

“Wenn man auch viel bei schlechtem Wetter unterwegs ist, sollte man sich auch gemeinsam im Innenbereich wohlfühlen. Durch die Stehhöhe, Geräumigkeit und dass man das Bett nicht auf- und abbauen muss, ist das für zwei Personen in allen unseren Fahrzeugen kein Problem”, erzählt Jannik Steiner. Tatsächlich sind die meisten Sportler auch zu zweit unterwegs oder tun sich mit mehreren Fahrzeugen zusammen.

Die Sunlight-Fahrzeuge haben alle eine Vier-Personen-Zulassung, sind also auch mit vier Gurtplätzen ausgestattet. “Wenn es dann mehr Personen sind, dann sollte man genauer darauf achten, aber wenn alle mitreisenden Personen auch bequem am Tisch Platz finden, ist hier schon viel gewonnen.” In einigen Fahrzeugen lassen sich Schlafbereich und Wohnbereich auch durch eine Türe voneinander trennen, wenn man seine Ruhe will oder die Kinder ins Bett müssen. 

Verbringt man allerdings viel Zeit drinnen, etwa wenn man im Winter zum Skifahren oder Snowboarden unterwegs ist, ist es deutlich angenehmer, wenn ein bisschen Platz vorhanden ist. Hier ist man dann oft besser mit einem Reisemobil anstelle eines Vans beraten, das drinnen mehr Platz bietet. 

“Mit ein wenig Zubehör, wie etwa Dachbox oder Fahrradträger, kann man eigentlich fast mit jedem Fahrzeug alles machen.” Dabei kommt es weniger auf die Sportart(en), sondern mehr auf die Personenzahl und die persönlichen Vorlieben der Camper an. Denn oft geht es auch um die Optik, den Preis und die Verfügbarkeiten der Modelle.

Größere Kategorien für Familien und Multisportler

Klar ist, ein gewisser Minimalismus gehört beim Thema Vanlife dazu. Auf was

man im Urlaub gut verzichten kann und was man auf gar keinen Fall missen möchte, das liegt auch an der persönlichen Perspektive. Natürlich betrifft das auch, was man alles einpackt, aber grundsätzliche Überlegungen gehen eher beim Fahrzeug los. Denn es muss ja auch alles, was eingepackt werden will, im Camper seinen Platz finden. 

Hierbei sind nicht nur unterschiedliche Längen der Camper möglich, Fachleute unterscheiden auch zwischen Camper Vans, auf Basis ausgebauter Kastenwägen Ansonsten spricht man von Reisemobilen, die es integriert und teilintegriert gibt, die mehr Stauraum bieten und zum Beispiel auch mit Alkoven weitere Schlafplätze bieten. 

Campervans haben den Vorteil, mehrheitlich sehr variabel, etwas kleiner und auch sportlicher zu sein, aber gleichzeitig für eher lange Ausrüstung, wie Longboards genügend Platz zu bieten, da sie einfach unterm Bett durchgeladen werden können, wo der meiste Stauraum vorhanden ist.

Gerade bei teuren Mountainbikes und Rädern ist es den meisten wichtig, dass diese auch im Fahrzeug transportiert und gelagert werden können. Bei den meisten Reisemobilen ist das ohne Problem möglich, bei den meisten Camper Vans aber auf Grund der Höhe nicht. “Aber nach dem Credo nichts ist unmöglich, kann man auch das Bett im Camper Van höherlegen, damit die Fahrräder unterm Bett verstaut werden können, was viele unserer bike-affinen Kunden machen”, so Jannik Steiner über die Flexibilität beim Camping. Genauso gibt es Camper Vans mit viel Heckraum und auch Reisemobile mit einer eher kleinen Heckgarage. Ein Probetrip mit Ausrüstung schadet also auf keinen Fall.

Bei Reisemobilen lassen sich bequem mehrere Bikes in der Heckgarage verstauen

Je mehr Ausrüstung, desto mehr Stauraum

Unterm Strich gilt: je mehr Ausrüstung, desto mehr Stauraum. Habe ich viel und sperriges Equipment, zum Beispiel immer drei Räder oder Ausrüstung für unterschiedliche Sportarten dabei, rentiert es sich, größere Campervans anzuschauen oder über eine größere Lösung in Form eines Reisemobils nachzudenken. Denn so geht weniger Zeit mit Organisieren, Umpacken und Verstauen drauf und mehr Zeit für sportliche Abenteuer hat.  “Man muss zum Beispiel nicht immer die Lenker drehen und die Pedale abschrauben um die Bikes einzuladen”, erklärt Steiner. 

Die Länge der Reise spielt bei der Größenauswahl meistens eine eher geringere Rolle. “Die meisten Sportler sind zu zweit in einem Fahrzeug unterwegs oder tun sich dann mit mehreren Campern zusammen.” Und muss man zwischen Sommer- und Winterklamotten und Ausrüstung wechseln, liegt meistens ein Zwischenstopp zuhause gemacht.

Zu zweit beim Kitesurfen & Campen

Auch bei mehrköpfigen Familien ist es im Campervan eher kuschelig und manche sind einfach auch nur auf zwei Personen ausgelegt. Aber auch hier gibt es Lösungen, vor allem bei längeren Modellen über sechs Metern, wie etwa Stockbetten oder ein Aufstelldach, das mit einem Doppelbett auf dem Dach zusätzlichen Schlafplatz bietet, tagsüber aber wieder verschwindet. 

Bei Reisemobilen gibt es ebenfalls unterschiedliche Schlaflösungen, etwa Alkoven, also die Beulen über dem Fahrerhaus, die man von klassischen Wohnmobilen kennt. Oder zusätzliche Schlafplätze werden durch Hubbetten erreicht, die nachts heruntergelassen werden und unter tags wieder in der Decke verschwinden. Also auch was die Schlafplätze angeht, gibt es vielfältige Lösungen, die je nach persönlichen Vorlieben gestaltet werden können.

Beliebtes Schlaf-Set-Up für zwei mit Meerblick

Keine Feuchtigkeit im Innenraum

Bei der Entscheidung, ob Reisemobil oder Camper Van, spielt auch die Lagerung von nassem, sperrigen oder dreckigem Equipment eine Rolle. Habe ich nasse Bretter oder Kites, die ich nicht im Innenraum lagern will, ist ein Fahrzeug mit Heckgarage die bessere Wahl, denn die ist getrennt vom Hauptraum. “Das ist vor allem auch ein Punkt, der im Winter eine Rolle spielt. Beim Skifahren und Snowboarden will ich ja nicht das Tauwasser von den Brettern und damit die Feuchtigkeit im Innenraum meines Fahrzeugs haben.” 

Wer dennoch nicht auf ein großes Reisemobil gehen will und lieber mit dem Camper Van unterwegs ist, dem empfiehlt Steiner hier eine separate Aufbewahrungsbox. 

Neos oder nasse Kleidung lassen sich meistens leicht im Bad des Fahrzeugs über Trockenstangen aufhängen und trocknen, selbst wenn es draußen regnet oder kalt ist.

Bei allem Platz und Stauraum ist immer wichtig, auf das Gesamtgewicht des Fahrzeugs zu achten. In verschiedenen Ländern gelten unterschiedliche Regularien, welcher Führerschein für welches Gewicht benötigt wird. Wer mit mehreren Personen und mit viel Equipment unterwegs ist, sollte darauf auf jeden Fall achten und auch die Bestimmungen im Zielland checken, bevor es losgeht.

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Martina Wengenmeir
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