ISPO Open Innovation-Tester prüfen neue GORE-TEX PRO Textiltechnologien

Das neue GORE-TEX PRO im Härtetest: 5 Alpinisten sagen ihre Meinung

Fünf erfahrene Bergsportler prüften im ISPO Open Innovation Produkt-Test die neuen GORE-TEX PRO Technologien des Membranspezialisten W.L. Gore. Die Tester kannten gerade bei extremen Wetterlagen mit sich und ihrem Material keine Gnade. ISPO.com gibt einen Einblick in ihre Ergebnisse.

Die neue GORE-TEX PRO Jacke im Test
Ein Wegbegleiter gemacht für härteste Outdoorbedingungen: Die neue GORE-TEX PRO Jacke im Test.

Ab kommendem Herbst gibt es für Outdoor Enthusiasten gleich drei neue GORE-TEX PRO Bekleidungstechnologien. Gemacht für extreme Anforderungen, sollen sie jeweils noch robuster, atmungsaktiver und zudem elastisch sein.

NEU ist auch: die drei Technologien sind kombinierbar. So könne man sie in der Bekleidung genau da einsetzen, wo sie aufgrund ihrer jeweiligen Kerneigenschaften die bestmögliche Performance bieten.

Im Fall der Testjacke bedeutet das: verbesserte Atmungsaktivität an Rumpf und Ärmeln durch die GORE-TEX PRO most breathable (maximal atmungsaktiv) Technologie und den nötigen Stretch für maximale Bewegungsfreiheit am Rücken durch die GORE-TEX PRO Stretch Technologie.

Wie performte die neue GORE-TEX PRO Jacke entwickelt für extremen, zuverlässigen Wetterschutz?

Testerin Andi prüft die Elastizität der GORE-TEX PRO Jacke.
Testerin Andi prüft die Elastizität der GORE-TEX PRO Jacke.

Erste Eindrücke der Tester:

  • Die neue GORE-TEX PRO Stretch Produkt Technologie ist unglaublich flexibel. Diese Technologie ist im Rückenteil der Jacke eingearbeitet, wo sie eine hervorragende Bewegungsfreiheit ermöglicht.“
  • „Die Jacke fühlt sich an wie eine GORE-TEX-PRO Jacke – steif, aber sehr komfortabel.“
  •  „Beeindruckend, wie das neue GORE-TEX PRO Material vor Ort performte – zumal es sich insgesamt leichter anfühlt als die Vorgängerversion."
  • "Auch bei schnellem Klettern und unter gegebenen Wetterbedingungen reguliert die Jacke die Temperatur perfekt. Auch ohne die Unterarmventilationen zu öffnen."

1.Carlos unterwegs in Norwegen bei extremem Wind, Feuchtigkeit und starker Kälte

Sein Testgebiet: Hemsedal in Norwegen während eines Lawinenausbilderkurses. „Hemsedal ist das Gebirge direkt hinter der Hardangervidda, der höchsten und breitesten Gebirgsebene Europas.“ erklärt Carlos. Dort im Winter auf Expeditionen zu sein, kommt für ihn einer richtigen Polarexpedition am Nächsten.

Die vorherrschenden Testbedingungen: Mountain Guide Carlos berichtet von mildem und feuchtem Klima im Tal, auf über 1000 Metern von extremem Wind um 24 bis 26m/s und noch stärkeren Böen bei -15 Grad Celsius.

Carlos Fazit nach den ersten Testtagen: „Nach einigem Experimentieren ist die Kombi aus dem neuen GORE-TEX PRO-Material und einem Wollnetz-Baselayer unter einer soliden Baselayer-Schicht eine Gewinner-Kombination für hochintensive Aktivitäten unter rauen Bedingungen für mich. Das neue GORE-TEX PRO Material transportiert den Schweiß besser ab – auch verglichen mit der zur Jacke getragenen Drei-Lagen-Hose.“

Weiter geht’s ins Tal von Voss. Dort: starker Regen und ungewöhnlich warm, bei 2 bis 3 Grad. Im breiten Hochgebirgsgelände Temperaturen von - 4 bis - 9 bei sehr starkem Wind mit Schneepartikeln. Der Lift lief bei unangenehmer Nässe langsam.  

Carlos erlebt harte Bergtage beim GORE-TEX Pro Testing
Carlos erlebt harte Bergtage: optimal zum Prüfen der Material-Schutzfähigkeit gegen extremen Wind, Kälte und Feuchtigkeit.

Schutzkraft der neuen GORE-TEX PRO Jacke beeindruckend

„Das Gefühl, nass und dem Wind und der Kälte ausgesetzt zu sein, war extrem unangenehm. Was die Schutzkraft der neuen GORE-TEX PRO Jacke betrifft, war ich wieder einmal beeindruckt.“ Zwischen seiner Hose und der Testjacke sei ein beträchtlicher „Verhaltensunterschied“ gewesen. Auf der Hose sei die Feuchtigkeit geschwommen und habe sich an einigen Stellen störend gesammelt. An der Jacke perlte Feuchtigkeit in Form von Wasser und Schnee einfach ab, nichts blieb haften.

Allerdings habe er an einem Tag den Eindruck gehabt, dass etwas Wind und Feuchtigkeit durch den Reißverschluss drang oder von unten hoch kam - das müsse er in den nächsten Wochen genauer beobachten, um es 100-prozentig sagen zu können.

Carlos resümierte: „Nach insgesamt sieben rauen Testtagen kann ich zweifellos sagen, dass das GORE-TEX PRO noch höhere Schutzkraft gegen die schwierige Kombination von Feuchtigkeit, Wind und Kälte hat, als die bereits sehr gute Vorgängerversion.“ Auch in Anbetracht der Gewichtsersparnis und des merklich geringen Packvolumens sei die Jacke eine Premium-Wahl für intensive Berg-Tage.

2. Kletterin Andi bei wechselhaftem Wetter Richtung Fels unterwegs

Die Testbedingungen beim Felszustieg beschreibt Andi als Wechselbad. Stürmisch - nass - kalt – sehr warm. Mit 80 km/h Wind, Regenschauern, dazwischen immer mal kurz Sonne.

Ihr Eindruck während des Zustiegs: „Die Jacke macht jede Bewegung mit, die Steifheit des Materials stört überhaupt nicht und auch das Rascheln hält sich sehr in Grenzen. Wow - hier hat sich einiges getan seit der Einführung der ersten GORE-TEX PRO Bekleidung!“  

Das Material „atme“ spürbar, was für die Klettertrainerin und ehemalige deutsche Meisterin im Speedklettern vor allem bei abwechselnden Anstrengungen und darauffolgenden kurzen Pausen bei starkem Regen und Wind deutlich wurde. Trotz langem Zustieg mit schwerem Rucksack und viel Gestrüpp habe sie sich keine Sorgen gemacht – das robuste Material steckte einiges weg.

Flexibilitäts-Test am Fels: So viel Stretch gab es noch nie

    

Die neue GORE-TEX PRO Jacke beim Mixed Klettern getestet
Andi testete die neue GORE-TEX PRO Jacke beim Mixed-Klettern auf Herz und Nieren, sowie auf die Bewegungsfreiheit

 „Am meisten hatte ich mich auf die neue "GORE-TEX PRO Stretch Produkt Technologie“ gefreut. Eine Innovation, die mich absolut glücklich macht. So viel Stretch gab es noch nie! Im Rückenteil der Jacke ist das neue Material großflächig verarbeitet und macht einen super Eindruck. Ich habe die Jacke beim Klettern auf ihre maximale Flexibilität getestet und bin begeistert. Das Material bringt Leistung auf den Punkt!“

3. Calums Materialtest auf hartem Schnee

Gegebenheiten: Calum ist unterwegs im schottischen Winterwetter mit extremem Wind (Böen mit 190 km/h): zum Winterklettern. Und er unterrichtet Winter-Skills wie Eisklettern - die Jacke war auch dort dabei.

„In dieser Saison habe ich viele extrem harte Névé gefunden (ganz hart gefrorener Schnee), an denen ich die Fixierung der Eispickel lehren kann. In der Vergangenheit habe ich es geschafft, eine Hardshell-Jacke in einer einzigen Session zu zerstören. Wenn man schnell auf hartem Schnee rutscht, sind sie schnell abgenutzt.“

„Nicht ein einziger Kratzer oder eine Schramme“

Der Schotte sagt über die GORE-TEX PRO Jacke: „nachdem ich mehrere Stunden lang auf der Vorder- und Rückseite durch harten Schnee gerutscht und über die scharfe Klinge meiner Axt gerollt bin, sieht die Jacke genauso gut aus wie damals, als ich sie aus der Schachtel genommen habe. Nicht ein einziger Kratzer oder eine Schramme“.

Was Calum auch noch über die GORE-TEX PRO Jacke sagt:

  • Er verschwende keine Zeit mehr damit sich zu fragen, ob es angenehmer wäre, eine Softshell zu tragen. Er ziehe einfach die Jacke an und laufe los. Mit dem Wissen, dass sie den Wind beim Einsteigen abhält und ihn beim Klettern trocken hält.
  • Er habe auch nie das klamme Gefühl erlebt, das er sonst vom Tragen einer Hardshell auf nackten Armen kenne.

Sein Fazit: „Insgesamt bin ich von der Jacke schwer beeindruckt. Sie hat eine ganze Reihe von schottischen Kletter- und Winterkursen überstanden, und es werden noch mehr kommen.“

Die GORE-TEX Pro Jacke im Test beim Winterklettern in den Cairngorms.
Winterklettern in den Cairngorms: Für Calum habe die Jacke ihren Job hervorragend erledigt.

4. Jadey bei endlos sinnflutartigen Regenfällen in den Highlands unterwegs

Testbedingungen: Jadey nahm die Jacke für zwei Wochen mit in die schottischen Highlands. Bei endlosen, starken Regenfällen und ungemütlichen Windstärken von 70-80 km/h war sie in den Torridon Hills zum Hiken und Biken unterwegs.

„Die Atmungsaktivität war für mich das herausragende Feature“

„Die Atmungsaktivität beim Hiken war ausgezeichnet – ich würde sie als die bis jetzt Beste in einer Premium GORE-TEX PRO Jacke bezeichnen. Ich habe mich absichtlich etwas "zu warm" gekleidet: Aber trotz des anhaltend schnellen Auf- und Abs der Bergpfade um die Torridon Hills hat sich nicht ein einziges Mal innere Kondensation oder Schweiß entwickelt. Ein bisschen Entlüftung durch die Pits oder den Frontreißverschluss war alles, was man an den steilen Stellen brauchte.“

5. Karl prüft Robustheit und Rucksacktauglichkeit

Angegebene Testbedingungen: zweitägige Skitour in den Schweizer Bergen, 20 kg schwerer Rucksack, Biwak und am nächsten Tag ein Gipfel mit ziemlich anspruchsvollem Grat und gemischter Kletterei. Es war an beiden Tagen bitter kalt (bis -20 Grad) und sehr windig.

Der Aufstieg mit Skiern und dem schweren Rucksack war für die Jacke kein Problem, sagt der studierte Geologe und erfahrene Alpinist. Der Rucksack scheuert normalerweise schnell durch die Schulterpartie. An dieser Stelle sei während seiner letzten Expedition in Pakistan (übrigens die Besteigung des Gasherbrum II; 8034m ohne Sauerstoff) sein altes Hardshell kaputt gegangen. „Der Stoff war einfach nicht stark genug für solch eine schwere Last. Aber bei dieser Jacke habe ich aufgrund der Beschaffenheit des Außenmaterials das Gefühl, dass sie nicht zu sehr scheuert. Das Material ist sehr robust und bewegt sich kaum unter den Schultergurten des schweren Rucksacks.“

So verhält sich die GORE-TEX PRO Jacke für Karl auch:

  • Bewegung in alle Richtungen sei trotz schwerem Rucksack kein Problem. Der dehnbare Teil im Rücken sei unauffällig. Die Jacke dehne sich dort, wo sie soll und folge allen Bewegungen.
  • Auch bei schnellem Klettern und unter gegebenen Wetterbedingungen reguliere die Jacke die Temperatur perfekt. Auch ohne die Unterarmventilationen zu öffnen.
  • die Jacke speichere die Wärme im Vergleich zu seiner alten PRO-Hardshell besser.

Schlussfazit von Karl: „Nach 500 km auf Skitouren, 13.000 m Höhe, drei Wasserfällen und 10 Berggipfeln und nicht einer Sekunde des Mitleids, ist die Jacke für mich perfekt. Bis auf das Patch, das sich letztlich final gelöst hat.“

Ergebnis nach dem ersten Waschen: der Außenstoff behält seine Imprägnierung auch nach der Wäsche. Selbst nach vier Stunden in starkem Regen sei keine Feuchtigkeit durch die Jacke gedrungen.

Kommentare