Direkt zum Inhalt
Spezial

Ausgefallen, aber authentisch: Das perfekte Foto

  • Silvia Koch
  • 28. Juni 2019

Am 16. Juli 2010 postete Instagrams CEO und Mitbegründer Kevin Systrom das erste Foto auf Instagram. Bis heute wurden über 40 Milliarden Fotos geteilt. Fotografieren ist für viele User ein Bestandteil ihres Alltags - eine Art Lifestyle. Soziale Medien sind eine Konkurrenz-Arena um das beste Foto, die meisten Likes und die meisten Follower. Franz Sußbauer hat Tipps für euch, wie euch ein optimales Landschaftsfoto gelingt. 


Franz Sußbauer ist ein ruhiger Charakter. Er wirkt freundlich und zurückhaltend. Nicht so, als wolle er gerne im Mittelpunkt stehen. Doch wenn er über Fotografie spricht, ist deutlich zu spüren, dass diese Kunst seine Leidenschaft ist. Eigentlich ist er Architekt, doch mit seinen Fotos hat er es inzwischen zum Halbprofi und zu einigen Ausstellungen gebracht. Angefangen hat er wie jeder Hobbyfotograf: aus Spaß am (Outdoor-)Motiv. Für euch hat er sechs Tipps, wie das perfekte Landschafts-Foto gelingt.

1. Zeigt das, was ihr auch wirklich zeigen wollt

Auf einem Foto soll immer das im Vordergrund stehen, was ihr auch wirklich präsentieren wollt. Wenn das Motiv zu klein ist, wart ihr möglicherweise zu weit weg. Die Devise heißt, bewegt Euch! Probiert aus, welcher Blickwinkel, welche Entfernung die beste ist. Mit der Zeit werdet ihr einige Positionen entdecken, die immer wieder gut funktionieren. 

Wenn du ein Feuer zeigen möchtest, dann sollte man auch sehen, dass es brennt.
Bildcredit: Franz Sußbauer

Bei dem oberen Bild liegt der Fokus auf den Farben des Himmels. Der Rauch des Feuers ist eher im Hintergrund und kaum erkennbar. Bei dem folgenden Foto ist nicht nur die Bildstimmung eine andere, sondern auch ganz klar der Fokus auf dem Thema des Bildes: Ein Brand mitten in der Stadt.

Auf diesem Foto wird die Situation deutlich: Der schwarze Rauch eines Brandes springt direkt ins Auge.
Bildcredit: Franz Sußbauer

Den Brand fotografierte Franz Sußbauer auf einer Reise durch die Karibik. Das Bild entstand in der Landeshauptstadt Kubas, Havanna. Die folgenden Bilder wurden in einer ländlichen Gegend von Kuba aufgenommen.

Bildcredit: Franz Sußbauer

Der Vergleich könnte nicht deutlicher sein: Das erste Foto wurde mit einer Halbtotalen aufgenommen. Auf dem zweiten Bild ist das Tier im Vordergrund. So wird deutlich, um was es geht, und das Foto wirkt gleichzeitig lebendiger. 

Bildcredit: Franz Sußbauer

2. Es ist egal, welche Kamera du hast

Hauptsache, du hast irgendeine! Auch mit dem Handy lassen sich hervorragende und ausdrucksstarke Bilder machen. Wichtig ist nur, dass die äußerlichen Bedingungen stimmen. Nur nachts wird es mit den meisten Handykameras noch schwierig. Das Bildrauschen ist dann zu stark.

3. Macht euer Bild interessant

Versucht euer Foto irgendwie besonders zu machen. Eine einfache Möglichkeit ist, eine besondere Position einzunehmen. Fotografiert euer Motiv doch mal im Liegen, Knien, in der Hocke oder klettert irgendwo rauf. Ein paar Blätter im Vordergrund lassen ein Bild oft lebendiger wirken.

Bildcredit: Franz Sußbauer
Dasselbe Motiv, doch ein völlig anderes Foto. Auf dem ersten Bild sind die Drei Zinnen in den Dolomiten aus einer Standard-Perspektive fotografiert. Das zweite Foto hat eine andere Wirkung. Durch die Spiegelung im Wasser, die der Fotograf durch eine andere Perspektive einfangen konnte, wirkt das Foto aufregend. 
Bildcredit: Franz Sußbauer

4. Tipp für Anfänger: Nur mit einer Brennweite arbeiten

Wenn es doch teureres Equipment sein soll, empfiehlt Sußbauer Anfängern einen Monat lang nur mit einer Brennweite zu arbeiten. Zum Beispiel mit einer Brennweite von 50 mm oder 100 mm. Die Idee dabei: Der Fotograf wird so kreativer, weil er sich bewegen muss.

5. Zwischen 10 und 3 haben Fotografen frei

Dieser Merksatz gilt hauptsächlich für die Landschafts-Fotografie. Morgens und abends lassen sich einfach die interessanteren Lichtstimmungen einfangen. Wenn mittags die Sonne am höchsten steht, hält der erfolgreiche Fotograf für gewöhnlich Siesta. Bei dem folgenden Bild wird die Bedeutung der richtigen Uhrzeit deutlich.

Franz Sußbauer weiß aus eigener Erfahrung: Wer das perfekte Lichte einfangen möchte, der muss auch mal um 3 Uhr morgens aufstehen, um rechtzeitig am Foto-Spot anzukommen. Der ehrgeizige Fotograf hat sogar schon auf einer Isomatte in den Bergen übernachtet, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen.

Landschaftsfotografie hängt nicht nur vom Wetter, sondern auch von der Uhrzeit ab. Diese Lichtstimmung bestätigt die Faustregel: Zwischen 10 und 3 haben Fotografen frei.
Bildcredit: Franz Sußbauer

6. Wenn die Sonne lacht, nimm Blende Acht

Das Sprichwort kommt noch aus der analogen Fotografie, als alles manuell eingestellt werden musste. Zur Blende acht wurden 1/125 Sek. Belichtungzeit bei 100 ASA (heute ISO) eingestellt und man hatte ein gut belichtetes Foto. Auch bei digitalen Kameras ist dieser Satz noch eine gute Richtlinie.