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Nachhaltig Wirtschaften und Produzieren im Sport Business

Nachhaltigkeit und umweltschonendes Wirtschaften spielen in der Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle. Das ist einerseits positiv, andererseits zeigt es die Dramatik der Situation: Erst die schlechten Nachrichten zu Klima, Armut und natürlichen Ressourcen sind es nämlich, die ein Umdenken erzwingen. Dass Nachhaltigkeit in der Sportbranche weit mehr bedeutet als ökologisch produzierte Ausrüstung, das lesen Sie hier. 

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So wichtig ist Nachhaltigkeit

„Wenn wir keinen Planeten mehr haben, geht’s der Wirtschaft nicht gut“, formuliert der ehemalige US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore und bringt es damit auf den Punkt: Nachhaltigkeit ist nicht mehr das Modewort der 1980er Jahre, es ist zur Notwendigkeit geworden. Keine der großen Industrien in Europa würde überleben, wenn sie das Thema ignoriert. Der Sport macht da keine Ausnahme, im Gegenteil. Wer im Fitnessstudio oder auf der Loipe an der eigenen Gesundheit arbeitet, wird eine parallele Zerstörung seines Lebensraums nicht akzeptieren.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit als Alltagsthema

Den Statistikern zufolge bezieht die Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) das Thema Klimaschutz inzwischen bei ihren Kaufentscheidungen ein. Sogar 86 Prozent der Befragten gaben bei einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Agentur dpa an, dass sie beim Kauf von Textilien auf faire Produktionsbedingungen achten. Die nachhaltige Outdoor-Jacke aus pflanzenbasiertem Polyester, präsentiert auf der ISPO 2016 in München, ist also mehr als eine Marotte. Sie ist nachhaltig und ein Beispiel für Zukunft, immer vorausgesetzt, ihre Eigenschaften stimmen mit den Erfordernissen überein.

Nachhaltiger Schutz der Ressourcen

Nachhaltigkeit ist ein weiter Begriff und nicht jede Studie hält, was sie verspricht. Viele Sportartikelhersteller wissen, dass nachhaltiges Denken, nachhaltige Forschung, nachhaltige  Produkte und Innovationen mittelfristig Geld in die Unternehmenskassen spült. Dennoch fehlt es ihnen am Kapital für die Forschung, die initiale Investition. Auch so mancher Sportler kann sich den Blick auf das Umwelt-Label beim Kauf der nachhaltigen Funktionskleidung nicht leisten. Die Haushaltskasse lässt kein Problemdenken für die Gesellschaft, die Umwelt oder den Planeten zu.

Vorzeigeprojekte wie die „Green Goal-Kampagne“ zur Fußball-WM sind eine notwendige Sache, nachhaltig tangieren Sie unseren Alltag jedoch nicht. Funktionelle, schicke und zugleich nachhaltige Sportbekleidung tut dies durchaus, ebenso wie das Upcycling von Sport-Produkten oder moderne Heiz- und Beleuchtungssysteme in unseren Stadien. Es sind die kleinen Schritte, schon klingt der sperrige Begriff der Nachhaltigkeit weit näher. Über all diese Bausteine für eine nachhaltige Entwicklung, für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen berichten wir in der ISPO.com-Redaktion.

Brundtland-Kommission zur Nachhaltigkeit

Die 1983 von der UN gegründete Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, die sogenannte Brundtland-Kommission, definiert Nachhaltigkeit als „eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“. Da können wir nur hoffen, dass unsere Töchter, Söhne und Enkel nicht auf einen Gletscher in Indonesien steigen wollen. Dann können wir nur vom Klima und vom Klimawandel erzählen. Hören wollen sie es wahrscheinlich nicht, denn Vertrauen ist schnell nachhaltig zerstört.           

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