Autor:
Lars Becker

Apps, Social Media und CRM-Systeme verändern Marketing-Mix im Sporthandel

Digitalisierung revolutioniert Marketing der Sporthändler

Social Media, Apps, Online Marketing und genaue Zielgruppen-Ansteuerung durch Targeting: In Sachen Marketing und Werbung erleben die Sportindustrie und der Sporthandel eine digitale Revolution. Das zeigt sich deutlich im vierten Teil unserer Sporthändler-Umfrage zur Digitalisierung.

Der Sporthandel erreicht den Verbraucher dank des digitalen Wandels jederzeit und überall.
Der Sporthandel erreicht den Verbraucher dank des digitalen Wandels jederzeit und überall.

Digital statt Analog – diese Devise gilt in der Sportindustrie auch in Sachen Werbung und Marketing. Im abschließenden 4. Teil unserer Händler-Umfrage vor dem großen ISPO Digitize Summit wird klar, dass sich in der Kommunikation zum Endkunden bereits viel getan hat. (Die anderen drei Teile unserer Umfrage finden Sie am Ende des Textes.)

Weil sich das Konsumentenverhalten massiv wandelt, haben die Sporthändlerverbünde Sport 2000 und Intersport genau wie die großen Marken ihren Fokus in den Online-Bereich verlagert.

„Im Marketing haben wir vor eineinhalb Jahren einen ,digital shift‘, also die Verlagerung von Werbebudgets auf die digitalen Kanäle, angestoßen. Hierfür haben wir ein Social-Media-Tool eingeführt, über das wir unseren Partnern nicht nur relevante Inhalte, sondern auch ein individuelles Budget zur Verfügung stellen. Die Händler können so Kampagnen in ihrem Namen, in ihrem Umkreis und ihrer gewünschten Zielgruppe ausspielen“, sagt Andreas Rudolf, Geschäftsführer von Sport 2000.

Digitales B2C-Marketing ein voller Erfolg

Ein voller Erfolg: Etwa 300 Partner machten schon im ersten Jahr von dem Angebot Gebrauch. Auch bei Intersport hat sich das B2C-Marketing in den letzten Monaten massiv verändert. Chief Digital Officer Carsten Schmitz spricht von „einem wesentlichen Budget Shift, weg von Klassik, hin zu Digitalmarketing.“

Zu tun hat das mit den Kunden – selbst ältere Menschen informieren sich vor einem Kauf meist online. Klassische, regionale Händler-Prospekte erreichen deshalb ihre frühere Werbewirkung nicht mehr. Und mit den neuen Kanälen – ob nun personalisierte Mailings, Social Media mit Facebook an der Spitze oder maßgeschneiderte Suchmaschinen-Angebote über Google – wird die gewünschte Zielgruppe oftmals viel besser als bisher erreicht.

Digitalisierung: Vom Newsletter bis zur App

Moderne Händler haben die neuen Möglichkeiten der digitalisierten Kunden-Ansprache längst verinnerlicht. „Personalisierte Kundenwerbung mit Newslettern und Werbebriefen ist nötig. Wir nutzen zudem eine eigene App“, verrät Nicole Kälber, Chefin eines Intersport-Stores in Pforzheim.

Während sie brandaktuelle Inhalte auf der Homepage als extrem wichtig einstuft, hält ihr Geisenheimer Geschäftsführer-Kollege Joachim Kiegele eine eigene Website fast schon für überflüssig: „Dies ist ein fließender Prozess mit permanenten Änderungen. Die Kommunikation läuft zunehmend über schnelle und dynamische Social-Media-Kanäle.“

Marketing-Mix der Zukunft

Das Kundenverhalten entwickelt sich stetig weiter und für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung ist es wichtig, am Puls der Zeit zu sein. „Beim Marketing-Mix der Zukunft wird es darum gehen, wie ich weiter automatisieren und auf welche Kanäle ich meinen Schwerpunkt legen kann. Wir suchen derzeit sehr vielfältig nach neuen Mitarbeitern, gerade im Marketing, um ja keine Verhaltensänderung beim Kunden zu verpassen. Ist jetzt Facebook angesagt oder Instagram, oder brauche ich mehr Bewegtbild?“, fragt sich Max Hofbauer, CEO von Bergzeit.

Nötig ist eine ständige Weiterentwicklung der digitalen Angebote – was von den Kunden auch honoriert wird. „In diesem Bereich ist in den letzten Jahren die größte „digitale Revolution“ in unserem Unternehmen geschehen. Seit fünf Jahren haben sich die Budgets kontinuierlich von den klassischen Medien immer stärker in den digitalen Bereich verlagert. Und das Schöne dabei ist, dass diese Veränderung auch von unseren Kunden wahrgenommen und sogar geschätzt wird“, stellt Marcel Altenfelder als Geschäftsführer eines Intersport-Geschäfts fest.  

Best-Practice-Beispiele beim ISPO Digitize Summit

Das Marketing sei durch die Digitalisierung viel zielgruppenorientierter, effizienter und effektiver geworden: „Vor allem das automatisierte Kampagnenmanagement mithilfe eines hervorragenden CRM-Systems hat unser Marketing auf eine andere Stufe gehoben. Ein weiterer entscheidender Schritt war vor zwei Jahren die Einführung unserer eigenen App. Für uns war es extrem wichtig, diese mit der Kundenbrille zu entwickeln und sehr stark den Kundennutzen in den Fokus zu stellen. Genau deshalb erfährt die App auch eine sehr hohe Akzeptanz unter unseren Stammkunden und wird unter Einbindung der Konsumenten ständig weiterentwickelt.“

Andere „Best Practice“-Beispiele zum Thema Digitalisierung auf allen Ebenen wird der ISPO Digitize Summit bieten. Er geht als erster großer Höhepunkt der Digitalisierungs-Offensive der ISPO am 28./29. Juni im Internationalen Congress Center ICM in München über die Bühne. Industrie und Handel werden hier auch über die digitale Revolution in Werbung und Marketing diskutieren.

 

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Lars Becker
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