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 Die Ski der Stars: Worauf Hirscher, Neureuther & Co. abfahren
Wintersport | 24.11.2016

Die Ski-Modelle von Hirscher, Neureuther, Svindal, Pinturault, Luitz & Co.

Die Ski der Stars: Worauf die besten Weltcup-Skifahrer abfahren

Die Ski der Stars: Worauf Hirscher, Neureuther & Co. abfahren. Marcel Hirscher dominiert den Ski-Weltcup – und ist ein ausgesprochener Ski-Tüftler. (Quelle: imago)
Marcel Hirscher dominiert den Ski-Weltcup – und ist ein ausgesprochener Ski-Tüftler.
Bild: imago
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Die Ski der Weltcup-Stars: ISPO.com hat nicht nur Marcel Hirscher, Felix Neureuther, Aksel Lund Svindal, Alexis Pinturault und Stefan Luitz auf die Ski geschaut und nennt Marken, Modell und Preis, sondern erklärt auch, wie die Wahl des richtigen Skis zu einer Wissenschaft wurde. Die Materialschlacht der Weltcup-Profis treibt zuweilen recht bunte Blüten, gehört aber längst zum Pflichtprogramm der Cracks. ISPO.com bietet die Übersicht: Wer fährt auf welchem Ski ab.

Philipp Schörghofer (33) fährt seit zehn Jahren im Ski-Weltcup, zwei Mal ist er Weltmeister geworden – mit der Mannschaft, an der Seite von Marcel Hirscher, dem überragenden Skifahrer der vergangenen Jahre. Allzu dankbar ist Riesenslalomspezialist Schörghofer dem Überflieger jedoch nicht. Schließlich hat der ihm so manchen Sieg weggeschnappt.

Heute bescheiden, aber die Saison sensationell! #weareskiing #verleihtflügel #IWILL

Posted by Marcel Hirscher on Samstag, 19. März 2016

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Hirscher fing damit an, „jetzt tun wir alle so“

Aber auch vor und nach den Rennen sorgt Hirscher bei den Kollegen für Verdruss, wie Schörghofer erklärt: „Wir tüfteln extrem. Ich schaue öfter den Wetterbericht an, als ich mit meiner Frau telefoniere.“

Schuld an der Materialschlacht sei Hirscher: „Ich hab’s dem Marcel eh selber gesagt: Er hat mit dem Blödsinn angefangen – und jetzt tun wir alle so.“


Wohl wahr: Was Schörghofer als Blödsinn bezeichnet, ist für die Cracks längst zur Pflichtübung geworden: Ski testen, bis der Arzt kommt. Vor, nach und während der Saison (unten in der Tabelle sehen Sie die aktuellen Modelle der Top-Stars, Marke, Modell und Preis).

In Slalom und Riesenslalom testet Hirscher sogar noch zwischen den beiden Durchgängen. Für den ihn, den Gesamtweltcup-Sieger 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, eine Selbstverständlichkeit: „Es geht darum, Zeitersparnisse zu finden, die mal eine kleine oder größere Revolution darstellen“, sagt Hirscher.

„Die zwei Zehntel, die ich beim Material raushole, muss ich nicht selbst rausfahren. Das ist eigentlich simpel. Nur legen da viele weniger Wert drauf. Warum, kann ich nicht beurteilen und auch nicht verstehen.“

Welche Ski im Frauen-Weltcup angesagt sind, lesen Sie hier >>>

Ski-Weltcup „ist wie in der Formel 1“

Dabei gibt Marcel Hirscher auch noch Tipps, wie man die richtige Ski-Wahl trifft: „Spielraum habe ich bei der Bindungsplatte: Montiere ich sie Millimeter oder Zentimeter vorne oder hinten? Am Ski an sich bei den Keilkurven und wie diese verlaufen. Mit welchen Materialien arbeiten wir? Mit welchem Holz, Stahl, Edelstahl, Kleber oder Glas? Mit welchen Dämpfungselementen? Beim Grad der Kanten geht es um Zehntelmillimeter. Es ist wie in der Formel 1.“

Und so wie ein Silberpfeil von Lewis Hamiltion und Nico Rosberg wenig mit einem Mercedes aus dem Autohaus zu tun hat, so haben die Rennmaschinen von Hirscher, Svindal, Neureuther, Pinturault & Co. mit den Ski im Sportgeschäft allenfalls das Design gemeinsam. Jeder Weltklasse-Athlet hat einen speziell auf seine körperlichen Voraussetzungen abgestimmten Ski unter den Füßen, akribisch ausgetüftelt, aufwändig präpariert und mit neuester Technologie gewachst.

Ein Wechsel der Skiherstellers oder der Schuh-Marke ist für die Ski-Profis folglich ein Wagnis. Und doch kommt es vor, dass ein Fahrer nach einem Wechsel plötzlich erfolgreicher unterwegs ist.

Neureuther wechselt Ski-Marke – mit Erfolg

Paradebeispiel: Jahrelang fuhr Felix Neureuther auf Atomic-Skiern aus Altenmarkt im Pongau – mit eher überschaubarem Erfolg. Nach dem Wechsel zum italienischen Konkurrenten Nordica (Made in Treviso, Venetien) schien bei dem Garmischer sozusagen der Knopf aufzugehen: Mit einem Mal reihte er Weltcupsieg an Weltcupsieg. Der Lohn für die ewige Testerei, die den Athleten nach einer langen Weltcupsaison nochmal viel Energie und Nerven raubt.

Die Ski der Stars


So schön die Glücksmomente bei der Siegerehrung für die Rennläufer sind – mindestens ebenso wichtig sind sie für die Ski-Industrie. Die in Siegerpose in die Höhe gereckten Arbeitswerkzeuge sind nicht nur zum Jubeln da, sondern fungieren auch als Werbeträger.

Hirscher fährt Atomic, doch Head liegt vorn

Auch hier wird akribisch gearbeitet: Bevor sich die ersten Drei zum Siegerfoto formieren, tauschen dienstbare Geister noch schnell die Rennskier aus – gegen kürzere oder längere Latten, die exakt in den zu erwartenden Bildausschnitt der Foto- und TV-Kameras hineinpassen. Schließlich soll der Firmenname im gut sichtbaren Bereich landen.

Viele Jahre war auf den Podien das Logo von Atomic zu sehen – heute ist es das auch noch, vor allem weil Hirscher Atomic fährt. Das stärkste Firmenteam war in den letzten Jahren jedoch das des holländischen Konkurrenten Head: Aksel Svindal, Ted Ligety, Kjetil Jansrud – ein Who is Who des alpinen Rennlaufs.


Allerdings verliert selbst so ein „big player“ zuweilen einen seiner Ski-Stars: Vor dieser Saison wechselte Alexis Pinturault, ein Konkurrent Hirschers im Kampf um den Ski-Gesamtweltcup, von Head wieder zurück zu Salomon, das ihn zuvor schon ausgerüstet hatte. Doch der Franzose hatte sich dort nicht voll unterstützt gefühlt und gemutmaßt, dass der Mitbewerber Hirscher auf Salomons Schwesternmarke Atomic bevorzugt wurde. Zurück auf den französischen Brettern legte Pinturault beim Saisonauftakt in Sölden gleich mal einen Sieg hin – vor Hirscher.

Bode Miller sorgt für Ärger bei Head

Für die skurrilste Befindlichkeit sorgte aber wieder mal Bode Miller, seit 20 Jahren das Enfant terrible der Szene. Vor einem Jahr löste der 39-Jährige den Vertrag mit seinem langjährigen Ausrüster Head, fuhr kein Rennen, sondern kommentierte für den Sender NBC, kümmerte sich um Frau und Kinder sowie um sein Rennpferd namens Carving.

Alle Informationen zu Terminen, Rennen und Ergebnissen des alpinen Ski-Weltcups 2016/2017 finden Sie hier >>>

Das Wort Rücktritt nahm er nie in den Mund, denn offenbar plant er ein Comeback – auf Skiern der italienischen Nobel-Marke Bomber. Sein alter Deal mit dem Marktführer sieht aber vor, dass er zwei Jahre lang nicht mit Fremd-Skiern auf Punktejagd gehen darf.

@Kenhoeve captured Bode Miller training with the U.S. Ski Team at Copper Mountain this morning on his Bomber Skis.

Posted by Bomber Ski on Dienstag, 15. November 2016

Sein Ex-Servicemann, der zuletzt Lara Gut betreute, ist schon zu ihm übergelaufen. Ein Fall für die Anwälte. Miller trainierte derweil im Sommer in Chile mit dem US-Team, in Freeride-Skischuhen.

Weltcup-taugliche Rennski sucht man bei seiner neuen Ski-Firma, an der er geschäftlich beteiligt ist, noch vergebens. Aber für diesen Blödsinn mit der Testerei war der Freigeist ja noch nie zu haben.

Die Ski der Weltcup-Stars in der Übersicht:


Slalom

Ski-StarMarkeModellPreis
Marcel HirscherAtomicRedster Doubledeck 3.0 SL899 Euro
Felix NeureutherNordicaDobermann SL WC950 Euro
Alexis PinturaultHeadWorldcup Rebel i.SL850 Euro
Henrik KristoffersenRossignolHero FIS SL R21 WC1050 Euro
Stefan LuitzRossignolHero FIS SL R21 WC1050 Euro


Riesenslalom

Ski-StarMarkeModellPreis
Marcel HirscherAtomicRedster Doubledeck 3.0 GS899 Euro
Felix NeureutherNordicaDobermann GS WC950 Euro
Alexis PinturaultHeadWorldcup Rebel i.GS RD1050 Euro
Henrik KristoffersenRossignolHero FIS GS R21 WC1050 Euro
Stefan LuitzRossignolHero FIS GS R21 WC1050 Euro


Super G

Ski-StarMarkeModellPreis
Peter FillAtomicRedster Doubledeck 3.0 SG1130 Euro
Aksel Lund SvindalHeadWorldcup Rebels i.SG1120 Euro
Dominik ParisNordicaDobermann SG WC999 Euro
Beat FeuzHeadWorldcup Rebels i.SG1120 Euro
Kjetil JansrudHeadWorldcup Rebels i.SG1120 Euro


Abfahrt

Ski-StarMarkeModellPreis
Peter FillAtomicRedster Doubledeck 3.0 DH1130 Euro
Aksel Lund SvindalHeadWorldcup Rebels i.DH1120 Euro
Dominik ParisNordicaDobermann DH WC999 Euro
Beat FeuzHeadWorldcup Rebels i.DH1120 Euro
Kjetil JansrudHeadWorldcup Rebels i.DH1120 Euro


Auch die Jury des ISPO AWARD zeichnet die besten Sportprodukte des Jahres aus – wer die Gewinner 2016 im Ski-Segment waren, sehen Sie hier >>>

Ein Beitrag von Thomas Becker, Autor
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