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 Raus auf den See: Wie und wo Eisangeln richtig Spaß macht
Outdoor | 26.10.2016

Faszination Eisangeln

Eisangeln: Wo es erlaubt ist, wie es funktioniert, auf welche Tricks man achten muss

Raus auf den See: Wie und wo Eisangeln richtig Spaß macht. Glücksmoment beim Eisangeln: Fisch fürs Abendessen (Quelle: Thinkstock)
Glücksmoment beim Eisangeln: Fisch fürs Abendessen
Bild: Thinkstock
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Eisangeln ist in unseren Breiten eher Attraktion als Trendsport. Dennoch warten alljährlich tausende Angler darauf, dass die Wetterverhältnisse das Eisfischen (endlich) ermöglichen. Wie es funktioniert, was es braucht und was man als Eisangler unbedingt beachten sollte.

Was macht das Eisangeln aus?

Eisangeln ist ein besonderes Vergnügen, nicht nur für passionierte Sportfischer. Der Sport führt unweigerlich in die Natur und wird so auch ohne reichen Fang zu einem eindrücklichen Erlebnis. Wann sonst nimmt man sich die Zeit, trotz frostiger Verhältnisse auf einem See zu verweilen?


Was man beim Eisangeln tatsächlich an den Haken bekommt, hängt am jeweiligen Gewässer, am eigenen Geschick (Tipps und Tricks folgen) und natürlich am Anglerglück. Die Chancen auf einen stattlichen Hecht, Barsch oder Zander stehen in deutschen Seen gar nicht schlecht. Im Berner Oberland in der Schweiz, wo das Eisfischen Tradition hat, darf man sich auf so manchen Seesaibling freuen.


Rechtliches – wann ist Eisangeln erlaubt?

Deutschland
Um in deutschen Gewässern auf Fischfang zu gehen, braucht man einen Fischereischein. Das setzt einen Lehrgang mit theoretischer und praktischer Prüfung voraus. Ist der Schein geschafft, muss man für das jeweilige Gewässer noch einen Fischereierlaubnisschein erwerben. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, drohen bis zu 1.000 Euro Bußgeld.

Ausnahmen gibt es viele, nicht nur an privaten Forellenteichen. So haben Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg Vorpommern und Schleswig Holstein eigene Regelungen, die den Erwerb einer zeitlich begrenzten Erlaubnis zum Angeln erleichtern.

Österreich
Auch wenn sich die Begrifflichkeiten unterscheiden: Die rechtliche Situation ist ähnlich. Angeln darf nur, wer eine amtliche Fischerkarte besitzt. Der Erwerb setzt in den meisten Bundesländern eine Eignungsprüfung voraus. Zusätzlich muss eine privatrechtliche Erlaubnis für den jeweiligen See oder Fluss erworben werden.

Schweiz
Die Regelungen unterscheiden sich von Kanton zu Kanton, teilweise auch von See zu See. Wer angeln will, muss sich daher vor Ort kundig machen. Vielerorts bedarf es eines Fischereipatents, das erworben werden kann – in Graubünden derzeit zum Beispiel für 30 Euro am Tag. Längerfristige Patente setzen einen SaNa-Ausweis des Netzwerkes Anglerausbildung voraus. An manchen Seen, zum Beispiel dem Bodensee, ist das Angeln vom Schweizer Ufer aus ohne Zulassung gestattet.


Sicherheit – was ist beim Eisangeln zu beachten?

Die wichtigste Regel beim Eisangeln lautet: Sicherheit geht vor. Die Eisfläche darf nie betreten werden, wenn ihre Tragfähigkeit nicht gesichert ist. Als tragfähig gilt das Eis ab einer Dicke von circa zehn Zentimetern. Zu beachten ist allerdings, dass sich die Eisdecke nicht gleichmäßig entwickelt, also zum Beispiel an windgeschützten Stellen dünner sein kann.

Mindestens 15 cm stabiles Eis werden für das Eisangeln empfohlen. Wer unsicher ist, sollte sich bei der örtlichen Verwaltung, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG oder in der Presse kundig machen.

Folgende Sicherheitsmaßnahmen sollten Eisangler beachten:
• Wer einbricht, braucht schnelle Hilfe. Gehen Sie möglichst mindestens zu zweit aufs Eis.
• Mehrere Personen erhöhen das Gewicht und damit die Gefahr, im Eis einzubrechen. Halten Sie daher Abstand voneinander, gerade auf dem Weg zum Eisloch.
• Wer zum Eisangeln geht, sollte vorsorgen. Mit Eishaken (2 Stück, die über eine Schnur verbunden sind) können Sie sich notfalls ohne fremde Hilfe aus dem Wasser ziehen. Bei zwei Leuten hilft ein Seil, das lang genug sein sollte, um den Retter nicht zu gefährden. (ca. 15 bis 20 Meter)
• Markieren Sie das Eisloch (die Eislöcher) deutlich. Das schützt nicht nur Sie, sondern auch zufällige Passanten vor Fehltritten.
• Sichern Sie die Orientierung, denn die Sicht kann plötzlich schlechter werden. Nehmen Sie einen Kompass mit und üben Sie den Umgang damit.
• Schützen Sie sich vor Erfrierungen. Warme Kleidung, Schuhe mit dicken Sohlen, dünne Handschuhe und ein heißes Getränk sollten im Gepäck sein.

Viel Ausrüstung braucht es zum Eisangeln nicht, aber die richtige. (Quelle: Thinkstock)
Viel Ausrüstung braucht es zum Eisangeln nicht, aber die richtige.
Bild: Thinkstock


Angel und Ausrüstung

• Höhenverstellbarer Eisbohrer (mechanisch oder motorisiert)
• Eisangelset (kurze Handangel – meist nur 15 bis 25 cm, kleine Achsrolle mit Schnur)
• Köder (Natur oder Kunst, z.B, Maden, kleine Pilker, Gummifische, Drop Shots etc.)

Ebenfalls wichtig: ein Anglermesser und ein geeignetes Transportgefäß für die erbeuteten Fische. Von Vorteil ist auch ein Eisschöpfer (Plastik-Kelle), um das Loch dauerhaft eisfrei zu halten. Ohne Stuhl wird es zudem schnell unbequem.

Alle benötigten Utensilien bekommen Sie im Anglerbedarf. Die Gesamtkosten liegen bei circa 120 bis 150 Euro.

Voraussetzung für den Fang: Mit dem Bohrer durch das dicke Eis (Quelle: Thinkstock)
Voraussetzung für den Fang: Mit dem Bohrer durch das dicke Eis
Bild: Thinkstock


Eisangeln Schritt für Schritt

Suchen Sie sich eine geeignete Stelle (zunächst ufernah) und bohren Sie mit dem Bohrer ein oder mehrere Löcher, sogenannte Wuhnen, ins Eis. Mehrere Wuhnen haben den Vorteil, dass Sie gelegentlich die Position wechseln können, wenn gerade kein Fisch beißen sollte.

Die Größe der Wuhne wird vom Zielfisch bestimmt, wobei ein Durchmesser von rund 20 cm in den allermeisten Fällen genügt. Wer mit einer Motorsäge ans Werk geht, sollte das Loch ebenfalls im Rahmen halten. Vom Einsatz einer Axt oder eines Eispickels ist aufgrund der Gefahr von Rissen im Eis eher abzuraten.

Geangelt wird direkt am Loch, wobei die Angelschnur (keine geflochtene Schnur verwenden, denn diese bricht bei Kälte) nicht zu sehr am Rand des Eislochs scheuern sollte. Welchen Köder der Angler verwendet, wie stark die Schnur bewegt wird, welche Tiefe optimal ist – all das ist Erfahrungssache. Vorteile hat hier, wer das Fanggebiet von Angelausflügen im Sommer bereits kennt.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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