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 Laufen mit Kinderwagen: Worauf junge Mütter achten müssen
Running | 21.10.2016

Lauftraining: Ingalena Schömburg-Heuck über Joggen mit Kinderwagen

Laufen mit Kinderwagen: Darauf müssen junge Mütter beim Joggen mit Babys achten

Laufen mit Kinderwagen: Worauf junge Mütter achten müssen. Schnell unterwegs: Ingalena Schömburg-Heuck beim Laufen mit ihrer Nichte Matilda im Kinderwagen. (Quelle: Oliver Farys für Thule)
Schnell unterwegs: Ingalena Schömburg-Heuck beim Laufen mit ihrer Nichte Matilda im Kinderwagen.
Bild: Oliver Farys für Thule
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Sie ist eine der besten deutschen Läuferinnen: Ingalena Schömburg-Heuck, ehemalige Deutsche Meisterin im Halbmarathon. Ihre Profikarriere hat sie 2013 beendet. Im Frühjahr 2016 wurde sie erstmals Mutter, das Laufen aber lässt sie nicht los – nun joggt sie mit Kinderwagen! Und nimmt mit ihrem Sohn Frederik sogar an Wettbewerben teil: Sie läuft und schiebt, der Kleine sitzt im Sport-Buggy.

ISPO.COM: 2015 noch haben Sie noch den Münchner Lauf beim Wings for Life World Run bei den Frauen mit knapp 50 Kilometern gewonnen. Inzwischen sind Ihre Ambitionen deutlich geringer, oder, Ingalena Heuck?
Ingalena Schömburg-Heuck: Ich bin im März zum ersten Mal Mama geworden. Das ist eine andere Lebensphase, da stellt man sich erst einmal hinten an. Aber ich finde es wichtig, dass man auch als Mutter nicht aufhört, Sport zu machen. Ich möchte zeigen, dass es richtig und auch möglich ist, sich zu bewegen, auch wenn man ein kleines Kind hat. Mit einem Sport-Buggy kann man wunderbar laufen.

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Und deshalb sind Sie 2016 bei der Stadtlauf-Serie sogar in einer neuen Kategorie gestartet, die wie für Sie geschaffen zu sein scheint: mit dem Kinderwagen.

Ja, ich bin die laufende Mama (lacht). Oder besser gesagt: Die Babyjoggerin. Das war eine Idee von SportScheck und Thule, für die ich Markenbotschafterin bin und die den Sportbuggy herstellen der jetzt weiter entwickelt wird (hier werden Produkttester gesucht <<<) . Ich bin da quasi draufgesprungen. Weil ich es für eine tolle Sache halte: auch mit der Familie Sport zu treiben. Und zu zeigen, dass es zwar anders läuft im neuen Leben, aber es ist keine Einschränkungen gibt. Im Gegenteil: So ein Sport-Buggy, wie Thule in produziert, gibt mir neuen Freiraum. 


Ihre Premiere hatten Sie in einem Babyjogger-Wettbewerb in Augsburg. Wie war es denn?
Total lustig. Okay, auch ein wenig chaotisch: Ein paar Mamas sind schon beim normalen Startschuss losgelaufen, ich dann später im eigenen Wettbewerb. Witzig war, dass es auf der Strecke ein paar Treppen gab, wo wir Babyjogger den Wagen auf einer Schiene hätten hochschieben sollen. Dann sind aber ein paar Männer gekommen, haben den Wagen hochgetragen und zu mir gesagt: „Jetzt erhol dich mal ein bisschen." Daran sieht man schon, welch großer Spaß das Laufen auch mit Babys machen kann. Ambitionen muss man da keine haben. Es geht um das Erlebnis. Ich mache jetzt eher einen lockeren Dauerlauf anstatt von Tempoläufen. 

Ingalena Heuck findet, dass man auch als Mutter nicht mit dem Sport aufhören sollte. Sie läuft mit Kinderwagen.  (Quelle: Oliver Farys für Thule)
Ingalena Heuck findet, dass man auch als Mutter nicht mit dem Sport aufhören sollte. Sie läuft mit Kinderwagen.
Bild: Oliver Farys für Thule

Es geht auch Ihnen, der ambitionierten ehemaligen Leistungssportlerin, wieder um das Laufen an sich – und nicht mehr um die Zeiten?
Es ist wichtig, dass ich mich bewege, weil es mir sonst nicht gut geht. Psychisch und körperlich. Aber das Thema Leistung ist weit weg. Sicherlich laufe ich mit Kinderwagen nicht langsam, auf zehn Kilometer werde ich auch mit dem Babyjogger unter 60 Minuten bleiben, aber darum geht es ja nicht. Nicht, wenn ich mit dem Kleinen laufe. 

Joggen für junge Mütter: Der Kinderwagen ist ein Sportgerät

Beschreiben Sie mal das Joggen mit dem Kinderwagen.
Es ist natürlich ein völlig anderes Laufen. Man konzentriert sich sehr auf den Wagen, das führt zu einem anderen Laufstil. Du hast ja auch meistens nur einen Arm frei. Wichtig ist, dass man darauf achtet, trotzdem locker zu laufen. Und schaut, dass der Kinderwagen durchaus ein Sportgerät sein kann. Also zum Beispiel, dass man die Griffhöhe so verstellt, dass man die Arme locker zum Schieben ansetzen kann. Und dass der Wagen gute Bremsen hat. Und schließlich, dass man auch immer genug Platz vor den Füßen hat, sodass die Füße richtig aufsetzen können.

Und Ihr Sohn?
Frederik sitzt in der Babyschale. Da läuft man schon vorsichtig wegen der Hubbel. Sehr vorsichtig. Bei Kleinkindern, ich habe ja noch eine vierjährige Nichte, die Mathilda, ist es dann wichtig, dass die Kinder stabil sitzen können. Ich bin da sicherlich sehr vorsichtig beim Joggen, was den Untergrund und mögliche Schlaglöcher angeht. Aber einen Hinderungsgrund sehe ich da nicht, beim Spazierengehen achte ich ja auch auf solche Dinge. 

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Laufend in Form bleiben: Junge Mütter müssen auf das Joggen nicht verzichten. Bild: Thule
Laufend in Form bleiben: Junge Mütter müssen auf das Joggen nicht verzichten. Bild: Thule


Dass Sie so bald nach der Geburt Ihres Sohnes wieder mit dem Laufen begonnen haben, ist aber eher ungewöhnlich.
Nach zwölf Wochen habe ich wieder angefangen, in Absprache mit den Ärzten. Ich habe mir quasi die medizinische Freigabe geholt, nachdem ich schon nach vier Wochen wieder auf dem Rad gesessen bin, Spinning gemacht habe, Mountainbike und Rollerskates gefahren bin, habe ich bald wieder dieses Kribbeln verspürt und gedacht: Du musst laufen. Aber wie gesagt: Ich habe mich medizinisch beraten lassen – von einem auf Rückbildung spezialisierten Gynäkologen. Man muss da tatsächlich sehr vorsichtig sein. Das Thema Rückbildung wird von vielen Frauen fahrlässig vernachlässigt.

Rückbildung wird von Müttern vernachlässigt

Wie meinen Sie das?
Ich hab’s ja an mir selber gesehen. Ich habe mich vorher auch nicht richtig damit auseinandergesetzt. Man denkt, jetzt ist mein Kind da und kümmert sich nur ums Kind, macht vielleicht noch diese obligatorischen sechs Rückbildungsstunden und denkt: „Alles ist wieder gut.“ Aber so einfach ist es dann doch nicht.

Wie war es bei Ihnen?
Ich habe das auch erst vernachlässigt, bis ich angefangen habe, über das Thema Beckenbildung etwas nachzulesen. Und mich dann sehr stark dafür interessiert, auch weil ich andere auf dieses Thema hinweisen möchte. Soll ich?

Das ist Ingalena Schömburg-Heuck

Bitte, nur zu.
Der Beckenboden besteht aus drei Strukturen, die die Kontinenz bewahren sollen. Diese Strukturen werden sehr stark belastet durch die Schwangerschaft, weil das Gewicht des Kindes nach unten drückt. Und auch bei der Geburt, weil die Strukturen wahnsinnig geweitet werden müssen. Deswegen ist das Thema Rückbildung und Beckenboden ganz entscheidend, weil dies sonst langfristig zu Inkontinenz führen kann. Deswegen ist es so wichtig, auf die Rückbildung zu achten…

Lauftraining für Mütter: Unbedingt beraten lassen

Also womöglich auch wieder laufen zu gehen?
Wer mit dem Laufen wieder frühzeitig anfangen möchte, sollte sich beraten lassen. Von seiner Hebamme oder von einem Spezialisten. Beim Laufen haben wir starke Belastungen der Muskeln, der Gelenke und letztlich auch des Beckenbodens. Meine dringende Empfehlung an alle jungen Mütter: Lasst euch beraten! Aber macht wieder Sport!

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Ingalena Schömburg-Heuck ist eine der erfolgreichsten deutschen Langstrecken-Läuferinnen. Die ehemalige deutsche Halbmarathon-Meisterin aus Starnberg ist diplomierte Sportwissenschaftlerin und bildete sich in Ernährungswissenschaften fort. Seit ihrem Karriereende 2013 arbeitet sie als Trainerin, Beraterin und Autorin (auch für ISPO.com – mehr von der Autorin lesen Sie hier) im Bereich Laufen und Ernährung. Sie ist Markenbotschafterin u.a. für den Sport Scheck Stadtlauf, für Odlo und Thule.
Mehr über Ingalena Schömburg-Heuck
auf ihrer Homepage und auf ihrer Facebook-Seite. 

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Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM (Quelle: www.goettlicherfotografieren.de)
Ein Beitrag von Gunnar Jans, Chefredakteur
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