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 Crowdsourcing – das sind die Vorteile und Nachteile
INNOVATION | 14.07.2017

Wissen und Erfahrung durch Open Innovation einfach generieren

Crowdsourcing – das sind die Vorteile und Nachteile

Crowdsourcing – das sind die Vorteile und Nachteile. Auch Bergans profitierte von ISPO OPEN INNOVATION (Quelle: Messe München GmbH)
Auch Bergans profitierte von ISPO OPEN INNOVATION
Bild: Messe München GmbH
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Ist Crowdsourcing auch für meine Firma sinnvoll? Ob in Start-ups, mittelständischen Unternehmen oder Großkonzernen – es gibt zahlreiche Beispiele für die Anwendung von Crowdsourcing, Co-Creation und Open Innovation. Dank der Digitalisierung bietet die Mischung aus „Crowd“ und „Outsourcing“ viele Vorteile und einige wenige Nachteile.

Wenn man nach Vorteilen und Nachteilen von Crowdsourcing sucht, kommt man an einem Blick in die Vergangenheit nicht vorbei. Wie lief das nochmal vor der digitalen Revolution, also vor dem Internet-Zeitalter?

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Einfach mal nachfragen, was die Menschen von einer Produktidee halten: Diese Form der Marktforschung war früher kaum möglich und wenn dann sehr teuer. Relevante Zielgruppe definieren, Telefonnummern besorgen, abtelefonieren, dokumentieren, analysieren, Daten aufbereiten – das alles kostet viel Geld und dauert oft einige Wochen.

Wissen anzapfen, Daten sammeln 

Crowdsourcing, das das Verhalten, das Know-how und die Einstellungen von vielen Menschen „anzapft“, hat aber nicht nur die Marktforschung revolutioniert, sondern bietet einige weitere Vorteile. Es lauern aber auch Gefahren.


Worin liegt aber der Unterschied zwischen Crowdsourcing und Open Innovation? Crowdsourcing kann als übergeordneter Begriff verstanden werden. So fällt darunter beispielsweise auch die anonyme Nutzung von Handydaten, die zum Beispiel für eine Analyse des Straßenverkehrs genutzt werden können. Open Innovation bezieht sich vor allem auf die Einbindung der Außenwelt in Innovationsprozesse, um deren Potenzial zu erhöhen.

Vorteile von Crowdsourcing

Bevor wir die Nachteile von Crowdsourcing erläutern und abschließend Tipps für eine erfolgreiche Anwendung geben, legen wir zunächst die vier größten Vorteile von Crowdsourcing dar. 

1. Crowdsourcing bietet höhere Erfolgswahrscheinlichkeit

Marktforschung ist in allen Lebenszyklusphasen eines Produkts oder einer Technologie elementar. Wer dafür Open Innovation nutzt, erhält wertvollen Input von der Crowd. Digitale Crowdsourcing-Plattformen garantieren, dass Menschen an jedem Ort und zu jeder Uhrzeit an Ihrem Projekt arbeiten können. Ein Riesen-Vorteil!

2. Crowdsourcing spart Kosten und Zeit

Wer Menschen für sich arbeiten lässt, zahlt dafür normalerweise viel Geld. Wenn Menschen aber digital zusammenkommen, ist der Aufwand deutlich geringer. Und wenn Sie es nun schaffen, Ihre Zielgruppe richtig zu motivieren, dann können Sie den finanziellen, zeitlichen und organisatorischen Aufwand minimieren. 

Mit Consumer Insights zu neuen Produktideen (Quelle: Dachstein)
Mit Consumer Insights zu neuen Produktideen
Bild: Dachstein

3. Aufbau von Kundenkontakt, Daten sammeln

Open-Innovation-Projekte schaffen Aufmerksamkeit – und Aufmerksamkeit von potenziellen Kunden ist bares Geld wert. Dabei reicht die Aufmerksamkeitsspanne nicht nur wenige Sekunden wie bei traditioneller Werbung. Die Teilnehmer beschäftigen sich intensiv mit der Marke, einem Produkt oder einer Idee. Dass dies einen positiven Effekt auf das künftige Kaufentscheidungen haben kann, ist selbstredend.

Nebenbei sammeln Unternehmen auch wertvolle Daten von einer wertvollen Zielgruppe, die sie auch künftig kontaktieren kann. Open Innovation ist also auch eine Marketing-Maßnahme. Es gibt zahlreiche Erfolgsbeispiele.

4. Markenbotschafter gewinnen – oder sogar Mitarbeiter

Schafft es ein Unternehmen im Rahmen seines Crowdsourcing-Projekts, mit seiner Innovation zu begeistern, können aus Teilnehmern schnell Markenbotschafter werden.

Ein Beispiel: Ein Outdoor-Unternehmen stellt 100 neuartige Funktionsshirts für einen Produkttest zur Verfügung. Die Produkttester sind anschließend draußen unterwegs – und fungieren nebenbei als Markenbotschafter.

Open Innovation lässt sich auch fürs Mitarbeiter-Scouting nutzen. Entweder offen kommuniziert, indem man als Belohnung für die Teilnahme eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch ausschreibt. Oder unausgesprochen, indem man auf besonders qualifizierte Rückmeldungsgeber aktiv zugeht.

Lesen Sie hier, wie namhafte Outdoor-Unternehmen von ISPO OPEN INNOVATION profitiert haben >>>>

Nachteile von Crowdsourcing und Open Innovation

Richtig genutzt bietet Open Innovation fast nur Vorteile, das zeigen die Erfahrungen. Kein Wunder, dass große Unternehmen wie Daimler diese Methode seit Jahren nutzen.

Aber gibt es beim Crowdsourcing denn keine Nachteile? Vielleicht sollte man eher von Risiken sprechen. Wir nennen drei Gefahren.

 

1. Gefahr der Manipulation

Mit Open-Innovation-Plattformen lässt sich das Risiko der Manipulation des Projekts minimieren, weil sie auf qualifizierte Communitys zurückgreifen. Andernfalls ist es durchaus möglich, dass Konkurrenten Ihr Innovationsprojekt negativ beeinflussen, indem sie falsches Feedback geben.

Wenn Sie also beispielsweise auf Ihrem Facebook-Kanal nach der Meinung zu einem bestimmten Produkt fragen oder gar abstimmen lassen, ist dieses Vorgehen relativ leicht zu manipulieren. 

Erfahren Sie, wie das Start-up pop that tag ISPO OPEN INNOVATION nutzte. Hier gibt es die Case Study >>>

2. Gefahr des Imageverlusts

Ist Ihre Idee oder Ihr Produkt, das Sie der Crowd vorstellen wollen, nur vermeintlich innovativ, gehen Sie das Risiko eines Imageverlusts ein. Selbiges gilt für ein unprofessionelles Projektmanagement: Crowdsourcing ist nicht hundertprozentig planbar, aber Sie sollten auf alle denkbaren Fälle vorbereitet sein. Mit einem erfahrenen Partner an Ihrer Seite minimieren Sie dieses Risiko.

Kunden sind oft begeisterte Tester und geben wertvolles Feedback (Quelle: clim8)
Kunden sind oft begeisterte Tester und geben wertvolles Feedback
Bild: clim8

3. Gefahr der internen Streitigkeiten

Niemand lässt sich gerne in sein Aufgabengebiet reinreden. Unternehmen sollten daher darauf achten, bei Open-Innovation-Projekten die für Entwicklungsprozesse zuständigen Personen aktiv einzubinden. Andernfalls fühlen diese sich vielleicht bedroht.

Tipps für die Praxis

Damit auch Ihr Crowdsourcing-Projekt zum Erfolg wird, haben wir für Sie noch fünf Tipps zusammengestellt.

1. Motivieren Sie die Crowd – aber richtig!

Ja, es gibt sie, die hochmotivierten Teilnehmer, die keinerlei finanzielle oder materielle Belohnung für ihr Engagement wollen. Insbesondere wenn es um ein soziales Projekt geht. Aber solche Co-Worker sind rar. Sie sollten Ihre Zielgruppe mit einer angemessenen Belohnung motivieren.
Angemessen heißt aber auch: Übertreiben Sie es nicht! Denn damit ziehen Sie auch solche Leute an, die keinerlei Interesse an Ihrem Open-Innovation-Projekt haben, sondern nur auf die Belohnung schielen.

Preisausschreiben, die die besten Rückmeldung prämieren, erhöhen die Qualität des Feedbacks. Allerdings werden manche verzichten, wenn die Chance auf den Gewinn allzu gering erscheint.

Bergans und ISPO OPEN INNOVATION: Lesen Sie hier die Erfolgsstory >>>> 

2. Arbeiten Sie transparent!

Eine gute Kommunikationsstrategie ist bei Crowdsourcing und Open Innovation elementar. Informieren Sie die Projektteilnehmer transparent über die nächsten Schritte und kommunizieren Sie auf Augenhöhe. Wichtig: Die Teilnehmer dürfen sich keinesfalls ausgenutzt fühlen, sonst setzen Sie den guten Ruf Ihres Unternehmens aufs Spiel.


3. Halten Sie jedes Feedback aus!

Marktforschung kann wehtun. Wer sich heimlich nur Lob für seine Idee oder sein Produkt erhofft, ist nicht auf dem richtigen Weg. Wenn also 95 Prozent der Befragten ihre Skepsis oder offene Kritik äußern, sollten Sie auch zu radikalem Umdenken bereit sein. Besser zu diesem Zeitpunkt als dann, wenn die Endkonsumenten im Laden entscheiden.

4. Kontaktieren Sie besonders qualifizierte Feedback-Geber!

Nicht alle Rückmeldung werden Sie weiterbringen. Doch es gibt bei jedem Projekt einige Teilnehmer, die Sie zum Staunen bringen werden – mit messerscharfen Analysen und enormer Fachexpertise. Gehen Sie auf diese Experten zu und binden sie auch zukünftig ein. Vielleicht können Sie sogar einen neuen Markenbotschafter oder Mitarbeiter finden.

5. Nutzen Sie soziale Netzwerke – aber nicht nur!

Theoretisch wäre auch dies eine Form von Open Innovation: Auf Ihrem Facebook-Kanal posten Sie eine Idee oder ein Foto eines Prototypen und fragen, was die Leute davon halten. Aber bekommen Sie so tatsächlich Feedback von der richtigen Zielgruppe oder nur von Menschen, die ohnehin Ihre Marke gut finden? Und wie stellen Sie sicher, dass der Input nicht auch von Ihren Konkurrenten genutzt wird? Und wer hat das Urheberrecht, wenn Sie eine Idee nutzen wollen?

Plattformen wie ISPO OPEN INNOVATION bieten nicht nur eine spannende und hochmotivierte Community, sondern haben auch viel Erfahrung mit Datenschutz und Datenanalyse.

Video: Das ist ISPO OPEN INNOVATION

Joscha Thieringer (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Joscha Thieringer, Redakteur
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