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 Rückenprotektor kaufen: Tipps für Skifahrer und Snowboarder
Wintersport | 23.11.2016

Sicherheit-Tipps für Skifahrer und Snowboarder

Rückenprotektor kaufen: Darauf müssen Sie achten

Rückenprotektor kaufen: Tipps für Skifahrer und Snowboarder. Ein Rückenprotektor schützt bei Stürzen vor schweren Verletzungen (Quelle: Thinkstock)
Ein Rückenprotektor schützt bei Stürzen vor schweren Verletzungen
Bild: Thinkstock
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Die Sportindustrie hat in den vergangenen Jahren massiv in die Entwicklung von Rückenprotektoren investiert. Damit könnte neben dem Kopf- nun auch der Rückenschutz zum Standard auf der Piste werden. Das sollten Sie beim Protektoren-Kauf wissen.

Effektiver Schutz, hoher Tragekomfort, niedriger Preis – immer mehr Outdoor-Sportler setzen in punkto Sicherheit auf zusätzliche Rückenprotektoren. So zählen Snowboarder ebenso wie Mountainbiker inzwischen zur wichtigsten Zielgruppen der Sicherheitsindustrie. Um Verletzungen selbst bei schweren Stürzen zu vermeiden, werden ständig neue Modelle entwickelt, erprobt und auf den Markt gebracht.

Ebenfalls im Fokus stehen Kinder, für die Protektoren im Wintersport enorm wichtig sein können. Eines der Ziele ist, den Gewichtsunterschied im Falle des Zusammenstoßes mit einem Erwachsenen abzufedern.


Nach dem Helm nun der Rückenprotektor

Waren Rückenprotektoren früher hart und schwer, gibt es inzwischen super anschmiegsame und atmungsaktive Light- und Soft-Varianten. Auch luftgefüllte Protektoren sind auf dem Markt. Mit dieser Entwicklung haben sich Rückenprotektoren vom ihrem erdrückenden Ninja-Turtle-Image befreit und kommen nun auch für Hobby-Snowboarder in Frage.

Bei Preisen ab 30 Euro für einen Rückenprotektor, der dazu noch angenehm zu tragen ist, fällt die Kaufentscheidung an sich leicht. Nur welcher Rückenprotektor ist der richtige?

Softprotektoren

Softprotektoren werden in der Regel als anschmiegsame Westen mit Reißverschluss angeboten. Sie sind relativ dünn und verfügen im Rückenbereich über eingearbeitete Polster aus dämpfenden Materialien.

Softprotektoren sind für Snowboarder und Skifahrer ideal geeignet. Sie müssen eng anliegen und werden direkt über der (langärmligen) Ski-Unterwäsche und unter der Skijacke getragen. Gute Modelle sind atmungsaktiv und kälteunempfindlich. Thermo-Protektoren können zusätzlich für Wärme sorgen.

Softprotektoren schützen bei Stürzen grundsätzlich den Rücken, langgezogene Modelle auch das Steißbein. Zusätzlich gibt es Modelle zum Schutz für Schultern und Rippen.

Für die Halfpipe oder rasante Rennen bieten Softprotektoren nicht genügend Widerstand. Wer beim Snowboarden im Funpark riskante Stunts und Sprünge probt, kauft besser einen stärkeren Rückenprotektor.

  • Verwendung: Piste, normales Tempo
  • Vorteile: leicht, dünn, preiswert
  • Preis: ab 30 Euro
  • Gewicht: ab 680 g

Hartprotektoren

Wie der Name erahnen lässt, handelt es sich bei diesem Rückenschutz um feste, dicke und relativ schwere „Schutzschilde“ für den Rücken. Vergleichbar einem Schildkrötenpanzer werden bei Hartprotektoren mehrere stoßfeste Platten beweglich aneinander montiert.

Rückenprotektoren verfügen meist über einen Brust- und Hüftgurt zum festschnallen, werden aber auch als Weste, Jacke oder in Verbindung mit einem (Lawinen-) Rucksack angeboten. Bei komfortablen Modellen lassen sich die Kunststoffplatten zum Waschen einfach herausnehmen.

Die Platten sind so stabil, dass sie selbst die Spitze eines Skistockes abhalten können.

  • Verwendung: Snow-Park, bei hohem Tempo, im freien Gelände
  • Vorteile: besonders stabil, Schutz vor Durchstich
  • Preis: ab 100 Euro
  • Gewicht: ab 900 g

Airbag-Protektoren

Die neueste Entwicklung stellen Airbag-Westen dar. Sie sind im Wintersport vor allem als Schutz für Snowboarder prädestiniert, die sich abseits der präparierten Piste oder artistisch im Funpark bewegen. In weniger als 100 Millisekunden pumpt sich etwa das Airbagsystem des Herstellers POC auf, dessen Modell Spine VRD 2.0 Airbag Vest als ISPO Award Gewinner 2016 in der Kategorie Ski Protection ausgezeichnet wurde.

Die Airbag-Weste misst circa 1.000 Mal pro Sekunde die Bewegungen des Skifahrers und registriert so einen möglichen Balanceverlust. Im Falle eines Sturzes bläst sich die Airbag-Weste blitzschnell auf. Sie schützt damit den gesamten Rumpf vom Hals bis zur Hüfte.

Nach dem Auslösen der Weste muss eine neue Gas-Kartusche eingesetzt werden. Fünf Kartuschen sind direkt nacheinander verwendbar.

  • Verwendung: Off-Piste
  • Vorteile: Rundumschutz des Rumpfes,
  • keine Bewegungseinschränkung bis zur Auslösung
  • Preis: ca. 150 Euro
  • Gewicht: ca. 1,8 kg

Bei Skiunfällen muss gerade die Wirbelsäule geschützt sein, um Verletzungen zu vermeiden. (Quelle: Thinkstock)
Bei Skiunfällen muss gerade die Wirbelsäule geschützt sein, um Verletzungen zu vermeiden.
Bild: Thinkstock

Generelles zum Rückenprotektor

Um seinen Zweck zu erfüllen, darf die Sicherheitskleidung nicht zu groß sein. Verrutschen die Protektoren, erzielen sie nicht den gewünschten Effekt. Anprobieren ist entsprechend wichtig, bei Softprotektoren in Verbindung mit Skiunterwäsche, bei Hartprotektoren zum Umschnallen in Verbindung mit der Skijacke und dem Lawinen-Rucksack.

Bei der Anprobe sollte neben dem perfekten Sitz auch auf den Tragekomfort geachtet werden. So bieten zum Beispiel die dehnbaren Rückenprotektoren von Dainese (Dainese Manis Winter Rückenprojektor) eine starke Lochung, um die Kontaktfläche zum Körper zu reduzieren und so eine optimale Temperaturregelung im Dauergebrauch zu sichern.

Die meisten Hersteller bieten verschiedene Größen und Längen an. Für Damen und Herren gibt es zum Teil eigene Versionen, unter Beachtung der anatomischen Besonderheiten.

Alle Protektoren – auch die beim Discounter – müssen die europäischen Norm EN1621-2 erfüllen. Generell hält ein Protektor fünf bis sechs Jahre, dann wird das Material porös. Damit es nicht vorschnell ermüdet, wird empfohlen, den Rückenprotektor wie alle Kunststoff-Ausrüstung (Helm, Skistiefel) nicht zu kalt (z.B. über Nacht im Auto) aufzubewahren. Nach einem schweren Sturz sollte der Protektor sofort erneuert werden.


Kauf von Rückenprotektoren

Grundsätzlich kann ein Rückenprotektor für viele Action Sports genutzt werden, zum Motorradfahren, Reiten, Mountainbiken, Skifahren und Snowboarden. Je spezialisierter der Protektor ist, desto höher sind Tragekomfort und Sicherheit.

Protektoren sind bei zahlreichen Online-Shops (Blue Tomato, Intersport, Bergzeit, Amazon etc.) und direkt bei den Herstellern (Salomon, Dainese, Atomic, Scott etc.) erhältlich. Oft wird mit Sonderangeboten geworben und versandkostenfrei versendet. Ein Online-Guide hilft bei der Auswahl.

Um den optimale Größe und Passform zu garantieren sind Anprobe und Beratung im Fachgeschäft jedoch von großem Vorteil.

Rückenprotektor kaufen – die wichtigsten Fragen nochmal in der Übersicht:

  • Welcher Verwendungszweck überwiegt?
  • Passt der Rückenprotektor genau?
  • Wie hoch ist der Tragekomfort?
  • Erfüllt der Protektor die Euro-Norm EN1621-2?
ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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