Claudia Klingelhöfer
Autor:
Claudia Klingelhöfer (Chefredakteurin)

Nachhaltigkeit: Branchenführer möchte bald PFC-frei produzieren

Ohne PFC: Gore Fabrics will grüner werden

Gore hat angekündigt, bis 2020 ökologisch bedenkliche PFCs aus einem Großteil seiner Laminate zu verbannen. Bis Ende 2023 will das US-amerikanische Unternehmen dann komplett ohne PFC liefern. Diese Ziele sind Teil des Nachhaltigkeitsprogramms des Marktführers unter den Zulieferern.

Der Stand von Gore auf der ISPO MUNICH 2017
Der Stand von Gore auf der ISPO MUNICH 2017

„Bereits 2003 haben wir uns bei Gore entschieden neue ökologischere Materialien zu entwickeln, indem wir uns das Ziel gesetzt haben, langkettige PFCs zu eliminieren“, sagt Bernhard Kiehl, Leiter des Nachhaltigkeitsprogramms von Gore Fabrics, „wenige Jahre darauf haben wir angefangen, systematisch Ökobilanzen zu veröffentlichen.“

Jetzt sei die Firma soweit, dass konkrete Ziele zur kompletten Verbannung von ökologisch bedenklichen PFCs kommuniziert werden könnten. 

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Bernhard Kiehl, Leiter des Nachhaltigkeitsprogramms von Gore Fabrics
Bernhard Kiehl, Leiter des Nachhaltigkeitsprogramms von Gore Fabrics

Gore hat besondere Verantwortung gegenüber Kunden

Im Jahr 2013 seien bereits langkettige PFCs komplett aus allen Rohstoffen, die zur Produktion von Textilien benötigt werden, entfernt worden. Jetzt sollen die kurzkettigen PFC folgen. Gore stehe für hohe Performance und Langlebigkeit, sagt Kiehl, als Ingredient Brand habe man da eine besondere Verantwortung, die Hersteller und die Endkunden dürften nicht enttäuscht werden.


„Mit unserem ehrgeizigen Ziel, in all unseren Laminaten für Outdoor- Bekleidung auf ökologisch bedenkliche PFCs zu verzichten“, sagt Christian Langer, Geschäftsbereichsleitung Gore Fabrics, „unterstreichen wir unser jahrzehntelanges Engagement, den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte stetig zu verbessern.“

Im Dialog mit Greenpeace

Erst im vergangenen Jahr hatte Greenpeace viele Unternehmen aus der Outdoor-Branche für den Einsatz von PFC stark kritisiert. Von 40 Produkten waren in einer Untersuchung nur vier PFC-frei gewesen.

Christian Langer, Geschäftsbereichsleitung Gore Fabrics
Christian Langer, Geschäftsbereichsleitung Gore Fabrics

Diese Studie sei nicht der Ausschlag gewesen für weitere Anstrengungen im Nachhaltigkeitsbereich, sagt Kiehl. Der Dialog mit Greenpeace sei danach aber noch intensiver geworden. Dazu gehörte auch, dass man sich auf eine gemeinsame Definition ökologisch bedenklicher PFC einigte.

Einen sogenannten Stakeholder-Dialog führt Gore nach eigener Aussage schon länger. Dort seien schon immer kritische Stimmen miteingebunden gewesen, zudem sei das Thema Nachhaltigkeit auch von Kundenseite gekommen, erzählt Kiehl.


Jetzt soll gemeinsam mit Gore-Lieferanten ein ambitioniertes Innovationsprogramm umgesetzte werden, welches die Entwicklung von Imprägnierungen und Membranen umfasst. Die ersten Produkte mit einer PFC-freien Imprägnierung sollen dann in der Herbst-/Winter-Saison 2018 im Einzelhandel verfügbar sein.

Neue Umweltziele betreffen auch Bluesign und Öko-Text-Standard

Den von Gore angekündigten Zeitziele hat laut Gore auch Greenpeace zugestimmt. Zudem sagt Chiara Campione, Detox Outdoor Corporate Lead bei Greenpeace Italien: „Angesichts der bedeutenden Rolle von Gore Fabrics in der Wertschöpfungskette wird die von Gore vorangetriebene Innovation das Spektrum von Outdoor-Materialien, die keine schädlichen PFCs enthalten, erheblich erweitern.“

Chiara Campione, Detox Outdoor Corporate Lead bei Greenpeace Italien
Chiara Campione, Detox Outdoor Corporate Lead bei Greenpeace Italien

Neben diesen Anstrengungen gibt es bei Gore schon seit Jahren das Bemühen, möglichst viele Laminate bluesign und nach dem Öko-Tex-Standard zertifizieren zu lassen. Im Rahmen der neuen Umweltziele sollen bis 2020 alle Laminate Öko-Tex-Standard 100 zertifiziert sein (aktuell fast 90 Prozent).

Gleichzeitig will Gore bis 2020 85 Prozent der Laminate von bluesign anerkennen lassen (aktuell 70 Prozent).

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