Autor:
Lars Becker

CIO Martin Wild über Multichannel-Verkauf, Voice-Shopping und Roboter

Was der Sporthandel von Saturn und Media Markt lernen kann

2011 hatte die Saturn/Media-Markt-Gruppe noch kein Online-Business. Jetzt investiert sie als ausgezeichneter Multichannel-Verkäufer in kassenlose Geschäfte, Voice-Shopping und die holographische Assistentin Paula. Zu tun hat das mit einem radikalen Wandel der Firmenkultur, den Chief Innovation Officer Martin Wild in seinem Vortrag auf dem ISPO Digitize Summit auch der Sportindustrie nahelegte.

Der Innovations-Experte Martin Wild experimentiert in den Geschäften seines Unternehmens auch mit anderen Robotern.

„Innovation steckt nicht in der DNA vieler Firmen. Und Deutschland ist sowieso ein Land, in dem am besten keine Fehler gemacht werden sollen", sagt der CIO der Saturn/Media-Markt-Gruppe Martin Wild. Aber er könne nur alle dazu aufrufen, beim Prozess der Digitalisierung Fehler zu erlauben und daraus zu lernen.

Investment in die Zukunft

„Auch wir waren ein Online-Dinosaurier und haben uns gewandelt“, sagte Wild. Er empfahl all den Zuhörern aus der Sportbranche, in ihren Unternehmen eine unabhängige Innovationsabteilung mit eigenem Budget zu schaffen. Damit seine Elektronik-Handelskette im Rennen um die Technologie der Zukunft nichts verpasst, werde in verschiedenste Technologien investiert.

Einkaufserlebnis für den Kunden bieten

Viele davon könnten auch für die Sportindustrie interessant sein. So wird in Innsbruck nach dem Vorbild von Amazon ein kassenloses Saturn Express-Geschäft getestet, bei dem über PayPal oder andere mobile Bezahlsysteme mobil abgerechnet wird. Vorreiter ist der Elektronik-Konzern auch beim Voice Shopping, bei dem man über Google Assistant nur mit seiner Stimme waren ordern kann. Ebenfalls eine Rolle spielen Roboter, die das Einkaufserlebnis für den Kunden verbessern sollen.



Roboter, Augmented Reality und Virtual Reality

„Wir haben Paul, den Roboter. Manche kommen in unsere Stores, nur um mit ihm zu kommunizieren“, berichtet Wild. Der Innovations-Experte experimentiert in den Geschäften seines Unternehmens auch mit anderen Robotern wie Pepper, Augmented Reality und Virtual Reality. Ganz besonders ist Wild von Paula begeistert. Paula ist eine holographische Assistentin, die den mit einer Datenbrille ausgestatteten Kunden zum gewünschten Produkt führt und dieses erklärt.

„Wir haben Paula in unseren Stores getestet. 70 Prozent der Kunden haben erklärt, dass sie solch einen virtuellen Assistenten nutzen würden“, berichtete Wild begeistert. Als genereller Erfolgsindikator für neue Technologien machte der Technologie-Freak aus, „dass sie das Einkaufserlebnis für den Kunden leichter und besser macht“. Möglicherweise erfolgsversprechend könnte nach diesen Vorgaben auch eine von Wild vorgestellte Idee des Startups Moby sein. Dort wird eine rollende Einkaufswelt geplant, die man sich als Kunde vor die Haustür holen kann.

Technologie macht Welt einfacher

Die Kritik eines Zuhörers im Auditorium, dass diese Welt voller neuer Technologien nicht mehr menschlich sei, wies Wild zurück: „Das sind alles Sachen, die die Welt einfacher für die Menschen machen.“ Wenn sein Unternehmen sie nicht ausprobiere, werde es ein anderes tun – und seine Firma werde überflüssig. Die Geschwindigkeit des Wandels sei radikal: „Jeder hat heute mit seinem Smartphone mehr Rechnerleistung in der Tasche, als sie die NASA 1969 bei der Mondlandung hatte.“

Autor:
Lars Becker
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