Magdalena Kalus
Autor:
Magdalena Kalus

Fitness & Running: Ohne Schweiß kein Preis

Bloggerin Maggy geht auf Zeitreise: Von der Steinzeit in die digitale Zukunft

Nachdem sich unsere Bloggerin Magdalena Kalus gestern im Watersports Village und der Snowsports Area sportlich ausgetobt hat, wollte sie es heute etwas gemütlicher angehen lassen. Natürlich ging dieser Plan nicht auf. Hier lesen Sie, was Maggy erlebte, als sie für uns die Runner´s World auf der ISPO Munich besuchte.

High Performance beim Trendsouting - unsere Bloggerin zeigt vollen Einsatz auf der ISPO Munich 2018.
High Performance beim Trendsouting - unsere Bloggerin zeigt vollen Einsatz auf der ISPO Munich 2018.

Es ist der für mich der dritte Tag auf der ISPO Munich 2018 und ich bin am Morgen erstmal ziemlich müde – vom Kilometersammeln, das mein Trendscouting so mit sich bringt. Wie gerne hätte ich ein paar Siebenmeilenstiefel für die etwas angeschlagenen Füße. Nachdem ich gestern 11 Kilometer durch das Watersports Village und die WOOLstreet bzw. die Snowsports Area hinter mich gebracht habe, habe ich heute alles im Sinn außer mich schnell zu bewegen. Natürlich passiert genau das Gegenteil.

Wer Laufen und Fitness liebt, findet auf der ISPO Munich alles, was er braucht

Ich sehe (obwohl ich ihn ja eigentlich gar nicht mehr brauche) auf den Hallenplan und identifiziere einen schwarzen Fleck – wie, es gibt tatsächlich einen Ort, an dem ich bisher noch nicht gewesen bin? Ja, Health und Fitness / Body & Mind. Laufen und Fitness, das kann ich und mag ich. Passenderweise findet in Halle A6 das RUNNER’S WORLD Laufschuhsymposium statt, in dem es um Neuheiten und Trends im Health & Fitness Bereich und die digitale Zukunft des Laufens geht. Perfekt denk ich mir und starte motiviert auf dem Laufband im 1. OG Richtung Osten – es soll nicht das Einzige bleiben heute.

In der Runners’s World auf der ISPO Munich hat unser Trendscout Maggy jede Menge Spaß.
In der Runners’s World auf der ISPO Munich hat unser Trendscout Maggy jede Menge Spaß.

Als ich Halle A5 betrete, bleibt mein Blick sofort an einem riesigen Stand hängen, an dem es hochtechnisch zugeht. Erst erkenne ich nicht, was es mit der grauen Maschinenstraße auf sich hat, an der mehrere Menschen im Accord arbeiten.

Bei näherem Hintreten wird mir klar: Die bauen hier Laufschuhe! Direkt hier vor Ort, in der Halle – und das nicht von der Stange, sondern nach aufwändigem 3D-Scan von Besucherfüßen und Laufanalyse customized und individuell.

Als leidenschaftliche Läuferin, die sich bei Distanzen +50km immer wieder mit Blasen und Gelenkproblemen rumärgert, kommt mir das genau recht. Sowas muss ich auch haben! Das Verfahren geht schnell: Rechter Fuß-Scan, linker Fuß-Scan, mehrmals über eine Matte laufen, Modell und Farbthema auswählen, fertig.

Aus den so gewonnen Daten werden an der „fitstation“ individuelle Sohlen und Einlagen gefertigt, in den nächsten Stunden kann ich meinen Schuh abholen. Über beide Backen grinsend und voller neuer Energie und in Vorfreude auf meine neuen Schuhe, habe ich Lust auf Sport bekommen. Glücklicherweise gibt’s hier genug davon.

An der „fitstation“ lässt sich Maggy für ihren persönlich angefertigten Laufschuh individuelle Sohlen und Einlagen nach 3D-Scan anfertigen.
An der „fitstation“ lässt sich Maggy für ihren persönlich angefertigten Laufschuh individuelle Sohlen und Einlagen nach 3D-Scan anfertigen.

Beim Übergang in Halle A6 höre ich Musik, der ich interessiert folge. Klingt nach klassischem Workout, ist es aber nicht. Ehe ich mich versehe stehe ich auf einem Highspeed-Trampolin und springe zu Eric Prydz und Lasershow auf und ab. Hatte ich nicht gerade erst gesagt, ich wolle mich heute nicht bewegen?

Spontane Meinungsänderung – das Highspeed-Trampolinspringen machte mega Spaß und ist aktuell einer der Trends im Fitness- und Aerobicbereich. Wie beim SUP-Yoga geht`s hier an die Tiefenmuskulatur und nach wenigen Minuten pumpe und schwitze ich ziemlich.

Trampolinspringen macht Spaß und trainiert die Tiefenmuskulatur

Im Vergleich zu den Trainerinnen hier bin ich fast schon unsportlich und träge, groove mich aber bald ein und kann auch den oder anderen coolen Jump hinlegen. Mittlerweile dampfe ich aus jeder Pore und sehe nicht mehr wirklich fotogen aus – Laufbänder testen? Jetzt auch kein Problem mehr denk ich und steuere ein Band an, neben dem auch Testschuhe und ein großer Bildschirm stehen. Was es damit wohl auf sich hat?

Highspeed-Trampolinspringen - einer der aktuellen Trends im Fitness- und Aerobicbereich.
Highspeed-Trampolinspringen - einer der aktuellen Trends im Fitness- und Aerobicbereich.

Bei näherem Hinsehen realisiere ich, dass es hier nicht nur um das Laufband geht, sondern um eine Schuheinlage, die sich via Sensor mit einer Smartphone-App verbinden lässt und die die Lauftechnik analysiert. Beim ISPO Brandnew Gewinner 2016 EVALU, der es scheinbar vom Newcomer zum aufstrebenden Unternehmen geschafft hat, gibt es sozusagen Laufbandanalyse „on the run“, bei jedem Schritt, immer und überall.

Das muss ich testen! Ich schlüpfe in die mit der Analyseeinlage bestückten Testschuhe und schwinge mich auf’s Laufband. Erst bei 5:30min/km, dann bei 4:30 und dann immer und immer schneller.

Die mobile Laufanalyse verhindert Fehlbelastungen

Das Laufband läuft, der Schweiß auch – ich hätte besser den Pulli ausziehen sollen. Bei einem Blick auf den Bildschirm ist dieser Test aber jede Anstrengung wert. Ich lerne, dass ich bei langsamem Tempo eher das linke als das rechte Bein belaste, dass ich eine niedrige Kadenz habe – das hatte ich vermutet, ist wohl das Faultier in mir – und eine gute Mittelfußtechnik.

Solch eine „mobile Laufanalyse“ finde ich superinteressant, da man bei längeren Läufen zum Beispiel Ermüdungserscheinungen und Fehlbelastungen vorbeugen kann und immer Up-to-date über seinen Laufstil ist.  Die App gibt dann auch noch Tipps für das richtige Training – einfach cool.

Beim ISPO Brandnew Gewinner 2016 EVALU gibt es eine Laufbandanalyse „on the run“, bei jedem Schritt, immer und überall.
Beim ISPO Brandnew Gewinner 2016 EVALU gibt es eine Laufbandanalyse „on the run“, bei jedem Schritt, immer und überall.

Genug gerannt bin ich jetzt, andere Geräte müssen her. Mein Blick bleibt an etwas nicht Alltäglichem hängen. Ein Fahrrad aus Holz (das hatten wir ja gestern schon), aber nicht eines zum Radln auf der Straße, sondern ein Ergometer für Fitness- oder Homestudio. Und nicht nur ein Fahrrad, sondern zahlreiche verschiedene Fitnessgeräte aus Holz. Das ist trendy, cool und nachhaltig und sticht voll aus der Masse der sonst größtenteils schwarzen Plastikgerätschaften.

Ich sympathisiere mit beidem, bin Homo Erectus und Digital Native in einem – und greife in digitaler Gewohnheit zu stylischen Wireless Headphones, die mir im Vorbeigehen auffallen. Eine Frage bleibt aber immer noch offen: Gibt’s für Trendscouts eigentlich Kilometergeld?

Hanteln aus Stein – gar keine so schlechte Idee...

Wooden Fitness-Innovations sind das Eine, Hanteln aus Stein sind aber nochmal was Anderes. Erst denke ich, dass ich nicht richtig sehe, aber beim Hinfassen wird klar, hier gibt’s echt Kettle- und Dumbbells á la Fred Feuerstein. Eigentlich ja keine dumme Idee, die Materialien wieder zu re-inventen, die mal die Basis für Gewichte und körperliche Ertüchtigung waren. Aber krass ist er schon, der Sprung von der digitalen Zukunft im Sport zurück in die Steinzeit – wobei beide Entwicklungen ihren Sinn und meinen Zuspruch haben.

Hanteln aus Stein - echte Kettle- und Dumbbells á la Fred Feuerstein.
Hanteln aus Stein - echte Kettle- und Dumbbells á la Fred Feuerstein.
Magdalena Kalus
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