Autor:
Thomas Becker

So erste Tag der ISPO Munich 2018

„München wird zur Welthauptstadt des Sports“

Kaum hat die ISPO Munich 2018 ihre Pforten geöffnet, schon strömen sie hinein, die Super-Stars der Branche. Thomas Dreßen, Bode Miller, Ingemar Stenmark, Julia Mancuso: Mehr Winner-Mentalität geht nicht. So war der erste Tag der ISPO Munich 2018.

Ausprobieren, Netzwerken, Geschäfte machen: das ist die ISPO Munich 2018
Ausprobieren, Netzwerken, Geschäfte machen: das ist die ISPO Munich 2018.

Die ISPO Munich 2018 ist eröffnet: 2800 Aussteller, 16 Hallen, acht Segmente – dazu mit der ISPO Digitize einen Innovationsschwerpunkt für die digitale Transformation und mit der ISPO Munich Sports Week der Schritt in die Stadt, Richtung Konsumenten. „Durch die ISPO Munich wird München zur Welthauptstadt des Sports", sagte ISPO Director Tobias Gröber bei der Eröffnung. ISPO.com fasst die Höhepunkte des ersten Messetages zusammen. 

Streif-Sieger Thomas Dreßen mit exklusiver News auf der ISPO Munich

Am Tag zuvor stand er noch in Garmisch-Partenkirchen im Zentrum des Interesses, diesmal hatte er die schweren Skischuhe und den engen Bogner-Rennanzug gegen leichteres Schuhwerk sowie Jeans und Turnschuhe getauscht: Der Mittenwalder Thomas Dreßen, frisch gebackene Ski-Legende, besuchte mit den DSV-Kollegen Stefan Luitz, Linus Strasser sowie dem Südtiroler Christof Innerhofer den Stand seines Ski-Ausrüsters Rossignol in der Halle B 6, schrieb sich brav die Autogrammfinger wund und ließ zur Feier des Tages auch noch die Sektkorken knallen: Zu feiern gab es seine Vertragsverlängerung um zwei weitere Jahre mit dem heuer so überaus erfolgreichen französischen Hersteller.

Thomas Dreßen gibt Autogramme
Streif-Sieger Thomas Dreßen gibt Autogramme.

Bode Miller spricht über seine zweite Karriere

Auch Bode Miller hat noch einen Vertrag – als Teilhaber der Bekleidungsfirma Aztech Mountain. Im vergangenen Jahr hatte er auf der ISPO Munich seine Karriere als Rennläufer für beendet erklärt, nun sprach er über seine nächste Karriere als Geschäftsmann. Als Chief Innovation Officer kurbelt er auf der ISPO Munich das Geschäft seines Outdoor-Unternehmens an und ist dabei voll des Lobes: „Du denkst, du hast schon alles gesehen im Sport – und dann siehst du diese Innovationen und bist geflasht. Ich mag die Power sehr, die von der ISPO Munich ausgeht.“ Kein Widerspruch, nirgends.

„Ich vermisse das Racing zu keiner Sekunde": Ski-Olympiasieger Bode Miller, Miteigentümer beim US-Outdoorunternehmen Aztech, im Gespräch mit ISPO.com Chefredakteur Gunnar Jans.
„Ich vermisse das Racing zu keiner Sekunde": Ski-Olympiasieger Bode Miller, Miteigentümer beim US-Outdoorunternehmen Aztech Mountain, im Gespräch mit ISPO.com Chefredakteur Gunnar Jans.

Skilegende Ingemar Stenmark spricht über seine aktive Zeit

Von Ingemar Stenmark sowieso nicht. Der ist zwar noch ein bisschen länger raus aus dem Wettkampf-Business als Miller, aber der große Auftritt im Scheinwerferlicht war eh noch nie sein Ding. Die mittlerweile 61-jährige Ski-Legende aus Nordschweden stellte beim Skibrillen-Hersteller Spektrum eine Limited Edition vor und erzählte natürlich auch ein bisschen von den alten Zeiten: „Ich hatte damals vier Paar Ski für den ganzen Winter: zwei für Slalom, zwei für Riesenslalom. Ich glaube heute haben sie mehr...“ Auch hier: kein Widerspruch, echt nicht.

Ingemar Stenmark beim Skibrillenhersteller Spektrum auf der ISPO Munich 2018
Ingemar Stenmark beim Skibrillenhersteller Spektrum auf der ISPO Munich 2018

Mehr als 100.000 chinesische Kunden sind per Livestream dabei!

Die ISPO MUNICH war an diesem Sonntag aber auch in China im wahrsten Sinne des Wortes ein Publikumskracher. „Die ISPO Munich wird auf Tmall Live Broadcasting übertragen“, berichtete Alibaba-Manager Karl Wehner während des Talks in der ISPO Digitize Area, „und die Zahl der chinesischen Kunden, die sich den Stream ansehen, liegt in diesem Moment bei über 100.000.“ Wehner ist Managing Director beim E-Commerce-Giganten und für die Entwicklung von Partnerschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz, Türkei und Osteuropa zuständig. Mit seinen Tmall-Plattformen bietet die Alibaba Group interessierten Unternehmen einen einfachen Zugang zu fast 500 Millionen neuen Konsumenten in China.

Intersport und Sport 2000 sprechen über ihre Zukunfts-Visionen

Die beiden großen Sporthändler-Verbünde Intersport und SPORT 2000, die sich am Sonntag bei Pressekonferenzen auf der ISPO Munich präsentierten, stellen sich derweil mit innovativen Ideen für die Zukunft auf. Intersport hat nach 38 Jahren sein Corporate Design modernisiert und setzt im E-Commerce auf seine neu ausgerollte kooperative Händlerplattform. Im Oktober wurde in Berlin mit dem „Future Store“ zudem ein neues Betriebskonzept gestartet. „Selbst Industrieplayer haben zu uns gesagt, dass sie sich so den stationären Handel von Morgen vorstellen. Auch die Kundenreaktionen waren sehr gut. So wollen wir jüngere Kunden wieder zurückholen“, schwärmte der Intersport-Vorstandsvorsitzende Kim Roether.

Olympische Spiele und Fußball-WM befeuern Hoffnung auf gute Geschäfte

Vor allem in Österreich ist das Wachstum außergewöhnlich: 2017 wurde der Umsatz um 17 Prozent auf 0,53 Milliarden Euro gesteigert. In Deutschland stand unter dem Strich im vergangenen Jahr genau wie beim Konkurrenten SPORT 2000 ein Plus von 1 Prozent. SPORT 2000 wiederum rückt neben der Hoffnung der Branche auf das Supersportjahr 2018 mit den Olympischen Spielen und der Fußball-WM besonders den Wintersport in den Fokus. Um neue Akzente zu setzen, könnte es künftig als offiziellen Saisonstart einen „Big Bang“ geben.

Mit dieser konzertierten Aktion von Industrie und Handel – als Termin dafür angedacht ist der 1. Donnerstag im November – sollen die Konsumenten gezielt auf den Skimarkt gelenkt werden. „Wenn die gesamte Branche die Saison gemeinschaftlich über alle Kanäle eröffnet, dann kämen die Kunden an diesem Thema doch gar nicht mehr vorbei“, so Geschäftsführer Andreas Rudolf. Die ISPO Munich sei genau für solche Themen wie den Austausch mit der Industrie extrem wichtig, so Rudolf.

Maggy auf dem Holz-Fahrrad MyEsel
Bloggerin Maggy auf dem Holz-Fahrrad MyEsel.

Auch die European Outdoor Group (EOG) appelliert mit Blick auf die anstehende Vergabe der OutDoor an den Zusammenhalt der Branche. Preise gab es am Auftakttag der ISPO Munich auch schon – als erstes von fünf Segmenten nahmen die Snowsports-Preisträger ihre ISPO Award-Trophäen entgegen. Outdoor-Bloggerin Magdalena „Maggy“ Kalus widmete sich in ihrem ersten Trendreport für der faszinierenden Vielfalt der ISPO Munich – von den „My Esel“ Fahrrädern aus Holz über Insektenriegel bis hin zu modularen Skateboard-Lösungen.

So, das war jetzt zwar längst noch nicht alles an diesem ersten übervollen ISPO-Tag, aber irgendwann muss ja mal Schluss sein. Schließlich ist morgen auch wieder ISPO. Und übermorgen. Und überübermorgen. Und Dank ISPO.com ja auch das ganze Jahr.

Lesen Sie hier unsere Vorschau auf den zweiten Tag der ISPO Munich 2018.

 

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Thomas Becker
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