Autor:
Lars Becker

Gehalt, Follower, Sponsoren: Das sind die Stars der Fußball-WM 2018 in Russland

Mesut Özil: Schwerer Stand nach einer enttäuschenden WM

Das Treffen von Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sorgte bei deutschen Fußball-Fans für Ärger bei der Fußball-WM in Russland. Özil ist in Deutschland mittlerweile sogar noch unbeliebter als Cristiano Ronaldo. Dazu kommt noch das enttäuschend frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde, nach dem sich auch DFB-Teammanger Oliver Bierhoff zu Wort gemeldet hat. Doch Özil hat immer noch Grund zur Freude.

Mesut Özil im Trikot der deutschen Nationalmannschaft
Mesut Özil im Trikot der deutschen Nationalmannschaft

Es war ein Nationalmannschaftsjahr zum Vergessen für Mesut Özil: Schon vor der WM 2018 in Russland jede Menge Ärger mit den deutschen Fans. Genau wie Nationalspieler-Kollege Ilkay Gündogan traf sich Özil in London mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und überreichte ihm ein Trikot seines Vereins FC Arsenal. 

Politiker wie Anhänger nahmen dem Nationalspieler den Fototermin mit dem umstrittenen Präsidenten übel. Öffentlich äußern wollte sich der Mittelfeldmann zur Thematik allerdings nicht. 

Die Affäre hinterließ Spuren: Einer Studie des Hamburger Marktforschungsunternehmens „Splendit Research“ zufolge, zählten 49 Prozent aller Bundesbürgern zu den sogenannten „Hatern“ von Mesut Özil. Betrachtet wurde dabei der Zeitraum vom 6. Juni bis zum 11. Juni, also kurz vor Start der Fußball-WM in Russland. Damit erreicht Özil den letzten Platz in der Beliebtheitsskala der Top 20 WM-Stars. Lediglich Portugals Superstar Cristiano Ronaldo ist ähnlich unbeliebt (37 Prozent).

Und auch während der WM lief es nicht besser für Özil: Schon in der Gruppenphase war für ihn und das DFB-Team Schluss. Im zweiten Spiel gegen Schweden ließ ihn Bundestrainer Joachim Löw erstmals seit langer Zeit bei einem wichtigen Spiel auf der Bank.

Obwohl Özil bei weitem nicht der schwächste Deutsche auf dem Platz war, schossen sich Kritiker und Populisten nach dem WM-Aus auf ihn als Sündenbock ein.

Oliver Bierhoff
Oliver Bierhoff: „Man hätte überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet.“

Bierhoff hinterfragt Özil-Nominierung nach WM-Aus

Befeuert wird das Thema nun auch noch ausgerechnet von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. In seinem ersten Interview nach dem WM-AUS sagte er zur "Welt": "Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen", Und weiter: "Man hätte überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet." Damit liefert er Kritikern und Populisten weiteren Nährboden.

Mesut Özil ist Deutschlands größter Social-Media-Star

Zuvor hat ihn sein Tanz zwischen den Welten – türkische Herkunft, deutsche Staatsbürgerschaft, Vereins-Vertrag beim FC Arsenal in England – zum populärsten deutschen Fußball-Star in den sozialen Medien gemacht. Bei Facebook folgen ihm über 31 Millionen Fans, bei Instagram sind es gut 16 Millionen. Auch bei Twitter besitzt Özil 23 Millionen Anhänger.

Genau dort verkündete der 29-Jährige auch Anfang Februar 2018 seine Vertragsverlängerung beim FC Arsenal.

400.000 Euro Gehalt pro Woche für Arsenal-Star

Manchester United und Juventus Turin sollen auch Özil interessiert gewesen sein, doch der einst für die deutsche Rekordsumme von 50 Millionen Euro von Real Madrid in die britische Hauptstadt gewechselte Mittelfeldspieler entschied sich für den Verbleib beim FC Arsenal bis zum 30. Juni 2021.

Der wichtigste Grund wird ein Millionen-Handgeld und die Erhöhung seines Gehalts auf 400.000 Euro gewesen sein – pro Woche wohlgemerkt. Das sind im Jahr 20,6 Millionen Euro, womit er den Nationalmannschafts-Kollegen Toni Kroos als Nummer 1 der Gehaltsliste der deutschen Kicker ablöst. Obwohl er im Gegensatz zu Kroos kein Garant für große internationale Vereinstitel ist: Mit Arsenal hat Özil dreimal den FA Cup gewonnen, mit Real Madrid die spanische Meisterschaft und mit Werder Bremen den deutschen Pokal. Auf internationale Vereinstitel wartet Özil noch vergebens!

Mesut Özil ist Werbegesicht von Adidas

Trotzdem hat Özil noch satte Werbeverträge mit großen Firmen wie Cyrus Geneve, Mercedes-Benz, dem japanischen Videospielhersteller Konami oder Adidas. Der bis 2020 laufende Vertrag mit der Sportartikelfirma soll Özil jährlich allein knapp 2,5 Millionen Euro garantieren.

Abgeschlossen wurde der Kontrakt von der Özil Marketing GmbH, die bis 2013 von seinem Vater geleitet wurde. Nach einem innerfamiliären Streit musste Özil eine Abfindungszahlung von 8,1 Millionen Euro an seinen Papa leisten. Er kann sich’s leisten: Özils Vermögen wird auf knapp 50 Millionen Euro geschätzt.

Mesut Özil in Beziehung mit Mrs. Türkei 2014

Nicht nur in Sachen Geld stimmt es bei Özil wieder, auch in der Liebe. „Ich bin gesegnet“. Mit diesen Worten stellte Mesut Özil seine neue Freundin Amine Gülse in diesem Jahr auf den sozialen Medien vor. Die beiden sollen schon seit 2016 ein Parr sein, aber inzwischen bekennt sich der Weltmeister von 2014 mit deutlichen Liebeserklärungen offen zur Miss Türkei 2014.

Das Ende der Beziehung mit Monrose-Sängerin Mandy Capristo ist endlich verarbeitet – vielleicht hängt das ja auch damit zusammen, dass seine neue Flamme ebenfalls gut singen kann. Hier trällert sie auf Türkisch „Ich liebe Dich“.

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Lars Becker
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