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Days, 7 Good News: The true Mo Farah & Schiri-Outing vor Katar

LISTICLE | 13.07.2022
Bild mit der Aufschrift Good News
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. 

Und wir legen auch gleich los, mit Mo Farah, der reinen Tisch im Bezug auf seine Vergangenheit macht, einem Schiedsrichter, der sich trotz starker Homophobie in seinem Heimatland outet und einer Familie, die den Transfer zum FC Bayern gemeinsam durchzieht.

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Erfolg vor Gericht für Claudia Pechstein

Für Claudia Pechstein gibt es nach mehr als zehn Jahre Rechtsstreit endlich einen großen Erfolg. Wegen Dopingverdachts war die Eisschnellläuferin für zwei Jahre gesperrt worden und hatte auf Schadenersatz und Schmerzensgeld geklagt. Da bei Pechstein eine erblich bedingte Anomalie des Blutes nachgewiesen worden war, die die erhöhten Blutwerte bei der Dopingprobe erklären könnte, war die Sperre umstritten gewesen. Jetzt bekam die Fünffach-Olympiasiegerin überraschend vor dem Bundesverfassungsgericht Recht und möchte vor das Zivilgericht gehen. „Ich wurde gedemütigt und öffentlich hingerichtet“, sagte Pechstein nach dem Urteil. Es sei eine unglaubliche Erleichterung, jetzt vor Gericht klagen zu dürfen. Wir hoffen für sie, dass sie dieses Kapitel bald ganz abschließen kann.

2

Mo Farah macht reinen Tisch

Mohamed Farah hat Großbritannien zu vier olympischen Goldmedaillen im Langstreckenlauf verholfen und sich gleichzeitig zu einem der bekanntesten Leichtathleten der Welt entwickelt. Jetzt macht Farah reinen Tisch, was seine Identität und Vergangenheit betrifft. In einer BBC-Doku berichtete er, dass er eigentlich Hussein Abdi Kahin heißt. Mit neun Jahren wurde er unter falschem Namen aus Somalia nach Europa verschleppt und lebte dort in sklavenähnlichen Zuständen. Warum er nach all den Jahren damit an die Öffentlichkeit geht? Als Vorbild für seine Kinder. „Als Eltern bringt man seinen Kindern bei, ehrlich zu sein”, sagte er. Für uns eindeutig gute Nachrichten - und auch, dass sich Farahs Leben durch den Sport zum Positiven entwickeln konnte.

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Forderungen nach Equal Pay für Spielerinnen werden lauter

Equal Pay für Nationalspielerinnen, das forderte Olaf Scholz vor dem Anpfiff des EM-Vorrundenspiels der deutschen Frauennationalmannschaft auf Twitter. Männer und Frauen sollten endlich gleich bezahlt werden, Spanien, der Gegner an diesem Abend, sei da ein Vorbild. Dort gibt es seit Ende 2019 einen Tarifvertrag inklusive Mutterschutz. Und vor kurzem sagte Nationalspielerin Lina Magull der Bild-Zeitung: „Wir sollten ab der Zweiten Liga so gut verdienen, dass niemand mehr nebenbei arbeiten gehen muss.” Bis dahin ist der Weg noch lang - aber ein anhaltender Dialog über Equal Pay bei Spielerinnen könnten der Anfang sein.

4

Igor Benevenutos Outing gegen Homophobie in Brasilien und Katar

Der brasilianische Fifa-Schiedsrichter Igor Benevenuto hat sich geoutet. An sich schon mutig und etwas, was sich nicht jeder in der Sportwelt traut. Dazu kommt aber noch, dass in Brasilien immer wieder Morde an Schwulen Schlagzeilen machen. Zudem ist er als Video-Schiedsrichter für Katar im Gespräch - ein Land, das ebenfalls für seine Homophobie bekannt ist. Deshalb ziehen wir den Hut vor Benevenuto, dass er hier ein Zeichen setzt. „Ich habe mein Leben damit verbracht, mich selbst zu opfern, um mich vor der physischen und emotionalen Gewalt der Homophobie zu schützen“, sagte der 41-Jährige in einem Podcast. „Ich möchte Beziehungen führen können, ich möchte in Ruhe Schiedsrichter sein“, sagt Benevenuto.

5

Mick Schuhmachers Aufstieg

Wie der Vater, so der Sohn: Für Mick Schuhmacher, den Sohn von Michael Schuhmacher, stellen sich die ersten Erfolge ein. Die Fans der Formel 1 kürten ihn nach dem Rennen in Spielberg zum „Fahrer des Tages“. Das zweite Mal in Folge in den Punkten, dazu eine immer bessere Fahrleistung. Mit Rang 6 erreichte er einen neuen Bestwert in seiner Karriere. Bei Sky sagte er: „Ich bin sehr glücklich mit dem Auto und wir rücken weiter an die Top-Teams heran.“ Wir sind gespannt, was wir künftig noch von ihm sehen werden.

6

Alexandra Föster: Alles für Platz 1

Mit 20 Jahren Weltcup-Gewinnerin, das schafft nicht jede*r. Alexandra Föster überraschte alle (und wohl auch sich selbst), als sie im Ruder-Einer in Luzern Platz 1 holte. Und diese Platzierung hat sie sich hart erarbeitet. Denn die Siegerehrung verpasste sie leider, weil sie wegen eines Zusammenbruchs beim Arzt war. „Ich habe mich nicht geschont und alles gegeben“, sagte sie dazu. Das war es ihr aber wert: „Das war geil. Im Rennen habe ich mich nur auf mich konzentriert und gar nicht mitbekommen, dass ich vorne bin“, sagte Föster über ihren Sieg. Na dann: Herzlichen Glückwunsch!

7

Als Familie zum FCB

Ein eher ungewöhnlicher Transfer: Bei Familie Hentcho Nseke wechseln gleich alle drei Söhne und der Vater oben drauf zum FC Bayern. Wie kommt das? Ursprünglich wollte der Verein nur den 14-Jährigen Sohn Aristide aus Mainz nach München holen - der gilt als absolutes Ausnahmetalent auf dem Rasen. Die Eltern bestanden aber darauf, dass die Familie zusammenbleibt und so wurden auch der zwölfjährige Aviel und der neunjährige Alex verpflichtet. Und auch der Vater arbeitet künftig für den FCB in der Talente-Förderung. Ein Riesenschritt für die ganze Familie. Alex schreibt dazu auf Instagram: „Ein neues Kapitel beginnt. Ich bin dankbar und freue mich auf das neue Abenteuer.”

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Antonia Wille
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