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Days, 7 Good News: Trauer, Tränen und Triumphe

LISTICLE | 06.04.2022
Bild mit der Aufschrift Good News
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit einem Sieg Oxfords im Traditionsrudern, der ersten DFB-Generalsekretärin und einem Formel-1-Helden, der Schwäche zugibt.

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Nach 122 Jahren: Heike Ullrich erste Generalsekretärin beim DFB

Mehr als ein Jahrhundert musste vergehen, bis eine Frau als erste Generalsekretärin den Deutschen Fußball-Bund aufmischt. Nach gut einem Jahr in kommissarischer Funktion übernimmt Heike Ullrich offiziell. Die 52-jährige diplomierte Sportökonomin arbeitet seit 1996 für den DFB und engagiert sich unter anderem für den Frauen- und Mädchenfußball. Sie wünscht sich „eine selbstverständliche Begeisterung für den Fußball als Ganzes, die Anerkennung und Wertschätzung, bei der kein Unterschied zwischen Männer- und Frauenfußball gemacht, sondern beides als attraktives und anspruchsvolles Angebot gesehen wird“. Da können wir nur begeisternd zustimmen!

2

Lauft für die schweren jungen Seelen

Wer traurig ist, kriegt beim Laufen schnell mal den Kopf frei. Hier gibt es jetzt einen Lauf, der ganz viele Köpfe von Traurigkeit und Trauer frei kriegen soll. Die Nicolaidis Young Wings Stiftung ruft im Mai dazu auf, mit einer sportlichen Charity Challenge ihre Angebote für Trauergruppen zu unterstützen. Die Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, gerade jungen Trauernden in ihrer Not zu helfen und so die schweren jungen Seelen zu entlasten. Vom 1. bis 31. Mai können Einzelläufer, Unternehmen oder Gruppen daran teilnehmen. Sie sollen laufen, ihre zurückgelegten Kilometer zählen, Leistungen posten und natürlich Spenden sammeln. Vergangenes Jahr kamen über 24.000 Spendenlaufkilometer zusammen – unter der Schirmherrschaft von Skilegende Hilde Gerg geht doch dieses Jahr etwas mehr, oder?

3

Darling, it’s Oxford

Was für eine außergewöhnliche Tradition: Auf der Londoner Themse haben mal wieder die Ruderer der Universitäten von Cambridge und Oxford ihre Boote zum traditionellen Boat Race zu Wasser gelassen. Sogar Publikum war wieder zugelassen, we are very pleased. Wer gewonnen hat in diesem seit rund 200 Jahren stattfindenden Duell? Darling, it’s Oxford – zum insgesamt 81. Mal, damit schrumpfte der Rückstand auf den 85-maligen Sieger Cambridge. Bei den Frauen dagegen gewannen die Ruderinnen aus Cambridge, die nun mit 46 zu 30 Siegen weit vorne liegen.

4

763 unendliche Tage doch vorbei

Es waren 763 Tage. Oder 18.312 Stunden. Oder 1.098.720 Minuten. Also alles in allem eine Ewigkeit, die Borussia Dortmund Deutschlands größtes Fußballstadion nicht mehr ausverkaufen durfte. Doch jetzt ist das Aussperren der Fußballfans vorbei. Und weil in Dortmund und allen anderen Fußballstädten Deutschlands Fans so richtig Bock darauf hatten, ihre Teams spielen zu sehen, wurde das vergangene Fußballwochenende zu einem einzigen Spektakel. Gut, dass die 81.365 Menschen in Dortmund einen Auswärtssieg von Leipzig sahen, dürfte dann doch ein kleines bisschen geschmerzt haben. Aber wir sagen trotzdem: You never walk alone!

5

Ein ehrlicher Formel-1-Held

Ein Kratzer oder eine Beule sind keine Schande, Lewis Hamilton. Und solch eine Offenheit das Zeichen großer Stärke: Die Psyche des Rekordweltmeister der Formel 1 scheint durch die ständige Konkurrenz ein paar Zusammenstöße erlitten zu haben. Mit bewundernswerter Ehrlichkeit schrieb Hamilton, dass es für ihn manchmal schwer sei, positiv zu bleiben. „Ich habe seit langer Zeit mit mentalen und emotionalen Problemen zu kämpfen, es ist eine große Anstrengung weiterzumachen, aber wir müssen weiterkämpfen, wir haben so viel zu tun und zu erreichen“, schrieb der 37-Jährige. Keep fightin‘!

6

Nach der Chemotherapie zur Vize-Meisterschaft

Ihre sportliche Leistung war schon immer überragend. Mit dem Ausspruch noch überragender lässt sich kaum steigern, was Schwimm-Paralympics-Siegerin Elena Semechin jetzt gelang. Die unter ihrem Geburtsnamen Krawzow in Tokio zur Goldmedaille geschwommene sehbehinderte 28-Jährige hatte nach ihrem Sieg die Diagnose eines Gehirntumors bekommen. Der ist zwar seit November operativ entfernt, doch bis vor wenigen Tagen bekam die Berlinerin noch Chemotherapie. Trotzdem sprang sie bei den Deutschen Meisterschaften zum Wettkampf ins Becken. Auf hundert Metern Brust wurde Semechin deutsche Vize-Meisterin – angesichts dieser Krankengeschichte einer der größten sportliche Erfolge, der je gelungen ist.

7

Sportliches Training vertreibt Kummer und Sorgen

„Wir waren faul wie die Waschbären“, sagte der Werbe-Opa, den die Bundesregierung für ihre PR-Strategie für einen möglichst konsequenten Corona-Lockdown eingespannt hatte. In dem Werbespot war das lustig – in echt ist es das nicht so wirklich. Wer noch immer nicht überzeugt ist, dass zu viel Trägheit insgesamt träge macht, bekommt es jetzt von Asics schwarz auf weiß. Der Sportartikelhersteller forderte Athlet*innen auf, mal eine Woche nichts zu tun. Sportler*innen bis hin zum Olympia-Sprinter Iwan Thomas stellten ihr Training ein. Sie ließen dabei aber nicht die körperlichen Folgen, sondern die psychischen Auswirkungen von Professor Brendon Stubbs untersuchen. Kleiner Spoiler: Die waren nicht gut. Das Selbstvertrauen sank, die positive Einstellung nahm ab, das mentale Energieniveau brach ein und auch Stress abbauen konnten die Athleten weniger gut. Also lasst die Waschbären faul sein, und rafft euch selbst auf zum Training.

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Antonia Wille