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Days, 7 Good News: Wir feiern sportliche Siege – vom Saarland bis nach Afrika

LISTICLE | 30.03.2022
Bild mit der Aufschrift Good News
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit einer ungewöhnlichen Kugelstoßerin aus dem Saarland, Afrikas ersten Fahrrad-Weltstar und einem mal wieder treffsicheren Tweet von Gary Lineker.

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Schluss mit dem einsamen Gleichberechtigungsboykott

Der einsamste Boykott der Fußballgeschichte hat ein Ende: 2017 hörte die Norwegerin Ada Hegerberg in der Nationalmannschaft auf, weil sie die fehlende Gleichberechtigung in Bezug auf Männerfußball nicht ertrug. 2018 wurde Hegerberg Weltfußballerin. Als sie 2019 bei der Weltmeisterschaft den Boykott weiter durchzog, war das noch ein Thema. Seitdem ist es auch wegen zahlreicher Verletzungen ruhiger um sie geworden, und erst recht um ihren Boykott. Doch nun überraschte die 26-Jährige mit ihrer Rückkehr in die Nationalelf. Kriecht da jemand zu Kreuze? Nein, mittlerweile hat sich einiges geändert im norwegischen Verband, vielleicht auch wegen Hegerberg. So steht jetzt mit der früheren Spielerin Lise Klaveness eine Frau an der Spitze des Verbands. „Sie hat mir klargemacht, dass es seitdem viel Wandel im System gegeben hat, neue Leute, die für Bewegung gesorgt haben“, sagt Hegerberg, die jetzt bei der Europameisterschaft für Norwegen kämpfen will.

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Lila-weiße Freunde von Blau-Gelb

Sie spielen in Lila-Weiß und machen einem jungen Mann in Blau-Gelb gerade die größte Freude: Die in der 3. Liga spielenden Fußballer des VfL Osnabrück haben den aus der Ukraine stammenden Jungprofi Vikentiy Voloshyn in ihr Training integriert. Der 20-Jährige ist der erste ukrainische Fußballer, der damit nach seiner Flucht einen Platz in einer Mannschaft gefunden hat. Der Sportdirektor des VfL Osnabrück, Amir Shapourzadeh, will dem in einer Flüchtlingsunterkunft gestrandeten jungen Mann damit Sinn geben. „Wir hoffen, dass wir ihm dadurch nicht nur sportlich, sondern auf allen anderen Ebenen helfen können.“

3

Stark durch Ablehnung

Ällabätsch, ihr Frauen-Hater: „Letztlich hat mich die Ablehnung gestärkt“ ist der Satz, den ihr euch hinter die Ohren schreiben könnt. Er kommt von Amélie Mauresmo. Die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin berichtete jetzt in der „Neuen Zürcher Zeitung“, wie sie als Trainerin des Briten Andy Murray angefeindet wurde. Nur wegen ihres Geschlechts. Mauresmo überstand das genauso wie die Anfeindungen, die sie erlebt hat, nachdem sie sich in jungen Jahren als homosexuell outete. „Ich hatte ein Tabu gebrochen, und man ließ mich das spüren“, erinnert sich die 42-Jährige an die Stimmung in ihrem Heimatland Frankreich. Inzwischen ist dies aber mehr als ausgestanden. Im Frühjahr kehrt Mauresmo zu den French Open nach Paris zurück – als Direktorin des wichtigsten Tennisturniers ihres Heimatlandes.

4

Afrikas erster Fahrrad-Weltstar

Fördern wirkt: Vor Jahren wurde der aus Eritrea stammende Biniam Girmay durch ein Entwicklungsprogramm des Fahrrad-Weltverbandes UCI gefördert. Jetzt ist der 21-Jährige der erste afrikanische Fahrrad-Weltstar. In Belgien gewann er den Klassiker Gent-Wevelgem und holte damit den ersten Sieg eines Afrikaners bei solch einem Rennen. Die Folgen waren entsprechend. „Ich habe 1000 Nachrichten bekommen“, vor seinem Hotel warteten die Fans. „Als erster Afrikaner zu gewinnen, bringt Druck mit sich“, sagt Girmay. Hoffentlich nimmt er es als Ansporn, wir wollen mehr Erfolge des neuen Radsport-Sterns.

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In Gary Linekers‘ Worten

Für diesen besonderen Moment überlassen wir Gary Lineker das Wort. Lineker ist der Mann, der in den besseren Zeiten des deutschen Fußballs den Satz geprägt hat: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Zum Comeback des Dänen Christian Eriksen in der Nationalmannschaft nach seinem Herzstillstand ging ein neuer Lineker durch die Social-Media-Welt, den wir gerne teilen: „Wunderbar, Christian Eriksen für Dänemark treffen zu sehen – 287 Tage nachdem wir das Schlimmste befürchten mussten. Fantastisch.“

6

Wertschätzung dem Weltklasse-Snowboarder

Ihr wollt mehr Aufmerksamkeit? Bei ISPO.com kriegt ihr sie: Die deutschen Snowboarder sind spitze und verdienen jedes Lob. Gerade konnte Martin Nörl als erster deutscher Snowboardcrosser den Gesamtweltcup holen. Ramona Hofmeister gelang der Weltcupsieg schon das dritte Mal. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur beschwerte sich Nörl über zu wenig öffentliche Wertschätzung für seine Sportart. „Wir gehören zu den führenden Snowboard-Nationen weltweit und hätten das verdient“, sagte der 28-Jährige. Wir stimmen zu!

7

Saarlands beste Kugelstoßerin ganz oben

Die Ehre kommt spät, aber sie kommt: Saarlands Meisterin im Kugelstoßen der Altersgruppe über 40 Jahre des Jahres 2016 bekam die Titelseite der linken „taz“ freigeräumt. Wir nehmen an, dass Anke Rehlinger herzlich gelacht hat über das dazugehörige Foto ihres Siegesstoßes. Denn nach der sensationellen absoluten Mehrheit der SPD-Politikerin bei der Landtagswahl am Sonntag titelte die „taz“ zum Bild Rehlingers mit der Kugel in der Hand: „Union und Linke schwer getroffen.“ Wir gratulieren und freuen uns über eine erfolgreiche Sportlerin in der Spitzenpolitik.

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Antonia Wille

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