Andi Spies
Autor:
Andi Spies

High-End-E-MTB im Praxistest

Ausprobiert: Das E-MTB M1-Spitzing mit dem TQ HPR® 120S-Antrieb

E-MTBs sind auf dem Vormarsch. Das mag manch puristischer Mountainbiker nicht gut finden, doch Mountainbikes mit unterstützendem Elektromotor haben sich in der Bike-Branche längst fest etabliert. Und das zu Recht, denn E-Mountainbikes ermöglichen ein völlig neues Bike-Erlebnis. Dies durfte ISPO.com beim zweitägigen Bike-Test am Gardasee hautnah erfahren.

Moderne E-MTBs wie das M1-Spitzing Evolution sind ein Paradebeispiel für die nächste Evolutionsstufe sportlicher Full-Suspension-Bikes. Das Vollcarbon-Rad mit 160 mm FOX-Fahrwerk und 650b-Bereifung ist mit dem leistungsstarken TQ HPR® 120S-Antrieb ausgestattet. Dieser sorgt bereits in der kleinsten Variante mit seiner Leistung von 250 Watt für mühelose Uphill-Performance. Und genau hier, in den oft kräftezehrenden Auffahrten, liegen die größten Vorteile von E-Mountainbikes. Stetig und kraftvoll unterstützt der TQ-Motor auch bei extremen Anstiegen. Plötzlich stellen Steilpassagen, die man bisher als unfahrbar eingeschätzt hat, kein Problem mehr dar.

Für eine ausgewogene Downhill-Performance spielen das Gesamtgewicht und die Rahmengeometrie eine wichtige Rolle. Bedingt durch den Motor, den Akku und die auf größere Belastungen ausgelegten Laufräder und Dämpfer, sind E-MTBs grundsätzlich schwerer als konventionelle Mountainbikes. Angesichts dieser Voraussetzungen ist es umso erfreulicher, dass der Vollcarbon-Rahmen des neuen M1-Spitzing Evolution im Vergleich zum Vorjahresmodell nochmals 25 Prozent leichter ausfällt. Die perfekt auf rassige Trailabfahrten abgestimmte Geometrie und der tief im Rahmen integrierte TQ-Motor ergeben somit ein sicheres Bike-Handling, wie man es von einem nicht-motorisierten Trailbike gewöhnt ist.

Unser Fazit: Der kräftige TQ E-Antrieb bringt deutliche Vorteile beim Uphill. Das mühelose Klettern spart viel Kraft für den anschließenden Downhill. Hier überzeugt ein perfekt abgestimmtes E-MTB wie das M1-Spitzing Evolution durch erstklassige Bergab-Performance und spielerisches Handling.

Der kräftige TQ HPR® 120S-Antrieb sorgt für ausgezeichnete Kletter-Performance

Fakten zu TQ-Systems und dem M1-Spitzing

Seit einigen Jahren mischen die innovativen E-Antriebe von TQ-Systems die Bike-Branche ordentlich auf. Das Unternehmen aus Oberbayern bietet den leistungsstärksten Antrieb für E-Mountainbikes an, der seit seiner Einführung in den Bike-Tests der renommierten Magazine regelmäßig für Furore sorgt. Doch was ist an diesem Antrieb so besonders? Ist es nur die höhere Leistung, und welche Vorteile soll diese dem E-Mountainbiker bringen? Um diese und weitere Fragen zu klären, sprachen wir mit Simon Hoffmann, der bei TQ-Systems das Geschäftsfeld E-Mobility leitet.

Woher kommt das Know-how von TQ-Systems im Bereich der Elektro-Antriebe?

TQ ist seit über zwei Jahrzehnten als Elektronikdienstleister und Antriebshersteller in vielen Hightech-Branchen unterwegs, wie z.B. Luft- und Raumfahrt, Robotik oder Medizintechnik. Mit E-Bike-Motoren ging es erst los, als der Erfinder des Motors und langjähriger TQ-Mitarbeiter Toni Roßberger 2009 zuerst das Pin-Ring-Getriebe als Kernstück und anschließend den Harmonic-Pin-Ring-Antrieb erschuf. Aus seinem Erfindergeist und seiner Leidenschaft für Motoren und Motorsport ist ein ganz neues Geschäftsfeld bei TQ entstanden.

Wodurch unterscheidet sich ein TQ-Motor von den E-MTB-Motoren anderer Hersteller?

Erstmal durch das einzigartige Fahrgefühl. Auch durch seine bärenstarke Kraft, seine Kompaktheit und seine Effizienz. Das Geheimnis ist unser patentiertes Harmonic-Pin-Ring-Getriebe, das eine enorme Kraftübertragung höchsteffizient und auf kleinstem Bauraum ermöglicht. Was viele auch nicht wissen: Das Drehmoment von 120 Newtonmeter wird konstant abgegeben, also über die gesamte Leistungs- und Drehzahlbandbreite. Es ist kein Spitzenwert. 

Zuverlässig auch in widrigsten Bedingungen: Der TQ HPR® 120S-Antrieb

Auf Systemebene unterscheidet uns unser offenes Systemdenken. Soll heißen: Bei unserem System ist es Bike-OEMs möglich, eigene Ideen zu integrieren (siehe als Beispiel FlyOn, bei dem wir ein komplett neues System integriert haben). So tickt TQ: Die Umsetzung von kundenspezifischen Ideen auf Basis eines starken Baukastens ist unser Steckenpferd in allen Branchen, in denen wir unterwegs sind.

Wieso hat TQ einen E-Bike-Motor mit einem maximalen Drehmoment von 120 Newtonmeter entwickelt?

Ehrlich gesagt kann der Motor sogar mehr hergeben! Für uns war es wichtig, ein Produkt zu entwickeln, das nicht den durchschnittlichen E-Bike-Markt bedient, sondern die Käufergruppe anspricht, die sich für ihr Hobby etwas besonders kaufen möchte. Die 120 Newtonmeter stehen für ein außergewöhnliches Fahrgefühl, das sich deutlich von der breiten Masse unterscheidet. Das Drehmoment ist aber nur ein Faktor. Mindestens genauso wichtig ist die ausgeklügelte Software, die das hohe Drehmoment sehr dynamisch, aber trotzdem natürlich auf die Straße bringt.

Ist man als Biker mit so viel Power nicht überfordert?

Absolut nicht. Der TQ HPR® 120S ermöglicht sogar ein komfortableres Fahren, indem er besonders agil und intuitiv auf Kraft und Kadenz des Fahrers reagiert. Auch im technischen Gelände lässt sich die Power gut dosieren, und das Ein- und Ausphasen bei der Geschwindigkeitsabregelung merkt man so gut wie gar nicht. Wie bei den heutigen Sportwagen macht es die Software möglich, dass der Fahrer entscheiden kann, ob er sehr sportlich fährt. Mit dem HPR® 120 S erweitern wir den Raum der Möglichkeiten für den Fahrer. Zudem sorgt ein Freilauf dafür, dass der Motor im abgeschalteten Zustand nie „mitgetreten“ werden muss.

Welche Vorteile habe ich mit einem so starken Motor beim Biken im Gelände?

Steilere Anstiege sind mit Leichtigkeit zu meistern – daher unser Motto „flyuphill“. Und auch das Anfahren am Berg gelingt viel leichter. Im technischen Gelände spricht der Motor nicht nur kraftvoll, sondern immer präzise und harmonisch an, so dass die meisten Fahrer erstmal staunen, welche neuen Strecken überhaupt möglich sind. Neben den technischen Faktoren sehen wir aber den Spaßfaktor im Vordergrund. Es macht einfach riesig Spaß, Uphill-Passagen so zu fahren, als würden man downhill gehen.

Wie gelingt es TQ, die Power des Motors für den Biker gut dosierbar zu steuern?

Hier spielt unsere langjährige Erfahrung mit Elektronik, Sensorik und Steuerung eine Schlüsselrolle. Wir können sogar den Motor kundenspezifisch auslegen, so dass es von der Fahrdynamik zur Charakteristik der individuellen Fahrradmarke passt. So kommen Anfänger, aber auch erfahrene MTB-Fahrer problemlos zurecht.

Braucht ein so starker Motor nicht viel mehr Strom als schwächere Motoren?

Nein. Bei gleicher Leistung benötigt der TQ-Motor vielleicht sogar weniger. Denn grundsätzlich haben wir mit dem HPR 120S einen sehr effizienten Motor. Der Wirkungsgrad liegt bei etwa 85 Prozent, was bedeutet, dass der Großteil der Energie, die in der Batterie gespeichert ist, auch tatsächlich in die Fortbewegung fließt und nicht beispielsweise in Wärme verpufft. Der Energieverbrauch ist auch stark abhängig vom Fahrmodus. Die Modi sind so abgestimmt, dass der Biker von langen Distanzen bis zu kurzen, intensiven Ausfahrten mit einem „standardgroßen“ Akku mit 600 bis 700 Wattstunden alles abdecken kann.

Was kommt in der Zukunft? Ein noch stärkerer Motor für E-MTBs?

Wir haben schon interessante Ansätze für die Zukunft. Genaueres können wir hierzu aber noch nicht verraten :)

M1 und TQ – erfolgreiche Zusammenarbeit zweier innovativer Unternehmen

Die M1 Sporttechnik GmbH arbeitet bei der E-Bike-Entwicklung seit mehr als fünf Jahren eng mit TQ zusammen. Durch diese Kooperation kann M1 mit dem Modell Spitzing eines der bestmotorisierten E-Bikes auf dem Bike-Markt anbieten. Wir wollten mehr über die Zusammenarbeit der beiden bayerischen Unternehmen erfahren und haben dazu Manuel Küspert, Head of Sales & Engineering bei der M1 Sporttechnik GmbH, befragt.

Warum hat sich M1 beim Bike-Modell „Spitzing Evolution“ für den TQ-Antrieb entschieden?

Bei der Entwicklung des ersten SPITZING vor sechs Jahren überzeugte der TQ-Motor sofort mit seiner außergewöhnlichen Kraftentfaltung und seinem Drehmoment. Ebenso ausschlaggebend war, dass das TQ-System eigene Akku-Lösungen erlaubt. So konnten wir als M1-Sporttechnik unsere Anforderungen an einen E-Bike-Akku exakt umsetzen. Mit unserem Akku erzielt das Spitzing eine enorme Reichweite. Obendrein besteht bei Verwendung der TQ -Antriebe die Möglichkeit, den Kunden ein S-Pedelec anzubieten. Gerade bei einem so leistungsstarken Motor ist die Speed-Variante absolut zu empfehlen, da ein dauerhaftes „45km/h-Cruisen“ ohne größeren Krafteinsatz des Fahrers möglich ist. So kann man bequem, aber gleichzeitig schnell weite Distanzen zurücklegen.

Das M1 Spitzing ist ein Paradebeispiel für die nächste Evolutionsstufe von Full-Suspension E-MTBs.

Welche Vorteile bietet der TQ-Motor in Bezug auf Konstruktion und Integration ins Bike?

Durch die extrem kompakte Bauform des TQ-Motors lässt sich dieser bei durchdachter Positionierung von Akku und Motor formschön in den Rahmen integrieren. Das Bike wirkt dadurch sportlich schlicht und verspricht zugleich große Akkukapazität. Für die optimale Hinterbau-Kinematik des Spitzing war das geringe Motorvolumen von großem Vorteil, denn es ermöglicht eine Positionierung des Hauptlagers der Kettenstrebe nahe am Tretlager.

Welche Vorteile bietet der TQ-Antrieb in der Fahrpraxis für den Biker?

Die M1-Bikes mit TQ-Motor verschieben die Grenzen des E-Mountainbikens um ein ganzes Stück: Wo schweißtreibende Herausforderungen zu meistern waren, sind mit unseren Spitzing-Modellen rasante Fahrten möglich. Selbst steilste und technisch anspruchsvolle Trails lassen sich bergauf spielend erklimmen. Das strahlende Gesicht eines jeden Bikers nach einer Uphill-Passage zeugt von Fahrspaß erster Klasse.

Setzt M1 stärkere Akkus oder andere Komponenten wie Bremsen oder Dämpfer ein, die an den starken Motor und das höhere Gesamtgewicht angepasst werden müssen?

Ja, denn wir bieten dem Kunden immer die Möglichkeit, das Maximum an Fahrspaß und Ausdauer zu kombinieren. Deswegen setzen wir in Sachen Reichweite noch eins drauf und bieten je nach Wahl einen Akku mit 880 oder 1.050 Wattstunden. Damit für alle Komponenten des Antriebsstrangs eine langlebige Kraftübertragung von Motor zum Hinterrad gewährleistet ist, arbeiten wir mit einem Schaltsensor. Dieser unterbricht die Motorleistung während des Gangwechsels für 200 Millisekunden. Zudem wird eine besonders starke E-Bike-Kette verwendet. Die Federelemente von FOX sind „E-Bike optimized“. Bei den Bremsen setzen wir vorne und hinten auf die bewährte MT5e mit vier Kolben. Qualität und Sicherheit sind uns ein Bedürfnis.

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