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7 Days, 7 Good News: Fifa eröffnet Büro in Paris, Entschädigung nach Missbrauch und nachhaltige Sneaker

LISTICLE | 09.06.2021
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News von ISPO servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höherschlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit einem bunten Mix aus Verlierern, die zu Gewinnern werden, der kürzesten Langstrecke aller Zeiten und – vielleicht lieber doch nicht? – Schuhen mit einem essbaren Anteil. Allerhand gute Laune, versprochen! 

1

Die Stadt der (Fußball)Liebe

Paris, mon (Fußball-) amour. Der Weltfußballverband Fifa eröffnet in der französischen Hauptstadt ein Büro. Im Hôtel de la Marine, einem palastartigen Bau am Place de la Concorde, bekommt der eigentlich in Zürich ansässige Verband eine Dependance. Dies erfuhren die „Süddeutsche Zeitung“ und die französische „Le Monde“, noch bevor es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron persönlich verkünden konnte. Welch‘ schöne  Geschichte für Fußballhistoriker, war Paris im Jahr 1904 doch der Gründungsort der Fifa. Doch längst sind die Schelme unterwegs, die Böses dabei denken. So ist im Hôtel de la Marine auch das Emirat Katar ansässig, das der Fifa ein wohlwollender Gönner ist. Von einer „klebrigen Nähe“ schreibt die „Süddeutsche“ gar. Wir finden, das passt aber ganz wunderbar zur Stadt der Liebe – manch unbeholfener Teenagerkuss unter dem Eiffelturm entwickelte doch dank Kaugummis auch klebrige Nähe.

2

Wasserballerinnen bekommen Millionen nach Missbrauch

Sie wurden sexuell und emotional misshandelt und ihr Verband sah tatenlos zu: Zwölf Wasserballspielerinnen aus den USA bekommen nun immerhin eine finanzielle Entschädigung, die weit über Geldzahlungen an Missbrauchsopfer hinausgeht, die es in Deutschland gibt. Ein Gericht in Orange County verabschiedete einen Vergleich, wonach die Frauen rund 14 Millionen US-Dollar Schmerzensgeld erhalten. Das Geld muss nicht der beschuldigte Trainer Bahram Hojreh zahlen, der für den Missbrauch verantwortlich sein soll. Das Geld kommt vom US-Wasserballverband und einem lokalen Verein aus Orange County, die von den Sportlerinnen verklagt worden waren. Obwohl es schon seit dem Jahr 2008 Warnungen wegen Übergriffen des Trainers gab, sollen Angestellte und Offizielle von Verband und Verein diese ignoriert haben. Die Millionenstrafe macht die für die jungen Frauen traumatisierenden Vorfälle nicht ungeschehen – aber es sollte Verbände und Vereine aller Sportarten zu größtmöglicher Sensibilität mahnen. Sonst kann es – mit Recht – teuer werden.

3

Ein Loser als großer Gewinner

Er war zumindest in dieser Saison eigentlich ein Loser – und dennoch ist er jetzt der große Gewinner. Tom Thibodeau von den New York Knicks wurde Trainer des Jahres in der weltweit stärksten Basketballiga, der US-Liga NBA. In den eigentlichen Meisterschaftsspielen hatte der 63-Jährige mit seiner Mannschaft noch super abgeschnitten. Die Eastern Conference beendeten die Knicks auf Platz vier. Das waren die ersten Playoffs für den Verein seit acht Jahren. Doch dort flog die Mannschaft schon in der ersten Runde der Playoffs raus. Thibodeau, der schon vor zehn Jahren als damaliger Trainer der Chicago Bulls die von Journalisten durchgeführte Wahl gewann, ist damit der lebende Beweis, dass manchmal der Loser interessanter ist als der Gewinner. Denn er konnte in der Wahl Monty Williams hinter sich lassen, der mit seinen Phoenix Suns noch den Einzug ins NBA-Finale schaffen kann.

4

Die kürzeste Langstrecke aller Zeiten

Für manche sind Autorennen ja nichts anderes als exzessives Verschwenden fossiler Energieträger. Insofern haben wir hier jetzt eine gute Nachricht für Umweltschützer. Womöglich haben diese sogar am Rande des traditionsreichen 24-Stunden-Rennens am Nürburgring einen Regentanz aufgeführt. Denn die Sieger vom Werksteam Manthey Racing im Porsche fuhren von Unwettern erzwungenermaßen die kürzeste Langstrecke, die je in der Geschichte des einen ganzen Tag dauernden Traditionsrennens absolviert wurde. Das Team aus dem Italiener Matteo Cairoli (Italien), Michael Christensen (Dänemark), Kevin Estre (Frankreich) sowie des Deutschen Lars Kern schaffte „nur“ 1497,302 Kilometer in den 24 Stunden. Wer jetzt denkt, Mensch, das sind ja gerade mal gute 60 Stundenkilometer, das nächste Mal fahre ich einfach mit meinem alten VW Golf mit,  sollte seine Träume von der Rennkarriere direkt beenden. Unwetter mit Starkregen und Nebel sorgten dafür,  dass in der 49. Auflage des Rennens mehr als 14 Stunden lang nicht gefahren werden durfte.

5

Das perfekte Ende

Es gibt den Spottnamen Vizekusen für Bayer Leverkusen im Männerfußball als – früher – ewiger Zweiter. Im Frauenfußball hätte sich Simone Laudehr eigentlich für den Spottnamen Vizelaudehr qualifiziert, doch glücklicherweise sind die Fans im Damenfußball nicht so bösartig bei der Vergabe von Spitznamen. Aber sage und schreibe zehn Mal wurde Laudehr mit ihren jeweiligen Vereinen Vizemeister der Bundesliga. Zuletzt vier Mal hintereinander in den Jahren 2017 bis 2020. „Ich bin halt immer Zweite geworden“, blickte Laudehr deshalb mit Skepsis auf das letzte Bundesligaspiel ihrer großen, 18-jährigen Karriere. Doch seit diesem Spiel am vergangenen Sonntag ist Schluss mit Vizelaudehr: Mit ihrem Verein FC Bayern München gewann sie die diesjährige Deutsche Meisterschaft. Die 34-Jährige wurde zwar erst eingewechselt, als die Bayern-Damen schon mit 3:0 gegen Eintracht Frankfurt führten. In der letzten Minute ihres letzten Spiels bereitete die Abwehrspielerin dann sogar noch das 4:0 vor. „Das war das perfekte Ende.“

6

Essen wir bald Schuhe wie Charlie Chaplin?

Machen wir es in Zukunft wie vor 100 Jahren Charlie Chaplin im Filmklassiker „Goldrausch“ und essen unsere Schuhe? Nun, hoffentlich bleibt das Zukunftsmusik, das Thema Schweißfüße wollen wir Ihnen gerne bei dem Gedankenspiel zu unserer guten Nachricht ersparen. Aber Puma macht zumindest einen Schritt in die Richtung, Schuhe genießbarer herzustellen als die alten Lederlatschen von Charlie Chaplin. In den neuen Schuhen von Puma wird Better Foam verwendet, das aus mindestens 35 Prozent pflanzlicher Materialien besteht, nämlich Zuckerrohr. Das eingesetzte Verfahren verspricht ein hohes Maß Nachhaltigkeit. Die nicht für die Herstellung von Lebensmittel genutzten Teile des Zuckerrohrs werden mit Schaumstoff vermischt, fertig ist das Better Foam. Das soll jetzt in Trainingsschuhen verwandt werden, außerdem kommen neue Sneaker aus recyceltem Material. Die Neuentwicklung soll Puma bei dem Ziel helfen, bis 2025 neun von zehn Puma-Produkte nachhaltiger zu machen als bisher.

7

Münchner Messen sollen wieder öffnen

Gute Nachrichten für ISPO Munich & Co: Messen sollen bald wieder in München stattfinden können. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Spiele der Fußball-Europameisterschaft in München als guten Test für künftige Messeevents. Die Outdoor- und Sport-Branche freut sich auf die Outdoor by ISPO (5. bis 7. Oktober) und die ISPO Munich (23. bis 26. Januar 2022) in der bayerischen Landeshauptstadt. Zuvor soll die erstmals in München geplante Automesse IAA (7. bis 12. September) ihre Tore öffnen. Das sind doch mal wirklich tolle Aussichten! Wir sehen uns - spätestens im Herbst!


 

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