7

Days, 7 Good News: Rad-WM in Afrika, ein Bier-Comeback und Darts-Vorfreude

LISTICLE | 29.09.2021
7 Tage, 7 gute Nachrichten: ein heldenhafter Sieg bei der Tour-de-France, eine Kopfwäsche für die Badekappen-Ignoranten und ein Fußballverein, der sich gegen Rassismus einsetzt.
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit der ersten Rad-WM in Afrika, der Rückkehr des Biers in britische Fußballstadien und der Vorfreude auf große Darts-Ereignisse.

1

FC Bayern mal wieder die Nummer 1

Er ist Platz 1 auf dem Fußballplatz – und auch Platz 1 daneben: Als erster Verein erhält der FC Bayern München den Ehrenpreis der Initiative Deutscher Fußball Botschafter. Es ist eine Würdigung für das soziale und gesellschaftliche Engagement. „Unsere Jury würdigt mit dem Ehrenpreis nicht nur ein sportlich außergewöhnliches Jahr 2020, sondern den Gesamtbeitrag des FC Bayern München für das Bild von (Fußball)-Deutschland in der Welt“, sagte Initiativen-Präsident Roland Bischof. Gewürdigt wird etwa, dass die Bayern immer wieder finanziell angeschlagenen anderen Clubs helfen und sich mit ihrem gemeinnützigen Verein „FC Bayern Hilfe“ engagieren. Am 6. Oktober soll der Preis in Berlin vergeben werden. Die Konkurrenz der Bayern werden sich darauf einstellen müssen, dass die Bayern dann – wie üblich – auch auf dem Fußballplatz an erster Stelle stehen.

2

Schritt für Schritt aus der Dunkelheit

Jahrelang trug sie ihr Trauma schweigend mit sich – jetzt geht Turn-Superstar Simone Biles Schritt für Schritt aus der Dunkelheit.  „Wenn man schaut, was ich in den letzten sieben Jahren alles durchgemacht habe, hätte ich nie wieder zum Olympia-Team gehören dürfen“, sagte der Superstar des Turnsports der vergangenen Jahre dem „New York Magazine“. Gerade erst hat sie den Mut gezeigt, vor dem US-Senat darüber zu sprechen, in welchem System des Wegschauens sie jahrelang Teamarzt Larry Nassar, der wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener jetzt in Haft sitzt, ausgeliefert war. Die US-Bundespolizei FBI habe ihre Hinweise ignoriert, genau wie die Sportverbände. Doch mit dem Offenbaren ihrer psychischen Probleme während Olympia in Tokio hat Biles offenbar diese Mauer des Schweigens zerstört – auch für sich selbst. „Daran werde ich wahrscheinlich 20 Jahre lang arbeiten“, sagte sie über ihre weitere psychische Genesung.

3

Auf zum Perfect Game!

Jungs, jetzt spielt das Perfect Game! Gabriel Clemens und Florian Hempel dürfen für Deutschland an der Darts-Europameisterschaft teilnehmen. Nie war der Sport populärer als jetzt. Die vom Weltverband PDC bestätigte Qualifikation ist eine wunderbare Chance, bei dem Turnier vom 14. bis 17. Oktober in Salzburg weiter an der Popularität zu schrauben. Wir sind gespannt, drücken die Daumen und hoffen auf eine optimale Trefferquote. Und wir lieben den Oktober! Schon vom 3. bis 9. spielt „The German Giant“ Clemens als einziger Deutscher beim World Grand Prix in Leicester.

4

Ruanda radelt

Ruanda radelt – und die Welt schaut zu: Zum ersten Mal hat der Weltverband UCI die Rad-Weltmeisterschaften nach Afrika vergeben. 2025 wird es in Ruanda um Titel und Medaillen gehen. Bei manchen Experten sorgte die Vergabe für Verblüffung – bei einigen aber auch für deutliche Zustimmung. Tomas van den Spiegel, Ausrichter der zu den großen Radsport-Klassikern zählenden Flandern-Rundfahrt, sagte der „Sportschau“: „Wir wollen ein internationaler Sport sein, sind aber in Asien kaum vertreten, in Nordamerika weniger als wir sein könnten und auch sehr wenig in Afrika. In diesem Sinne ist die Vergabe an Ruanda sehr logisch.“ Zumal es dort eine engagierte Radsport-Community gibt sowie ein Rennen mit klingendem Namen: Die mal als regionales Rennen gestartete Tour du Rwanda hat seit 2008 auch internationale Starter – gut möglich, dass mit der WM auch hier die Welt näher zuguckt.

5

Cheers! Das Bier ist zurück!

Cheers! Nach 36 Jahren gibt es im englischen Profifußball wieder alkoholhaltiges Bier am Sitzplatz der Fans. Wer jetzt sein Ticket nach Liverpool buchen will, muss aber ein bisschen kleiner denken. Die Rückkehr des Pint wird zuerst in einem Pilotprojekt ausprobiert, und das in der vierten und fünften Liga. Ausgerechnet ein Club mit besonders durstigen Fans überzeugte die unabhängige Kommission, die in England das von vielen Fans kritisierte Fußballsystem unter die Lupe nimmt. Der Londoner Sechstligist Dulwich Hamlet verdient nämlich richtig Geld mit dem Bierdurst seiner Anhänger. „Sie haben uns offen gesagt, dass sie es sich aufgrund der Alkoholregeln nicht leisten können, aufzusteigen“, sagte die Kommissionspräsidentin Tracey Crouch. Jetzt hoffen wir mal, dass die Rückkehr des Biers nicht wieder zu den früheren Zuständen führt. 1985 wurde das Trinken am Spielfeld nämlich verboten, weil die Clubs ihre besoffenen Hooligans nicht in den Griff bekamen.

6

Der Ironman kommt zurück - aber nicht auf Hawaii

Gute Nachricht für Jan Frodeno – die Ironman-WM ist zurück: Nachdem der legendäre Wettbewerb wegen Corona zuletzt 2019 stattfinden konnte, soll es im Mai 2022 endlich wieder soweit sein. Allerdings gibt es für den dreifachen deutschen Sieger Frodeno einen Wehmutstropfen – statt auf Hawaii ist der Ironman 2022 in St. George im US-Bundesstaat Utah. Die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen sind dort sicher genauso anstrengend – aber ob sie genauso schön werden? Egal – Hauptsache es geht wieder los!

7

Ikone Navratilova für Finanz-Aktivismus

Ihr Name wirkt für junge Menschen ein bisschen angestaubt, aber ihr Wirken ist ikonisch: Martina Navratilova war nicht nur über Jahre eine der besten Tennisspielerinnen der Welt, sie war auch eine der ersten Spitzensportlerinnen, die offen homosexuell lebt. 30 Jahre ist ihr Outing inzwischen her – und in einem Interview mit dem Portal Outsports.com zeigt sie, dass sie mit ihren vielen Erfahrungen einen besonderen Blick für die LGBTQ-Gemeinde und deren Belange hat. So macht sich Navratilova inzwischen für finanziellen Aktivismus ihrer Szene stark. „Es ist wichtig, die Sichtbarkeit aufrechtzuerhalten und vor allem unserer Community die Möglichkeit zu geben, in Unternehmen zu investieren, die unsere Community unterstützen“.

Artikel teilen
Autor:
Antonia Wille
Kommentare