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Days, 7 Good News: Mit Fair Fashion News, einem fulminanten Comeback und Klimaneutralität

LISTICLE | 13.10.2021
7 Tage, 7 gute Nachrichten: ein heldenhafter Sieg bei der Tour-de-France, eine Kopfwäsche für die Badekappen-Ignoranten und ein Fußballverein, der sich gegen Rassismus einsetzt.
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit dem VfairB Stuttgart, einem Radikarla-Comeback und dem Aus für einen echten Mistkerl.

1

Olé, VfairB!

Olé, VfB! Der Stuttgarter Fußball-Bundesligist zeigt Fairness at it’s best. Nämlich nicht im Gerangel um den Ball, sondern im Kampf um vernünftige Arbeits- und Lebensbedingungen auf der Welt. Die 35 Teile aus der neuen Merchandising-Kollektion des VfB Stuttgart sind nämlich die ersten Kleidungsstücke auf dem deutschen Markt, deren Lieferkette nach dem Fairtrade-Textilstandard zertifiziert wurde. Ökologische Grundprinzipien und faire Löhne sollen die von Brands Fashion im indischen Tiruppur produzierten T-Shirts, Hoodies oder Schlafanzüge garantieren. Volltreffer!

2

Klimaneutrales Vaude

Erfolg kommt von Anstrengung – diese Anstrengung ist wirklich groß: Zum 1. Januar wird Outdoor-Hersteller Vaude komplett klimaneutral. Weltweit! „Der Klimaschutz erfordert höchste Priorität und wir müssen mit aller Kraft handeln, um unseren Planeten lebenswert zu halten“, sagt Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz. Das Unternehmen kompensiert künftig seine globalen Treibhausgas-Emmissionen vollständig. Derselbe Betrag, der in die Kompensation fließt, wird zusätzlich noch in die kontinuierliche Reduzierung der Emissionen investiert.

3

Fairplay-Preis für Dänen

Nach dem zum Glück überlebten Herzstillstand des Dänen Christian Eriksen bei der Fußball-Europameisterschaft hat dessen Mannschaft nun einen Fairplay-Preis bekommen. Am Rande des WM-Qualifikationsspiels gegen Österreich erhielt Kapitän Simon Kjaer die Auszeichnung. „Wir sind natürlich froh, einen Preis zu gewinnen, der dafür vergeben wird, dass unsere Mannschaft zusammensteht und sich gegenseitig hilft“, sagte Kjaer. Er hatte mit seinen Mitspielern Eriksen vor Kameras und Zuschauer abgeschirmt, was der Mannschaft viel Lob brachte. „An diesem Tag haben wir gezeigt, wer wir sind und auf welchen Werten die Mannschaft basiert“, sagte Kjaer. Eriksen hat sich selbst noch nicht wieder in der Öffentlichkeit geäußert, aber es geht ihm nach Auskunft seines Mannschaftskapitäns gut.

4

Radikarlas Comeback

Eine Goldmedaille im Bett? Wie nett…#Radikarla!“, genau das twitterte Karla Borger zu dem Foto, das sie mit der Siegermedaille des World Tour Finales im Beachvolleyball zeigte. Tatsächlich gelang Borger und ihrer Partnerin Julia Sude ein radikaler Kurswechsel. Bei Olympia in Tokio stand das deutsche Duo für einen der größten Flops. Zwei Monate später holten sie sich in Cagliari in Italien den größten Erfolg ihrer Karriere. Obendrauf gab es 150.000 US-Dollar – ein märchenhafter Geldsegen. Dabei hatten Borger und Sude nicht mal mehr einen Trainer, nachdem dieser nur einen Tag nach der Olympia-Pleite gekündigt hatte. Doch danach berappelten sich die beiden, gewannen schon Bronze bei den Europameisterschaften und Silber bei den Deutschen Meisterschaften und zum Saisonfinale jetzt der Triumph. „Radikarla“ geht’s nicht.

5

Ring verloren - upsi!

Ehemänner, die ohne Ehering nach Hause kommen, haben zu Recht einen schweren Stand. Das wäre auch bei Tennis-Star Andy Murray der Fall gewesen. „Zu Hause ist man nicht gut auf mich zu sprechen“, schrieb er bei Instagram nach dem Verlust des Rings. Dabei hatte Murray sogar noch eine gute Entschuldigung: Er hatte seine Tennisschuhe unter einem Mietwagen zum Auslüften gestellt. Der Ehering war mit den Schnürsenkeln verknotet, weil er ihn beim Spielen nicht tragen kann – doch als er schauen wollte, waren die Schuhe weg. Nach seinem öffentlichen Aufruf und mehreren Telefonaten mit Sicherheitsdienst und Hotel kamen Schuhe und Ring aber zurück. Der 34-Jährige machte ein süßes Video dazu – und darf nun hoffen, von seiner Frau allenfalls ausgelacht zu werden.

6

Historische sechste Minute

Diese sechste Minute war historisch. Spielerinnen der US-Frauenfußballliga NWSL unterbrachen am jüngsten Spieltag in der sechsten Minute ihr Spiel. Die Spielerinnen beider Teams trafen sich im Mittelkreis und formten sich zu einem Kreis. Damit wollten die in der NWSLPA organisierten Fußballerinnen darauf aufmerksam machen, dass es sechs Jahre dauerte, bis ihre Hinweise auf sexuellen Missbrauch gehört wurden. Der Skandal ist gigantisch. Die Liga soll Hinweise auf Trainer, die Sexualverbrechen begingen, sogar ignoriert haben. „Heute Abend haben wir uns unseren Platz auf dem Feld zurückgeholt, weil wir uns die Freude nicht nehmen lassen“, erklärte die NWSLPA.  Das ist eine gute Nachricht!

7

Ein Mistkerl muss gehen

Er ist ein Mistkerl, doch jetzt ist er weg: Diese gute Nachricht hat die schlechte Seite, einen Widerling seiner Sportart noch einmal zu erwähnen. Aber endlich ist Jon Gruden als Trainer des NFL-Clubs Las Vegas Raiders zurückgetreten. Er hat Frauen, Schwarze, Schwule, Queers und Football-Funktionäre beleidigt. Eine erste Welle an Veröffentlichungen überstand der Super-Bowl-Siegertrainer von 2003 sogar noch mit dem Hinweis, die rassistischen Äußerungen lägen lange zurück. Doch dann holte die „New York Times“ Mails aus den vergangenen Jahren hervor, in dem Gruden etwa den NFL-Boss beschimpfte, gegen Schiedsrichterinnen wetterte und den Rauswurf von NFL-Profis forderte, die gegen Rassismus auf die Knie gehen. Gut, dass diese Trainerkarriere nun vorbei zu sein scheint!

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Antonia Wille
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