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Days, 7 Good News: Girlpower im Boxen und Fußball in nachhaltig

LISTICLE | 04.05.2022
Bild mit der Aufschrift Good News
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit gleich zwei grandiosen Comebacks, zwei Boxerinnen, die Geschichte schreiben, und einem Schiedsrichter, der sich erfolgreich gegen Diskriminierung aufgrund seines Aussehens gewehrt hat.

1

Welcome back, Sabine Lisicki!

Kein Tennis ohne Sabine Lisicki - aber zuletzt war es um die deutsche Athletin still geworden. 2020 setzte sie eine schwere Kreuzbandverletzung außer Gefecht. Doch nach knapp eineinhalb Jahren gibt es jetzt gute Nachrichten: Lisicki steht wieder auf dem Platz. 

Und liefert noch dazu richtig ab, bei der Qualifikation von Bonita Springs setzte sie sich gegen Konkurrentin Ena Shibahara aus Japan durch. „Für mich war es allein schon ein Erfolg, auf dem Platz zu stehen und ein volles Match zu spielen“, kommentiere Lisicki ihr Comeback in der „Bild“-Zeitung. „Und das nach so einer schweren Knie-OP, wo alles kaputt war, was kaputt sein konnte.“ Respekt für diesen Kampfgeist.

2

Girlpower im Madison Square Garden

Weiter geht’s mit den Boxerinnen Katie Taylor und Amanda Serrano, die das Frauenboxen auf ein ganz neues Level gehoben haben. Es war der erste Hauptkampf unter Frauen überhaupt im Madison Square Garden - vor knapp 19.000 Fans, ausverkauft. Nie gab’s mehr Aufmerksamkeit für  einen weiblichen Boxkampf. Und Serrano und Taylor haben wirklich ein Match wie aus dem Bilderbuch abgeliefert. „Ich musste alles raushauen, eine karrierebestimmende Leistung abliefern“, sagte Irin Taylor über ihren Sieg. „Die Leute werden auf jeden Fall noch jahrelang über mich und Amanda Serrano sprechen.“ Und um den Hype nicht gleich wieder zu killen, wollen die beiden schon bald noch einmal gegeneinander kämpfen. Go, Girls!

3

Doppelt hält besser: Mark Lamsfuß schlägt zurück

Die letzte Europameisterschaft im Badminton war für Mark Lamsfuß wirklich eine massive Enttäuschung - ausgerechnet vorm Doppel-Finale musste er sich wegen einer Corona-Infektion aus dem Wettbewerb zurückziehen. Ärgerlich vor allem deshalb, weil er und Kollege Marvin Seidel die Favoriten waren. „Es fühlte sich an wie ein gestohlener Titel“, sagte Lamsfuß jetzt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. 

Die ganze Frustration scheint Lamsfuß in Energie umgewandelt zu haben. Bei der EM in Madrid räumte er jetzt sowohl im Doppel als auch im Mixed mit Partnerin Isabel Lohau den Titel ab. Glückwunsch zu diesem verdienten Erfolg - und das letzte Jahr ist hoffentlich damit auch vergessen.

4

Go für Otto Addos passion project Ghana

Otto Addo und der ghanaische Fußball sind einfach ein Dreamteam: Zwischen 1999 und 2006 stand der gebürtige Ganaer selbst für die Nationalmannschaft auf dem Platz. Zuletzt hat er sie als Übergangs-Trainer erfolgreich durch die Playoffs direkt in die WM gecoached - das hat seit 2014 keiner mehr geschafft. 

Otto Addos Hauptjob ist es aber, die Talente bei Borussia Dortmund zu trainieren. Nach einigen Gesprächen bekam er vom Verein jetzt das Go für sein Herzensprojekt: Addo wird mit seinen “Black Stars” auch während der WM in Katar als Nationaltrainer gegen Top-Vereine wie Portugal, Südkorea oder Uruguay antreten. Den nötigen Kampfgeist bringt er jedenfalls mit: “Wenn wir bei 100 Prozent sind, können wir jeden schlagen", sagte er im Sportbuzzer-Interview.

5

Barths Bart darf bleiben

Ausgrenzung wegen Gesichtsbehaarung? Genau das ist einem der besten deutschen Basketball-Schiedsrichter, Benjamin Barth, passiert (sein Nachname könnte wohl nicht besser zu diesem traurigen Vorfall passen.). Die Europa-League teile ihm mit, dass Trainer und Sportdirektoren Bärte nicht mögen - und aus diesem Grund durfte er keine internationalen Spiele mehr pfeifen. 

Abrasieren wäre wohl die leichtere Lösung gewesen, aber Barth blieb hart. Und hatte Erfolg. Die Europa-League lenkte mit diesem Statement ein: “Die Empfehlung an Herrn Barth, keinen Bart zu tragen, war ein Fehler.”

Beide Daumen hoch für den Schiedsrichter, der sich gegen diese Diskriminierung seines Ausssehens gewehrt hat!

6

Go with the flow in Augsburg

Pünktlich zur Kanu-Weltmeisterschaft im Juli hat die Stadt-Augsburg die alte Kanu-Slalom-Strecke saniert. Und dafür 21 Millionen Euro in die Hand genommen. Schließlich hat der künstliche Kanal Geschichte: Schon 1972 kam er für die Olympischen Spiele zum Einsatz und ist seit ein paar Jahren auch Weltkulturerbe. Dank Flutlichtanlage können Athleten bald quasi rund um die Uhr trainieren. 

Die besten News daran: Der deutsche Kanuverband und die Stadt Augsburg machen mit dem Projekt vor, dass der Bau von Sportstätten auch nachhaltig geht. Sanieren statt abreißen und neu bauen - gefällt uns.

7

Fußball, aber in vegan und nachhaltig

Muskelaufbau durch tierische Produkte, um die Welt zu Wettkämpfen jetten, massiver Ressourceneinsatz für gigantische Stadien - die Welt des Sports ist an vielen Stellen alles andere als nachhaltig. Dass es auch anders geht, zeigen die Forest Green Rovers aus England.

Der FC strebt komplette Klimaneutralität an, auf den Teller kommen nur pflanzenbasierte Lebensmittel. Außerdem will der Verein ein Stadium nur aus Holz bauen. Das Projekt wurde bereits letztes Jahr genehmigt und von der FIFA und den United Nations ausgezeichnet. Und damit nicht genug: Ende April stieg der Club das erste Mal in seiner 133-jährigen Vereinsgeschichte in die 3. Liga auf. Weiter so!

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Antonia Wille

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