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Days, 7 Good News: Ein Herz für Mihambo und Bruderduell in der NFL

LISTICLE | 22.09.2021
7 Tage, 7 gute Nachrichten: ein heldenhafter Sieg bei der Tour-de-France, eine Kopfwäsche für die Badekappen-Ignoranten und ein Fußballverein, der sich gegen Rassismus einsetzt.
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit einem Herz für Weitspringerin Malaika Mihambo, einem deutschen Bruderkampf in der NFL, dem planlosen „Panzerwagen“ Tony Martin und einem Sportverband, der sich für seine sexistische Kameraführung entschuldigt.

1

Ein Herz für Mihambo

Ein Herz für eine Herzliche: Malaika Mihambo, deutsche Olympiasiegerin im Weitsprung, bekommt die Auszeichnung „Sportlerin mit Herz“. Damit wird sie beim Deutschen Sportpresseball Anfang November dafür ausgezeichnet, dass sie während des ersten Lockdowns mit „Mihambos Herzsprung“ Kinder täglich bei YouTube zur Bewegung animierte. Längst ist aus der feinen Idee ein Verein geworden, der benachteiligten Kindern hilft – herzlichen Dank, liebe Malaika.

2

Sportlerinnen für Selbstbestimmung

Wenn angeführt von Fußball-Superstar Megan Rapinoe 500 Sportlerinnen aus den USA in einer Sachverständigenerklärung an den Supreme Court die Bedeutung vom Recht auf Abtreibung betonen, muss jeder hinhören. Und wir loben diese Courage jenseits des Sportplatzes. „Als Athletinnen und Menschen im Sport müssen wir die Macht haben, wichtige Entscheidungen über unseren Körper zu treffen und die Kontrolle über unsere Fortpflanzung haben“, heißt es in der Erklärung.

Im Kern geht es darum, dass der Bundesstaat Mississippi gerade mit Macht darauf drängt, das seit 1973 landesweit geltende Recht auf Abtreibung wieder aufzuheben. Mississippi spürt Rückenwind, seit noch unter Donald Trump die Konservative Amy Coney Barrett ans oberste US-Gericht berufen wurde – die hat nun den Gegenwind der Sportlerinnen. 
 

3

Bruderkampf in der NFL

Hoffentlich gab es am Ende keine Tränen wie früher beim Bruderkampf im Sandkasten. Equanimeous St. Brown, deutscher Football-Profi in der NFL bei den Green Bay Packers, hat das erste deutsche Bruderduell in der US-Liga gegen seinen drei Jahre jüngeren Bruder Amon-Ra St. Brown und dessen Detroit Lions gewonnen. Für den 24-jährigen Equanimeous ein doppelter Grund zur Freude: Er war erst wenige Stunden vor dem Spiel seiner Packers in den Kader berufen worden. Die Jungs mit den ungewöhnlichen Vornamen haben eine deutsche Mutter, einen amerikanischen Vater und beide Staatsangehörigkeiten – in der NFL ist ihre Karriere noch in den Anfängen.

4

Geldsegen für Sommersportarten

Potas füllt Portemonnaies – zumindest wenn du Leichtathletik-, Tischtennis- oder Reiterfunktionär bist: Mit Hilfe der als Potas abgekürzten Potenzialanalyse will das Bundesinnenministerium an die Verbände der Sommersportarten Zuschüsse von 38 Millionen Euro vergeben. Obwohl bei Olympia in Tokio die Leichtathleten nicht sonderlich gut abschnitten, stuften die Experten sie am besten ein. Geldsegen für diese Disziplin. Es folgten Tischtennis-Bund und Reiterliche Vereinigung.

Selters statt Sekt heißt es dagegen beim Deutschen Basketball-Bund, dem Fechter-Bund und der Taekwondo Union. Ob das erst ein paar Jahre alte Geldverteilungssystem die schlechte deutsche Medaillenausbeute der vergangenen Jahre korrigieren wird, bleibt abzuwarten. „Es gibt eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit über dieses System, aber keine Garantie“, sagt Dirk Schimmelpfenning, Leistungssportvorstand im Deutschen Olympischen Sportbund.

5

Planloser Panzerwagen

Sie nennen ihn Panzerwagen – planloser Panzerwagen wäre der passende Zusatz für seine Rente: Tony Martin weiß noch nicht, was er nach seinem Karriereende so machen will. Der vierfache Weltmeister, Olympia-Silbermedaillengewinner und zehnfache Deutsche Meister sagte ganz schlicht dem Portal „Cyclingnews“: „Erstmals in meinem Leben habe ich keine Pläne. In diesem Moment fühlt sich das gut an.“

Wir finden, das klingt nach einer so eng durchgetakteten Karriere erfrischend entspannt. Wir wünschen dem 36-Jährigen eine gute Erholung – ist er doch der erste deutsche Radsport-Spitzenfahrer seit langem, der ohne Dopingskandale durch die Karriere gekommen ist.

6

Starke Fans

Hört früher auf die Fans, dann habt ihr weniger Ärger: „Unsere Geduld ist am Ende!“, plakatierten die Fans von Borussia Dortmund wegen der neuen Champions-League-Trikots ihrer Mannschaft. Ausrüster Puma wollte bei den Trikots zunächst scheinbar gänzlich auf das traditionelle BVB-Logo verzichten. Beim Sieg gegen Besiktas Istanbul gab es dann nach dem Fan-Protest ein etwas komisches Kompromiss-Wappenzeichen. Wir wetten, das ist noch nicht das letzte Wort – wer es sich mit der Dortmunder Südtribüne verscherzt, hat die Kraft der Fußballfans völlig unterschätzt.

7

Schelte für die Kameraführung - und eine Entschuldigung

Diese Kameraführung ging gar nicht: Der Kletter-Weltverband IFSC hat sich bei der Österreicherin Johanna Färber für die Bilder von deren Wettkampf bei den Weltmeisterschaften entschuldigt. In Nahaufnahme war die Regie auf den Po der 23-Jährigen gezoomt, während diese ihren Wettkampf hatte. Mit Klettern hatte dies nichts zu tun, das war offenkundiger Sexismus. Nun immerhin erkannte der Verband nach Protesten seinen Lernbedarf – hoffentlich hilft’s.

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Antonia Wille
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