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7 Days, 7 Good News: Die Tennis-Prinzessin, der singende Skater und Bob Marley’s Vögel

LISTICLE | 15.09.2021
7 jours, 7 bonnes nouvelles : une victoire héroïque au Tour-de-France, un lavage de tête pour les ignorants du bonnet de bain et un club de football qui prend position contre le racisme.
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit Entspannung durch Bob Marley, Fußballerinnen als Filmstars, klare Kante im Judo und einer Tennisspielerin, der es wie in „Plötzlich Prinzessin“ ergangen ist.

1

"Three little birds" fliegen in Amsterdam

Bob Marley, wir sind uns sicher, du wirst aus deiner Grabstätte entspannt grinsend in Richtung europäischer Fußballwelt blicken. Hach, das freut uns wirklich. Grund dafür ist Ajax Amsterdam. Dem Verein gelang ein beispielloser Verkaufserfolg mit Trikots, die drei kleine Vögel in den Farben Rot, Gelb und Grün zeigen. Die Vögel auf den Jerseys erinnern an Marleys Hit „Three Little Birds“, der bei jedem Heimspiel von Ajax Amsterdam erklingt. Einziger Wehmutstropfen: Der europäische Fußballverband UEFA hat dem niederländischen Meister verboten, die Trikots im europäischen Wettbewerb zu tragen. Grund ist, dass an der für Stelle der Vögel das Teamsymbol stehen muss. So besagt es eine UEFA-Vorschrift. Wir halten inne, grinsen ob dieser Verbohrtheit und stimmen ganz entspannt mit dem großen Bob Marley an: „Don't worry, about a thing. 'Cause every little thing, gonna be all right…

2

Fußballerinnen als Filmstars

Raus aus den wenig beachteten Sendeplätzen im Fernsehen, rein in die große internationale Filmwelt: Als erste Frauen-Nationalmannschaft der Welt bekommen die deutschen Fußballerinnen eine eigene Doku-Serie. Warner Bros. hat schon im April mit den Arbeiten an dem Sechsteiler begonnen. In der Dokumentation werden die deutschen Fußballerinnen auf ihrem Weg zur Europameisterschaft nächstes Jahr in England filmisch begleitet. Regisseurin Martina Hänsel will vor allem Geschichten über die Spielerinnen erzählen, bis ins Privatleben. „Sie sollen uns tief in ihre Seele blicken lassen, auch der Schmerz gehört dazu.“ Wir als Fans sagen, das ist eine Mega-Idee – würden uns aber über ein Happy End wie im Film freuen. Für Drama und Tragödie haben doch inzwischen die Männer genügend gesorgt.

3

Endlich mal ein Plan

Leichtathletik ist so toll – jetzt gibt es endlich mal einen guten Plan für eine bessere Vermarktung. Die World Athletics hat die Meetings im Crosslauf, Mehrkampf und Gehen zu einer World Tour zusammengefasst. Dass soll den oft jenseits des breiten Publikums für echte Spitzenleistungen sorgenden Sportlern mehr Möglichkeiten bringen, sich zu präsentieren. Und natürlich auch die Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen. Insgesamt werden mehr als 400.000 Dollar für die besten Teilnehmer der neuen Tour ausgeschüttet. Darunter 75.000 Dollar für den besten Mann und die beste Frau. Das sind Peanuts gegen die Verdienste in anderen Sportarten, aber doch ein Schritt voran. Schon Ende des Monats geht es los. Stationen soll die Tour in Nordamerika, Asien, Afrika, Ozeanien und Europa machen. Also wirklich eine World Tour.

4

Keine Chance für Antisemitismus

Eine klare Kante ist im Judo immer gut – in diesem Fall erst recht. Der Internationale Judo-Verband IJF hat den aus Algerien stammenden Judoka Fethi Nourine für zehn Jahre von allen Wettkämpfen ausgeschlossen. Auch sein Trainer erhielt eine zehnjährige Sperre – für beide Männer vermutlich das Ende ihrer Karrieren. Nourine hatte bei Olympia in Tokio einen Kampf gegen einen Israeli verweigert und auf seine Olympia-Teilnahme verzichtet. Der politische Eklat ist damit konsequent geahndet worden – der 30 Jahre alte Nourine wird hoffentlich nie mehr in der Sportwelt auftauchen.

5

Mama Gold

Edina Müller ist unsere deutsche Mama Gold – und das nicht nur wegen ihrer sportlichen Leistungen. Die Olympiasiegerin im Kanu bei den Paralympics will weiter dafür kämpfen, dass auch Mütter im Leistungssport ihren Platz finden. „Ich hoffe, dass da meine Geschichte etwas verändern kann“, sagte sie im NDR-Fernsehen. Die 38-Jährige kämpfte wie eine Löwin dafür, dass ihr zweijähriger Sohn sie nach Japan zu den Paralympics begleiten konnte. Unterstützung in diesem Kampf bekam sie wenig. „Besonders belastend war für mich die Unsicherheit, kann er jetzt mit oder kann er nicht mit.“ Am Ende war Liam dabei, Mama Edina gewann Gold.

6

Ein doppelt gutes Brett

Von einem guten Brett sprechen manche Rockfans bei einem gelungenen Gitarrensolo – ein gutes Brett erfreut auch jeden Skateboarder. US-Profi Steve Caballero hat jetzt zwei gute Bretter. Neben seinem Skateboard hat sich der coole Sportler jetzt eine Gitarre in Skateboard-Form geschnappt. Auf der spielt er in einem Musikvideo, das sein Skater-Kollege Tony Hawk neu produziert hat. Hawk steht hinter einer Videospielreihe für Skateboard-Tricks, die er immer mit dem passenden Soundtrack aus Punk, Rock, Metal oder Hip-Hop unterlegt. In der neuen Version singt Hawk ein Cover des Punk Hits „No Cigar“ von Millencolin und lässt Caballero die Gitarre spielen. Eine extrem coole Nummer – wer den Gig sieht, hat Lust aufs Skaten und die Musik.

7

Wie in „Plötzlich Prinzessin“

Gestern bist du noch ein einfaches Einwandererkind, heute kennt dich schon die Queen: Ein bisschen wie in „Plötzlich Prinzessin“ darf sich Emma Raducanu fühlen. Mit 18 Jahren gewann Raducanu die US Open im Tennis und wurde die erste Qualifikantin, die ein Grand Slam Turnier gewinnen konnte. Die im kanadischen Toronto geborene Tochter eines Rumänen und einer Chinesin, die von klein auf in London lebt, bekam direkt nach dem Triumph Gratulationen aus dem Buckingham Palast. „Das ist ein beeindruckender Erfolg in einem so jungen Alter und ein Beleg für harte Arbeit und Einsatz», schrieb die 95 Jahre alte Königin an die 77 Jahre jüngere Tennisspielerin. Wir vermuten Freudentränen und ein leichtes Erröten, seufz.

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Antonia Wille
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