Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM
Autor:
Gunnar Jans

Digitalisierung im Sportbusiness: Summit bietet konkrete Lösungen

So profitieren Sporthändler und Hersteller von ISPO Digitize

Die digitale Transformation schreitet voran, auch gerade im Sportbusiness – der Branche, in der es um Schnelligkeit geht. Wer nicht am Puls der Zeit ist, gerät schnell ins Hintertreffen. Welche Chancen die Digitalisierung bietet, wie Hürden überwunden werden und wie sowohl der Sporthandel als auch die Sportindustrie profitieren – das sind die Themen von ISPO Digitize am 28./29. Juni. Im Interview erklärt Tobias Gröber, Head of ISPO Group den Mehrwert, den das Summit bietet und welche Top-Speaker neben Adidas-Vorstand Roland Auschel auftreten.

Der ISPO Digitize Summit liefert wertvolle Infos rund um das Thema Digitalisierung
Der ISPO Digitize Summit liefert wertvolle Infos rund um das Thema Digitalisierung

Auf der ISPO Munich 2018 wurde ein Anfang gemacht: Die Digitize Fläche, auf der unter anderem Adidas sowie die Technologieanbieter Sportmas und Lectra gezeigt haben, welche Möglichkeiten die digitale Transformation bietet, fand großen Anklang.

Nun richtet die Messe München erstmals ein eigenes Summit zur Digitalisierung aus: ISPO Digitize findet am 28./29. Juni im Internationalen Congress Center ICM in München statt, Anmeldungen sind ab sofort möglich. ISPO Digitize richtet sich an Händler und Hersteller – und wird künftig zum festen Bestandteil des ISPO Portfolios gehören. „Wir wollen konkrete Hilfestellung und individuelle Lösungsansätze bieten“, sagt ISPO Director Tobias Gröber im Interview.

ISPO.com: Herr Gröber, erklären Sie doch einmal in wenigen Worten: Was ist eigentlich ISPO Digitize?
Tobias Gröber, Head of ISPO: ISPO Digitize ist eine Plattform, die das Ziel hat, die Sportbranche – in diesem Fall Handel und Industrie – in ihrer digitalen Transformation zu unterstützen. Und dies mit großem Mehrwert: Wenn ich als Akteur des Sportbusiness zu ISPO Digitize gehe, bekomme ich die drängenden Themen der Digitalisierung auf meine Bedürfnisse zugeschnitten und konkrete Lösungen präsentiert.

Digital-Konferenzen gibt es viele – wofür braucht es nun auch noch ISPO Digitize?
Die Herausforderung heute ist in der Tat nicht, dass es zu wenige Summits zur Digitalisierung gibt. Das Sportbusiness allerdings bleibt hier oft außen vor. Wenn dem Sport-Fachhändler aber die digitale Metzgerei und der virtuelle Baumarkt präsentiert werden, stellt sich die Frage: Welchen Erkenntnisgewinn ziehe ich daraus für mein Sportgeschäft?

ISPO Digitize spricht jeden an, der im Sport sein Geld verdient

An wen richtet sich ISPO Digitize konkret? Wer ist die Zielgruppe?
Wir wenden uns explizit an die Sportbranche, die Sport-Industrie, und das umfasst zum einen die Marken, die Hersteller, aber vor allem auch den Handel. Und zwar vom kleinen Spezialisten bis zum Generalisten, den unabhängigen Händler ebenso wie den Verbundhändler. Im Grunde sprechen wir jeden an, der im Sport sein Geld verdient.

Konkreter Mehrwert für Sporthändler

Welchen konkreten Mehrwert haben Händler durch die Teilnahme an ISPO Digitize?
Der Benefit ist, dass die Teilnehmer und hier vor allem die Händler individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen und Konzepte präsentiert bekommen, die sie sofort in ihrem Geschäft umsetzen können. Denn eines ist klar: Die Digitalisierung macht die analogen Defizite sichtbar. Im Sportbusiness gibt es eine überschaubare Gruppe, vielleicht 25 Prozent, die die Digitalisierung für sich schon aufgegriffen haben.

Und dann gibt es eine relativ große Masse, die oft noch an den kleinsten Dingen scheitert. Es geht ja nicht darum, dass jedes Unternehmen gleich einen Chief Digital Officer einstellen muss – sich aber sehr wohl der Frage stellen sollte: Habe ich überhaupt einen Verantwortlichen im Unternehmen, der mich bei der Digitalisierung voranbringt?

Tobias Gröber spricht auf der ISPO Digitize Bühne
Tobias Gröber freut sich bereits auf den ISPO Digitize Summit im Juni 2018 in München.

So profitiert die Sportartikel-Industrie

Wie profitieren Hersteller von ISPO Digitize?
Die Hersteller können zum einen mit ihren Händlern vor Ort in Dialog treten, um zu klären, wie man die Digitalisierung gemeinsam angeht. Und zudem kann die Industrie ihre eigenen digitalen Lösungen präsentieren. Es gibt ja bereits gute Lösungen in der Industrie. Diese haben aber teilweise ein Akzeptanzproblem haben, weil der Fokus vieler Händler weiterhin nur auf dem Produkt ist und nicht an den Service-Möglichkeiten, die mir die Digitalisierung im Rahmen einer 360 Grad Betrachtung bietet.

Nehmen wir das immer wichtiger werdende Thema Rental, beispielsweise Ski-Rental, wo einzelne Firmen schon eine komplette digitale Infrastruktur im Handel hinstellen, mit denen der Service perfekt abgebildet werden kann. Hier können die Unternehmen ihre einzelnen Use Cases zeigen. Und natürlich auch sich selber informieren: Wohin geht die Reise für mich? Ist es das Internet of Things? Wie sieht die Zukunft im Herstellungs- und Beschaffungs-Prozess aus? Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung auf die Herstellung von Produkten haben? Wird es weiterhin in Fernost sein, oder ist es möglich, in absehbarer Zukunft am Standort Deutschland zu produzieren?

Digital Readiness Check zeigt: Viele sind noch nicht so weit

Die Spannbreite vom großen Industrie-Unternehmen bis zum kleinen Fachhändler ist groß. Gerade in der zweiten Gruppe ist bei vielen Marktteilnehmern zuweilen Unsicherheit zu spüren, was die Digitalisierung angeht. Wie bringen Sie diese Akteure zusammen?
Ein wichtiger Punkt. Genau dafür haben wir den Digital Readiness Check entwickelt. Eine kostenlose digitale Umfrage, mit der jeder ermitteln kann, wo er bei der digitalen Transformation gerade steht, wie weit er wirklich digital aufgestellt ist – oder eben nicht. Und anhand der ersten Ergebnisse können wir sehen, dass es im Prinzip genau diese beiden Cluster gibt: Zum einen ist da eine bisher überschaubar große Gruppe, die schon relativ weit ist mit der Digitalisierung – wobei die Industrie laut Selbsteinschätzung weiter ist als der Handel.

Und dann gibt es eine relativ große Gruppe, die sich entweder noch ganz am Anfang steht oder bestenfalls irgendwo mittendrin steckt im Prozess, aber bei weitem noch nicht so weit ist, wie sie sein sollte. Auf diesen beiden Zielgruppen richten wir unsere Inhalte aus.



Wie aber gelingt es Ihnen, beide Gruppen zu bedienen?
Zum einen, indem wir die großen, visionären Themen abdecken. Und dann aber vor allem Wert darauf legen, auch diejenigen mitzunehmen, die bisher die Digitalisierung noch nicht als große Chance für sich ausgemacht haben, sondern in ihr ein Hindernis, eine Hürde sehen. Genau diesen Digital-Skeptikern wollen wir aufzeigen, dass die Digitalisierung nicht nur eine riesige Chance ist, sondern dass es gar keine Alternative zur Digitalisierung gibt, wenn du auch in Zukunft gut aufgestellt sein und am Ende überleben willst. Und dafür wollen wir bei ISPO Digitize konkrete Lösungsansätze bieten.

Keynotes, Workshops, 1:1-Coaching

Und das machen wir natürlich in unterschiedlichen Formaten. Visionäre Formen werden in den Keynotes abgebildet mit unseren Sprechern, die Role Models sind in den sechs Schwerpunkt-Bereichen, die wir thematisieren. Dabei handelt es sich um die jeweils relevanten Management-Dimensionen, die durch die Digitalisierung betroffen sind: Ideation, Sourcing, Production, Distribution, Retail und Marketing.

Und dann geht es im Detail weiter über monothematische Workshops bis hin zu 1:1-Coachings, die ganz konkret auf die existentiellen Bedürfnisse des einzelnen Teilnehmers zugeschnitten werden können. Diese Coachings kann ich vor der Veranstaltung buchen.


Digitalisierung
Zwischensohle aus dem 3D-Drucker: Mit dem Futurecraft 4D geht Adidas revolutionäre Wege. Bald kann ein passgenauer Schuh innerhalb eines Tages individualisiert hergestellt werden. 
Adidas geht bei der Digitalsierung voran. Beispiele: die Speedfactory und der neue Futurecraft 4D. Was dies für die Produktion bedeutet und ob Adidas noch eigene Sportgeschäfte braucht, erklärt Vorstand Roland Auschel im Interview.

Keynotes u.a. von Roland Auschel, Robert Scoble, Peter Schwarzenbauer

Erzählen Sie uns etwas zum Programm – welche Speaker stehen schon fest? Für welche Expertise stehen diese Sprecher?
Wir haben hochkarätige Key Note Speaker gewinnen können, die Insights liefern, wie das Potenzial der Digitalisierung genutzt werden kann. Dabei lassen wir führende Experten aus der Sportindustrie wie Roland Auschel, Vertriebsvorstand der adidas group, oder Günter Althaus, Vorstandsvorsitzender der ANWR (u.a. Sport 2000), genauso zu Wort kommen wie Top Manager aus der Technologiebranche.

BMW Vorstand Peter Schwarzenbauer und Nils Stamm, CDO Deutsche Telekom werden Einblicke in die Digitalstrategien ihrer Unternehmen teilen, daneben zeigen Visionäre gesellschaftliche und kulturelle Zukunftstrends. Zudem treten weitere namhafte Speaker auf wie der renommierte Techblogger Robert Scoble und Prof. Bernd Thomsen, CEO der Thomsen Group International Strategy Consultants.

Vom Google Maps Eintrag bis zum Internet of Things

Viele Marktteilnehmer fragen sich noch: Was bedeutet Digitalisierung überhaupt für mich?
Ganz genau, das ist ja die große Frage. Digitalisierung deckt in meinem täglichen Geschäftsleben unterschiedliche Management-Bereiche ab.

Für den einen bedeutet Digitalisierung zunächst, überhaupt einen Google Maps Eintrag zu haben, der demjenigen, der mich sucht, zeigt, wo genau mein Geschäft lokalisiert ist. Nicht jeder muss gleich einen Webshop haben, aber ich brauche zunächst mal eine Webseite, die am Anfang durchaus simpel sein kann – mit meiner Adresse, den Öffnungszeiten, der Telefonnummer und mit einem Slot, in dem der Kunde seine E-Mail-Adresse eingeben und sich für meinen E-Mail-Newsletter anmelden kann – also ganz einfache Dinge zum Einstieg.

Und für andere wiederum bedeutet Digitalisierung schon Automatisierung der Fertigung, Internet of Things, künstliche Intelligenz, Bots. Das alles ist Digitalisierung.

Diese Komplexität zu reduzieren und verdaubar zu machen, neudeutsch snackable – das ist die Kunst. Und dieser Aufgabe stellen wir uns bei ISPO Digitize – für alle Markteilnehmer vom Händler bis zur Industrie.

Und nach den zwei Tagen sind sie dann schlauer?
Nach den zwei Tagen ist ein Anfang gemacht. Dieser Prozess ist nie abgeschlossen. Man ist nicht einfach digital geworden, und dann ist es gut – nein, ich muss mich konsequent und kontinuierlich mit dem Thema beschäftigen. Und wir geben Hilfestellung, indem wir den Check, die Lösungsansätze, die Formate der Zukunft vom Use Case bis zu den 1:1-Coachings Lösungen anbieten.

Digitize gehört zum festen Portfolio von ISPO

Dass dieser Prozess nicht mit einem einmaligen Event erledigt sein wird, haben wir ebenfalls berücksichtigt. Die Branche ist sehr heterogen, und die Entwicklungen sind permanent im Fluss.

Wir werden das Thema schon im Juli nach Shanghai bringen und auf ISPO Shanghai einen digitalen Schwerpunkt abbilden, wir werden dem Thema auf der ISPO MUNICH 2019 einen großen Raum geben, so wie wir es auf der ISPO Munich 2018 schon getan haben – und natürlich auch 2019 auf der neuen OutDoor by ISPO, die wir nächstes Jahr erstmals als Messe München ausrichten dürfen. ISPO Digitize wird ab sofort kontinuierlicher Bestandteil unsere Portfolios bei ISPO.

In Teil 2 des Interviews mit Tobias Gröber zu ISPO Digitize lesen Sie: Pricing, Personal, Datenschutz: Digitalisierung stellt Sportbranche  vor Herausforderungen

Digital Readiness Check
Neben Pricing und Personal haben wir noch ein drittes Gap ausgemacht: Cybersecurity und Datenschutz. 
Tobias Gröber, Head of ISPO Group, in Teil 2 des Interviews
Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM
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