Florian Pertsch
Autor:
Florian Pertsch

Doppelinterview vor der ISPO Beijing 2018 und ALPITEC CHINA

Das bringt die ISPO Beijing 2018: Olympia, Know-how und eine Premiere

ISPO.com sprach mit Elena Jasper und Geraldine Coccagna über den Olympia-Effekt für die ISPO Beijing (24. bis 27. Januar 2018) und die ALPITEC CHINA sowie über den Umzug im kommenden Jahr.

Die ISPO Beijing 2018 findet vom 24. bis 27. Januar statt.
Die ISPO Beijing 2018 findet vom 24. bis 27. Januar statt.

ISPO.com sprach mit Elena Jasper, Exhibition Director der ISPO Beijing, und ALPITEC CHINA Exhibition Managerin Geraldine Coccagna über den Olympia-Effekt, den Umzug der beiden Messen im Jahr 2019 und welche Highlights 2018 in Chinas Hauptstadt Peking auf das Fachpublikum warten.

ISPO.com: Frau Jasper, Frau Coccagna, die ISPO Beijing und die ALPITEC CHINA gehen in ihr zehntes gemeinsames Jahr in Chinas Hauptstadt. Wie zufrieden sind Sie mit den Planungen für das Messejahr 2018?
Elena Jasper: Wir sind mit den Planungen für 2018 äußerst zufrieden. Wir verzeichnen dank der weiter wachsenden Nachfrage bei den Wintersport-Themen einen Zuwachs der ausstellenden Marken und bekommen durchweg positives Feedback. Zudem ist die Unterstützung in Bezug auf sportliche Programme durch die chinesische Regierung weiter groß, und die olympischen Winterspiele 2022 in China wirken sich ebenfalls positiv aus. Zusätzlich sind 2018 deutlich mehr Augen auf Asien gerichtet, da nur neun Tage nach der ISPO Beijing die olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang beginnen.

Geraldine Coccagna: Die ALPITEC CHINA verzeichnet parallel zur ISPO Beijing ebenfalls einen großen Zuwachs. Gerade im Bereich der Wintersport-Anlagen wird dank der Olympischen Winterspiele 2022 groß investiert. Die Planungen müssen natürlich jetzt schon beginnen, aber das Geld steht bereit und wird auch ausgegeben.

ISPO Beijing als Plattform für Experten

Frau Jasper, auf welche Themen legt die ISPO Beijing 2018 einen besonderen Fokus?
Jasper: Hervorheben würde ich hier gerne unseren Corporate Social Responsibility Stand, der zum ersten Mal auf der ISPO Beijing vertreten sein wird. Wir wollen damit den aktuellen Entwicklungen zum Beispiel im Bereich Umweltschutz Rechnung tragen. Die chinesische Regierung achtet seit kurzem viel genauer darauf, dass Umwelt-Gesetze korrekt umgesetzt und eingehalten werden, wodurch viele Unternehmen umdenken müssen und folglich nach umweltgerechteren Technologien suchen.

Hier möchte die ISPO Beijing als Plattform dienen, um westlichen und chinesischen Unternehmen die Chance zu geben, ihren Schritt in die richtige Richtung vorzustellen. Außerdem wird das Thema Start-ups und Innovation eine größere Rolle spielen. Nach einem rein chinesischen Start-up Village 2017 werden bei der zweiten Ausgabe 2018 auch vier westliche Unternehmen aus den USA, Skandinavien, Frankreich und Deutschland ihre Produkte vorstellen.

Frau Coccagna, welche Themen werden bei der ALPITEC CHINA in diesem Jahr besonders gehighlightet?
Coccagna: Bei der ALPITEC CHINA sind die Themen durch die Technologie relativ fest vorgegeben: Beschneiung- und Aufstiegsanlagen, Pistenfahrzeuge etc. Was für uns dieses Jahr besonders im Fokus steht, ist die Information unseres Fachpublikums. Wir wollen den Besuchern der Messe noch mehr Input geben, um richtig und erfolgreich in Asien zu investieren.

Der Faktor Umwelt spielt auch bei uns eine große Rolle, denn das nötige Know-how, also wie Anlagen geplant und gebaut werden, kommt letztlich auch der Umwelt zu gute. Aus diesem Grund wird es gemeinsam mit der ISPO Beijing in diesem Jahr einen zweiten Tag der Asia Pacific Snow Conference geben, der sich fachspezifisch mit technischen Informationen befassen wird.

Potenzial des Marktes in China als Zugpferd

Was hat sich im Programm Ihrer beiden Messen im Vergleich zum vergangenen Jahr verändert?
Jasper: Verändert ist vielleicht nicht das richtige Wort, eher noch stärker ausgeprägt. Denn das Konferenzprogramm ist für uns nach wie vor immens wichtig. Wir sehen weiterhin einen großen Bedarf an Information, an Weiterentwicklung- und Bildung, und wir sind sehr stolz, die Plattform zu sein, die die Experten zueinander bringt.

Coccagna: Ich stimme Frau Jasper vollkommen zu. Es geht auch bei der ALPITEC CHINA darum, eine Plattform zu sein, auf der sich die Experten treffen können und viel Inhalt mit nach Hause nehmen können. Es geht nicht mehr so sehr darum, ein Produkt mitzunehmen, sondern die Messe ist ein Treffpunkt, ist Networking und eine Möglichkeit Informationen zu bekommen.

Frau Jasper, die ISPO Munich ist allein durch Ihre Tradition und Größe so etwas wie die große Schwester der ISPO Beijing. In welchen Punkten stellt die ISPO Beijing ihr Münchner Pendant in den Schatten?
Jasper: Das ist für mich ganz klar das zukünftige Potenzial des Marktes. Ein Beispiel: Einer der Teilnehmer des Startup Village, der durch den Gewinn des ISPO Brandnew die Möglichkeit hat, auf einer ISPO auszustellen, hat sich ganz bewusst dafür entschieden, nicht auf der ISPO Munich, sondern auf der ISPO Beijing sein Produkt zu präsentieren. Ich denke, es hat eine gewisse Aussagekraft, wenn ein junges Unternehmen statt der international größten Sportmesse eine noch relative junge Messe im asiatisch-pazifischen Raum als Ausstellungsort auswählt.

Frau Coccagna, Sie haben die erste ALPITEC CHINA 2009 organisiert und sind seit 2017 erneut für die Organisation verantwortlich. Was hat sich in diesen neun Jahren verändert?
Coccagna: Primär haben sich die Ansichten und Einstellungen der Firmen geändert. 2009 sind unsere Aussteller mit der Angst nach China gekommen, ob ihre Produkte auch gekauft oder nur kopiert werden. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Situation extrem positiv für uns weiterentwickelt.

Unsere internationalen Aussteller haben sich in China etabliert, Büros vor Ort eröffnet oder sind Joint Ventures eingegangen. Auf Seiten der chinesischen Aussteller gab es bei der ersten ALPITEC CHINA genau einen Teilnehmer. 2018 ist das Verhältnis internationale zu nationale Aussteller 50/50.

Wie haben Sie es geschafft, diese Angst zu lindern? Waren Olympia 2022 und die möglichen Profite eine der treibenden Kräfte?
Coccagna: Die Winterspiele 2022 in Peking haben mit Sicherheit auch eine Rolle gespielt, aber der Boom hat bereits vor der Bekanntgabe des Austragungsorts 2022 in China begonnen. Der wichtigste Faktor war die konstante Informationspolitik für unsere Aussteller.

Wir haben zum Beispiel in Südtirol Events für Unternehmen organisiert, um den chinesischen Markt besser zu verstehen und die positiven Auswirkungen zu erkennen. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder ein mutiger Schritt, in einen Markt zu gehen, in dem man weder die Sprache noch die Kultur auf Anhieb versteht.

Jasper: Zusätzlich glaube ich, dass gerade in unserer heutigen schnelllebigen Zeit die lange, verlässliche und erfolgreiche Verbindung von ISPO Beijing und ALPITEC CHINA in China sehr stark geschätzt wird. Tradition und Vertrauen sind wichtige Werte in China.

Die ISPO Beijing wird 2019 zusammen mit der ALPITEC CHINA auf ein neues Gelände ziehen. Wie schwierig war die Suche nach einer neuen Location, und wo stehen Sie im Planungsprozess?
Jasper: Ursprünglich war der Umzug ja für 2020 geplant, aber nachdem wir aus Sicht der Flächenausschöpfung bereits dieses Jahr an die Grenzen des China National Convention Centers (CNCC) gestoßen sind, sind wir sehr glücklich, bereits 2019 umziehen zu können.

Wir haben uns frühzeitig um eine adäquate Alternative gekümmert und sind mit der Wahl des New China International Exhibition Centers sehr zufrieden – wobei anzumerken ist, dass es in der gewünschten Größenordnung nicht allzu viele Kandidaten gibt. Die Location liegt deutlich näher am Flughafen und bietet mit 200.000 Quadratmeter deutlich mehr Fläche für unsere Aussteller. Gerade für unsere internationalen Gäste wird die Anreise damit wesentlich bequemer geworden.

Coccagna: Der Umzug ist auch für uns als ALPITEC CHINA ein großer Erfolg, denn mangelnder Platz war in den letzten Jahren gerade für uns das größte Problem.

Wie unterscheidet sich das Anforderungsprofil der ALPITEC von dem der ISPO Beijing für eine neue Location Frau Coccagna?
Coccagna: Die ALPITEC CHINA braucht Hallen, in denen auch größere Geräte, Maschinen und Fahrzeuge untergebracht werden können. Im CNCC wären wir gerne auch in das oberste Stockwerk gezogen, aber letztlich gab es keine Möglichkeit, ein Pistenfahrzeug dort hinauf zu bekommen. Eine ebenerdige, möglichst hohe Halle wie in der neuen Location macht für uns vieles einfacher.

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