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Days, 7 Good News: Von ukrainischem Siegeswillen und weltrekordverdächtiger Liebe

LISTICLE | 23.03.2022
Bild mit der Aufschrift Good News
Autor:
Uschi Horner

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit dem süßesten Paar der Leichtathletik, einem Technik-Tüftler auf dem Fahrradsattel und mit Ashleigh Barthy (25), die auf dem Höhepunkt ihrer Tenniskarriere aufhört, um noch andere Träume zu leben.

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Das süßeste Paar der Leichtathletik

Es ist die süßeste Geschichte der Leichtathletik – sie geht über ein Paar, das im hohen Alter zuerst die Liebe zur Jagd nach Rekorden, und dann die Liebe zueinander gefunden hat. Vor Jahren begann der heute 81-jährige Heinz Keck aus Osnabrück mit einer Staffel damit, in den Seniorenklassen Weltrekorde zu knacken, wie er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erzählte. Auf acht Weltrekorde bringen es Keck und seine Kumpels schon. Auf einer dieser Sportreisen sprach er die in den USA lebende gebürtige Hamburgerin Philippa Raschker an. „Ich hatte immerhin mit der 4x400-Meter-Staffel Gold gewonnen – aber dennoch richtig Schiss, als ich sie um ein Foto gebeten habe.“ Der Mut lohnte sich, seit 2011 sind beide ein Paar. Und sie sporteln: Mit 118 Weltmeisterschaftsmedaillen im Seniorensport steckt Raschker ihren Heinz dabei aber locker in die Tasche. Und damit das auch weiterhin so bleibt, lassen sich die Ausnahmesportlerin und ihr Heinz regelmäßig in der Klinik Lindenplatz durchchecken.

Gang- und Laufanalyse erfolgreich bestanden: Philippa Raschker, Dr. med. Mario Broich (Ärztlicher Direktor der Saline Bad Sassendorf), Heinz Keck, Prof. Dr. Thomas Jöllenbeck und Juliane Pietschmann (beide Institut für Biomechanik)
2

Technik, die begeistert

Er hat es nicht nur in den Beinen, sondern auch im Hirn: Radprofi Matej Mohoric aus Slowenien tüftelt gerne an Verbesserungen an seinem Rad. Seine neueste Idee brachte ihm nun nicht nur den Sieg beim Radklassiker Mailand-Sanremo. Mohoric könnte auch den Straßen-Radrennen eine Revolution gebracht haben. Denn der 27-Jährige fuhr mit einer sonst nur bei Mountainbikern üblichen absenkbaren Sattelstütze. Auf der Abfahrt in dem Rennen nahm er Fahrt auf wie kein anderer. „Die tiefe Position bringt wegen der Aerodynamik beachtliche Zeitvorteile“, sagt Mohoric. Er glaubt, dass sich seine Idee durchsetzen wird.

3

Das Herz war beim Goldgewinn in der Ukraine

Manchen ihrer ukrainischen Landsleute dürfte sie mit diesem Sieg Trost gespendet und sie stolz gemacht haben. Hochspringerin Jaroslawa Mahutschisch gewann mit ihren erst 20 Jahren die Goldmedaille bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in der Halle in Belgrad. Mahutschisch musste vor dem Krieg fliehen, mit dem Auto fuhr sie fast 2000 Kilometer aus ihrer Heimat nach Belgrad. „Hier zu springen war psychologisch so schwierig, weil mein Herz in meinem Land bleibt.“ Sogar ihre Fingernägel lackierte sie in den Nationalfarben gelb und blau.

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Einmal in der Allianz-Arena spielen…

Sie spielten bisher nur in kleinen Stadien, die nur Ortskundige auf Anhieb gefunden haben. Doch jetzt durften die Frauen des FC Bayern München endlich mal in der sonst den Männern vorbehaltenen Allianz Arena spielen. Champions League gegen Paris St. Germain, was sich nach ganz großer Fußballkost anhört, war es auch im Frauenfußball. 13.000 Zuschauer kamen und damit mehr als erhofft. Auch wenn das Spiel gegen die Frauen aus Paris mit 1:2 knapp verloren ging, haben die Bayern-Fußballerinnen einen großen Schritt nach vorne gemacht.

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Leute, macht bloß nix kaputt…

Was für ein Spektakel: Die Kugelstoßer dürfen bei den Deutschen Meisterschaften Ende Juni vor dem Brandenburger Tor ihren Wettkampf bestreiten. Wir hören die Berliner schon stöhnen, ob die Flitzpiepen wohl die Quadriga janz lassen. Liebe Hauptstädter mit dem ganz besonderen Charme: Da passiert garantiert nichts Schlimmes. Oder wie es Marco Buxmann vom Deutschen Leichtathletikverband förmlich sagte. „Dass wir mit dem Kugelstoßen vor historischer Kulisse am Brandenburger Tor zu Gast sein dürfen, ist eine besondere Ehre für uns.“ Obendrein ist der Eintritt frei.

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Von unten nach – fast – ganz oben

Das ist Amerika! Die Mutter alleinerziehend, der unter schwierigen Bedingungen aufwachsende Sohn wird Augenzeuge von Morden und Drogendeals. Und was macht der Bursche? Er schickt sich an, auf ewig der größte Basketballer der Sportgeschichte zu werden: LeBron James ist inzwischen die Nummer 2 in der ewigen Punkteliste der NBA. Karl Malone konnte er jetzt mit seinen rund 37.000 Punkten in 1363 Spielen hinter sich lassen. Wirft der 37-Jährige weiter so zuverlässig seine Körbe wie bisher verdrängt er in einem Jahr Kareem Abdul-Jabbar. Der machte 38.387 Punkte. James punktet aber im Schnitt 27,1 Mal pro Partie. Noch etwa 50 Spiele, dann hat James den Thron erklommen.

7

Trotz Traumkarriere noch Träume

Ihre Tenniskarriere war ein Traum – und trotzdem hat Ashleigh Barty noch andere Träume: Was für eine bewundernswerte innere Freiheit. Die Australierin, die erst 25 Jahre alt ist, und noch vor wenigen Wochen die Australian Open gewinnen konnte, beendete völlig überraschend ihre großartige Tenniskarriere. Sie tat das, „um andere Träume zu verfolgen“. Barty hatte schon einmal als junge Spielerin eine zwei Jahre lange Pause gemacht. Damals brauchte sie mental eine Auszeit. Jetzt trat sie bewusst auf dem Höhepunkt ab, wie sie selbst sagt. Der Wendepunkt sei ihr Sieg beim Turnier in Wimbledon im vergangenen Jahr gewesen. Damals habe sie dieses eine große Ziel erreicht und den für alle anderen überraschenden Rücktritt geplant. „Ich bin wirklich glücklich. Für mich ist dies mein Erfolg.“

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Uschi Horner