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Days, 7 Good News: Ein Schwimmer in well done, ein blinder Surfer, die Frauschaft des Jahres und ein Erfolgsrezept à la E.T

LISTICLE | 22.12.2021
Bild mit der Aufschrift Good News
Autor:
Antonia Wille

Wir finden: Hin und wieder braucht es gute News. Vor allem aus dem Sport. In unseren Good News servieren wir dir jede Woche sieben Nachrichten, die unser – und hoffentlich auch dein – Sportlerherz höher schlagen lassen. Weil die News Spaß machen. Zukunftsweisend sind. Weil sie neue Tendenzen zeigen. Weil sie eine Prise Absurdität in einer viel zu ernsten Welt streuen. Oder weil sie einfach nur Freude bringen. Hauptsache gute Laune, das ist unser Motto in diesem News-Format. Und wir legen auch gleich los. Mit einem Schwimmer in well done, einem blinden Surfer, der Frauschaft des Jahres und einem Erfolgsrezept à la E.T.: Nach Hause telefonieren

1

Well done, Wellbrock

Well done, Wellbrock: Was Florian Wellbrock in diesem Jahr im Schwimmbecken und im Freiwasser gezeigt hat, ist außergewöhnlich. Kurz vor Jahresschluss der Titel bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi inklusive Weltrekord ist nach dem Gold bei Olympia die Krönung. Genieß dein Leben ständig, du bist länger tot als lebendig, hat sich der 24-Jährige auf den Oberkörper tätowieren lassen. Ein Sido-Zitat, auch als Würdigung für seine nach einem Schwimmwettbewerb mit dreizehn Jahren tot zusammengebrochene Schwester. Wellbrock kitzelt wirklich alles aus sich raus. Dass er bei der Wahl des Sportlers des Jahres Zweiter hinter Alexander Zverev wurde, wird ihm sicher Ansporn sein für das nächste Jahr

2

Bronze für den blinden Eisbachsurfer

Er surft blind besser als die meisten Sehenden – jetzt hat Ben Neumann sein außergewöhnliches Talent mit einer WM-Medaille gekrönt. Bei der Weltmeisterschaft im Para-Surfen gewann der 16-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen an der Pismo Beach in Kalifornien die Bronzemedaille. „Ein unvergessliches Erlebnis“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Der als Siebenjähriger wegen eines Gendefekts erblindete Junge startete als Anfänger in die WM. In Bayern bekannt wurde Ben Neumann als der „blinde Surfer von der Eisbachwelle“ – er gehört zu den Unerschrockenen, die sich am Englischen Garten in München dort in die künstlich errichtete Welle stürzen. Auf Instagram hat sein Konto den Namen ben.no.limits – wie passend!

Wir freuen uns, den Spirit der OutDoor by ISPO auch 2023 wieder gemeinsam mit euch zu erleben. Save the date: 04. bis 06. Juni im MOC – Event Center Messe München.
3

17.200 Höhenmeter rückwärts treppab

Uns knarzen schon manchmal die Knie, wenn wir normal die Treppe hochgehen – was muss Karsten Neder für einen Wundermechanismus im Gelenk haben? Der Grafiker aus Weßling bei München hat jetzt den 291 Meter hohen Münchner Olympiaturm rückwärts treppab bezwungen. Und das nicht nur einmal, sondern 24 Stunden lang! Insgesamt 17.200 Höhenmeter brachte Neder so zusammen, was 87.720 Treppenstufen entspricht. Der Lauftrainer hofft jetzt, dass das Guiness Buch der Rekorde seinen Lauf aufnimmt. Selbst wenn nicht, haben wir großen Respekt. Das auch deshalb, weil Neder 8772 Euro für krebskranke Kinder sammelte.

4

Aaron Opoku, der Mentalitätswandler

 

 

Aaron Opoku, wir danken dir! Vermutlich hat nur das ehrliche Entsetzen des Spielers des VfL Osnabrück über die rassistischen Ausfälle vom „Fan“ des MSV Duisburg zum Spielabbruch geführt. Über all die Jahre nahmen Vereine, Spieler und Schiedsrichter in Deutschland viel zu viel Rassismus hin. Aber nachdem der empathische Schiedsrichter Nicolas Winter Opoku und dessen Schock gesehen hat, war endlich mal Schluss mit still hingenommenem Rassismus.  Es war für jeden Menschen, der schon einmal diskriminiert wurde, ein wichtiges Zeichen, das Spiel nicht fortzusetzen“, erklärte der gebürtige Hamburger Opoku ein paar Tage nach dem Spiel. Dass die Verantwortlichen von Osnabrück und Duisburg klare Worte fanden, war ebenso erfreulich. Genau wie ihr Sportsgeist: Beide Clubs wollen ein Wiederholungsspiel, keine Entscheidung am grünen Tisch.

5

Nach Hause telefonieren….

E.T., Quatsch, Alex, muss nach Hause telefonieren…. Lange galt Alexander Schmid als uneingelöstes Versprechen eines riesigen Skitalents. 27 Jahre musste der Allgäuer werden, bis er es im Weltcup-Klassiker in Alta Badia im Riesenslalom auf Platz 3 geschafft hat. Das Wundermittel: Ein Telefonat. Schmid rief vor dem Rennen seinen älteren Bruder Manuel an, der ebenfalls Skirennläufer ist, aber verletzt. Das Telefonat wirkte Wunder. „Er hat gesagt, er drückt mir die Daumen.“ Da habe er bei sich gedacht „Ich fahre für uns beide.“ Alex, ein Tipp: Nach Hause telefonieren hat schon E.T. geholfen, ruf doch einfach öfter mal an. 

6

Frauschaft des Jahres

Kommt ins Grübeln, liebe Sportjournalisten. Eure Wahl zu den Sportlern des Jahres ist super, eine Ikone von Auszeichnung. Aber bitte… Mannschaft des Jahres werden die Damen des Bahnrad-Vierers. Wir müssen ja nicht alles gendern. Dies wäre aber der Moment, künftig die Frauschaft des Jahres zu küren. Wer das Interview mit der Team-Ältesten Lisa Brennauer in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ über den Olympiasieg in Tokio, den Teamgeist und eben die Wahl zur ‚Mannschaft‘ des Jahres gelesen hat, fand jedenfalls viel weibliche Energie. „Wir können Quatsch machen und lachen, lustig sein. Wenn wir auf dem Rad sitzen, dann funktionieren wir alle gleich. Da dreht keiner durch, jeder ist fokussiert.“ Sätze die sitzen – aus unserer Frauschaft des Jahres.

7

Freude für Fahrradfreunde

Freut sich der Fahrradverband, freut sich die Umwelt: Die Mobilitätsinitiative der EU-Kommission verspricht so viel Engagement für den Fahrradverkehr in der Europäischen Union wie noch nie. Das bürokratisch mit „Effiziente und umweltfreundliche Mobilität“ betitelte Konzept ist nach Einschätzung der Fahrradverbände das bisher stärkste Engagement der Europäischen Union für den Radverkehr. Ein transeuropäisches Verkehrsnetz oder intelligente Verkehrssysteme, die bessere Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr bieten steht als Ankündigung in dem Papier. Bitte, liebe EU, lasst es genauso gut werden, wie es klingt.

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Antonia Wille