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 Salomon entwickelt den Laufschuh der Zukunft
Running | 04.09.2017

Salomon Brand Managerin Julia Schehl über Ausrüstung und Lauf-Trainings

So helfen Influencer im Trailrunning bei der Entwicklung und Tests von Produkten

Salomon entwickelt den Laufschuh der Zukunft. Trailrunning ist überall möglich: oft direkt vor der Haustür. (Quelle: Salomon)
Trailrunning ist überall möglich: oft direkt vor der Haustür.
Bild: Salomon
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Salomon setzt auf Influencer und den Fachhandel, um über den Trendsport Trailrunning aufzuklären. Viele Menschen verbinden den Sport nur mit Laufen im Gebirge. Dass viele Höhenmeter und eine besonders lange Strecke nicht zwingend die wichtigsten Kriterien sind – und welchen Einfluss die Digitalisierung auf das Unternehmen hat, erklärt Salomon Brand Managerin Julia Schehl im Interview mit ISPO.com.

Salomon hat es sich zum Ziel gemacht, noch mehr Stadtläufer für Trailrunning zu begeistern. Das Entwicklungs-Potential des Trendsports sei noch längst nicht ausgeschöpft. Teil ihrer Initiative ist es, Ausrüstung speziell für Einsteiger zu konzipieren und Lauf-Trainings anzubieten. Salomon leistet aber auch Pionier-Arbeit in der Footwear-Entwicklung: das ME:sh-Projekt verkündet den Schuh der Zukunft.


ISPO.com: Ist Trailrunning aus Hersteller-Sicht noch ein Teilmarkt des Running-Segments oder inzwischen eine eigene Sportart? Wird der Handel diesem Segment gerecht? Wie beurteilen Sie die Wachstumschancen im Vergleich zum normalen Laufmarkt?

Antwort Julia Schehl, Brand Managerin Salomon: Wir sehen nach wir vor große Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Trailrunning – vor allem wenn es darum geht, Straßenläufer für Trailrunning zu begeistern und Trailrunning in Regionen abseits des Hochgebirges zu fördern.

Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, Endverbrauchern das Thema Trailrunning und die entsprechenden Produkte zu erklären und in diesem Rahmen arbeiten wir eng mit Fachhandelspartnern zusammen. Wir bieten hier u.a. gemeinsame Produkttests, Trailrunning Workshops und Aktionstage an. 

Trend-Sport Trailrunning in Bildern


Dabei sehen wir, dass Partner, die sich im Bereich Community-Aktivierung engagieren, sehr viel Zulauf haben und Endverbraucher auch weitere Wege auf sich nehmen, um dabei zu sein. Wir sind davon überzeugt, dass der Fachhandel auf diese Weise seinen Kunden viel Mehrwert bieten kann.

Trailrunning ist nicht nur im Gebirge möglich 

Wie unterscheidet sich die Zielgruppe in Trailrunning Produkten von jener im allgemeinen Running – was bedeutet das für Sie als Hersteller?

Wir wissen, dass heute immer mehr Leute laufen gehen, weil sie bewusst etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun wollen. Das Erlebnis an sich – allein oder in der Community – ist wichtiger, als immer neue Bestzeiten aufzustellen. Es geht um das Erlebnis in der Natur und die Möglichkeit, einfach mal abzuschalten vom Alltagsstress.

Gleichzeitig wissen wir auch, dass diese Läufer unter Umständen abgeschreckt werden von der Vorstellung, dass Trailrunning nur im Gebirge ab einer Distanz von 30 Kilometern und 1000 Höhenmetern möglich wäre. Das bedeutet für uns, dass wir Läufern zeigen müssen, dass Trailrunning überall möglich ist: oft direkt vor der Haustür, abseits von breiten Wegen und Straßen.

Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um das Naturerlebnis – gleichzeitig ist Trailrunning eine Herausforderung an Koordination und Konzentration des Läufers, da es oft wortwörtlich über Stock und Stein geht.

Julia Schehl, Brand Manager Salomon (Quelle: privat)
Julia Schehl, Brand Manager Salomon
Bild: privat


Neben den passenden Produkten aus Footwear, Gear-  und Apparel-Bereich für technisch leichte Gelände, bieten wir auch seit Anfang 2017 Trail Running Workshops an – dabei geben wir Läufern an 20 Standorten in Deutschland die Möglichkeit, Trailrunning Equipment zu testen und mit erfahrenen Trailrunnern die Strecken in Ihrer Region kennenzulernen und sich Praxis- und Technik-Tips abzuholen.

Das Thema Nachhaltigkeit ist gerade für die naturverbundenen Trailrunner wichtig – andererseits lebt die Industrie gerade auch in diesem Markt von einem permanenten Produkt-Zuwachs. Wie gehen Sie mit diesem scheinbaren Widerspruch um?

Als Marke tun wir unser bestes, einerseits der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden (Beispiel „How to Trail Run“ Initiative) und die passenden Produkte für alle Terrains zu liefern. Andererseits investieren wir auch in Pionierarbeit in Sachen Schuhherstellung, wie Sie am Beispiel unseres ME:sh Projektes sehen können: der ersten individuell anpassbaren Footwear ihrer Art.

Läufer können jetzt einzelne Schuhkomponenten mixen und individuell anpassen lassen, um perfekt passende Schuhe für ihre Füße zu kreieren. Der Herstellungsprozess verbindet Automatisierung mit Handarbeit und bringt eine erhebliche Reduzierung der Prozessschritte während der Schuhproduktion. 

„Unsere Influencer müssen Trailrunning genauso lieben wie wir“ 

Welchen Stellenwert haben Influencer im Trailrunning für Sie? Wie schaut in diesem Bereich Ihr Konzept aus? Ist dies nur ein vorübergehender Trend oder bleibt dies? Und wie entscheiden Sie, wer für Sie ein Influencer ist und wer nicht?

Die Arbeit mit der Trailrunning Community und Influencern ist für uns als Marke schon seit den Anfängen von zentraler Bedeutung. Wir bauen auf das Know-How und die Erfahrungen dieser Läufer – der Austausch mit ihnen ist entscheidend, um auch unsere Konzepte und Ideen konstant auf den Prüfstand zu stellen und zu hinterfragen.


Sie wissen zum Beispiel genau, was ein Produkt können muss, um auf Trails zu bestehen und können sehr wertvolles Feedback liefern – welches uns wiederum in der Entwicklung unserer Produkte enorm weiterhilft.

Was uns bei Influencern wichtig ist? Dass sie Trailrunning genauso lieben wie wir – und uns in direktem Austausch mit ehrlichem Feedback unterstützen, den Sport voranzubringen.

Lesen Sie hier: Das erwartet die Trailrunning-Community von den Herstellern >>>

Wie wichtig sind Produkttests im Trailrunning im Vergleich zu den anderen von Ihnen bedienten Produkt-Segmenten? Welche Strategie verfolgen Sie auch im Zusammenspiel mit anderen Playern, beispielsweise Reise-Anbietern oder Event-Agenturen?

Produkttests sind für uns sehr wichtig – vor allem im Footwear- und Laufrucksack-Bereich. Wir bieten eine breite Range an Trailrunning Schuhen an – von Modellen für technisch leichte Wald-/Wiesenläufe bis hin zu Produkten für Läufe im Hochgebirge und über Ultradistanzen – oder auch Schuhe für besonders nasse/matschige Strecken.

Daher ist es uns wichtig, Läufern die Möglichkeit zu geben, die Modelle kennenzulernen und zu testen und für seine/ihre Bedürfnisse die idealen Modelle zu finden.

Salomon hat Ausrüstung für jedes Niveau im Sortiment – vom Wald- und Wiesen- bis zum Ultradistanz-Läufer. (Quelle: Salomon)
Salomon hat Ausrüstung für jedes Niveau im Sortiment – vom Wald- und Wiesen- bis zum Ultradistanz-Läufer.
Bild: Salomon


Auch ist es wichtig, Laufrucksäcke oder Laufgürtel zu testen. Besonders bei längeren Trailruns sollten genug Getränke und (Wechsel-)Kleidung mitgenommen werden – um diese Ausrüstung komfortabel und sicher beim Lauf transportieren zu können, sollte jeder Läufer den für sich passenden Laufrucksack finden.

Von Laufgürteln über Einstiegs-Rucksäcke bis hin zu minimalistischen Profi-Modellen gibt es eine große Auswahl – umso wichtiger die Möglichkeit für Läufer, sich mit den verschiedenen Angeboten auseinander setzen zu können. Die Zusammenarbeit mit anderen Playern im Trailrunning Bereich ist für uns fundamental, um den Sport weiterzuentwickeln und zu dessen Wachstum beizutragen.

Nur mit gemeinsamen, langfristigen Konzepten können wir hier erfolgreich sein – ein sehr positives Beispiel ist hier aus unserer Sicht der Salomon Zugspitz Ultratrail, den wir zusammen mit dem Veranstalter Plan B und allen anderen Partnern zu einem der größten Trailrunning Events in Deutschland aufgebaut haben – und der seit seiner Premiere vor 7 Jahren jedes Jahr einen neuen Teilnehmerrekord melden kann.


Wie wird die Digitalisierung den Trailrunning Markt beeinflussen und wie wappnen Sie sich dafür?

Die Digitalisierung ist in vollem Gange und beeinflusst auch jetzt schon den Trailrunning Sport. Die Trailrunning Community ist bereits sehr stark online und offline vernetzt, und darauf reagieren wir mit unseren Kommunikationsmaßnahmen, zum Beispiel im Social Media Bereich oder auch mit Salomon TV.

Natürlich ist auch die Darstellung unseres Produktangebotes im digitalen Bereich von entscheidender Bedeutung – darauf liegt der Fokus und hier arbeiten wir u.a. auch eng mit unseren Etail-Partnern zusammen.

Salomon, ein seit über 60 Jahren weltweit führendes Unternehmen im Bereich Bergsport-Ausrüstung, produziert und vertreibt Schuhe, Bekleidung und Ausrüstung für Outdoor-Sportarten wie Laufen und Ski. Die neue Markenausrichtung des Unternehmens richtet sich an Berg- und Outdoorsportler: Der neue Slogan „Time to Play“ appelliert an das Kind in uns, das vor allem eines in der Natur will: Spielen.

Lesen Sie hier: Digitalisierung erobert die Berge und fordert den Handel ≤≤≤

Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM (Quelle: www.goettlicherfotografieren.de)
Ein Beitrag von Gunnar Jans, Chefredakteur
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