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 So nutzt clim8 das Wissen der Crowd
INNOVATION | 28.02.2017

Start-up nutzt Crowdsourcing-Kampagne

Welchen Trick Clim8 nutzt, um die Outdoor-Shirts der Zukunft zu entwickeln

So nutzt clim8 das Wissen der Crowd. Die Story von clim8: Wie ein Gründertraum im Schnelldurchlauf. (Quelle: clim8)
Die Story von clim8: Wie ein Gründertraum im Schnelldurchlauf.
Bild: clim8
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Das französische Start-up clim8 hat ein außergewöhnliches Funktionsshirt entwickelt – dank der Hilfe und des Wissens der Crowd von ISPO OPEN INNOVATION. Hier beschreibt Gründer Florian Miguet den erfolgreichen Weg seines Unternehmens.

Die Geschichte von clim8 liest sich wie ein Gründertraum im Schnelldurchlauf: Florian Miguet kündigt im Herbst 2015 seinen Job, gründet im darauffolgenden Winter zusammen mit zwei Partnern clim8 und entwickelt eine intelligente Textil-Technologie, die in Abhängigkeit von der Körpertemperatur Wärme dosiert und individuell anpasst. Im Februar 2017 wird die Technologie ISPO AWARD GOLD WINNER, clim8 wird ISPO BRANDNEW Finalist und ist als Ingredient Brand in Verhandlungen mit zahlreichen Marktführern der Branche – wie das genau funktioniert lesen sie hier!

Was den Erfolg entscheidend vorangebracht hat, verrät Miguet im ISPO.com-Interview.

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Herr Miguet, was hat clim8 aus Ihrer Sicht bis hierhin zur Erfolgsgeschichte werden lasse?   
Ich denke, hierfür sind vier Punkte zentral:

  1. Clim8 hält warm und befriedigt damit ein zentrales menschliches Bedürfnis. Darüber hinaus stecken wir natürlich schon mitten in der Entwicklung einer Technologie, die auch in der Lage ist zu kühlen.
  2. Clim8 ist bezahlbar. Ein Shirt, das 500 Euro kostet, interessiert keinen – unser Shirt wird 150 Euro kosten. Das ist für eine intelligente Technologie ein bezahlbarer Preis.
  3. Wir werden eine Ingredient Brand sein. Das heißt, wir erreichen über die Zusammenarbeit mit verschiedenen Marken verschiedene Zielgruppen. Jeder kann sich den Style kaufen, der ihm gefällt.
  4. Und ganz wichtig: clim8 wurde von Nutzern für Nutzer entwickelt.

Testpersonen geben wertvolles Feedback

Was meinen Sie damit, von Nutzern für Nutzer?
Wir haben fast von Anfang an mit ISPO OPEN INNOVATION zusammengearbeitet. Ich kannte dieses Angebot schon aus einem vorherigen Job. Für mich war klar, dass ich bei clim8 die Expertise und den großen Pool an Testpersonen aus der ISPO Community nutzen wollte. ISPO OPEN INNOVATION verlieh dem Projekt von Anfang an sehr viel Glaubwürdigkeit und Energie. Es hat clim8 grundlegend und entscheidend vorangebracht.


Wie sah das konkret aus?
Eigentlich ist es ganz einfach. Du machst automatisch das Richtige, wenn du 2800 Testpersonen hast, die dir sagen: Du musst das und das machen! Konkret haben wir uns im Sommer 2016 mit dem Team von Open Innovation getroffen, einen Zeitplan abgesteckt, und dann ging eigentlich alles sehr schnell.

Im September hatten wir bereits 2800 Fragebögen im Umlauf, im Herbst konnten wir – mitten einem kleineren Pool an Testern – unsere geheimen Shirt-Tests machen. Unser Produkt ist geprägt von dem, was uns diese Leute gesagt haben. Der ganze Test lief übrigens streng vertraulich ab. Wir haben enorm davon profitiert, dass der Testpool der ISPO Community insgesamt aus 22.000 sehr verschiedenen Menschen besteht, junge Leute ab zehn Jahren bis zu 85-Jährigen, von Profisportlern bis zu Gelegenheitssportlern. Dass wir zu diesem Pool Zugang hatten, war fantastisch.

Dass wir es als Unternehmen unter die Finalisten von ISPO BRANDNEW geschafft haben und beim ISPO AWARD ebenfalls erfolgreich waren, hat uns ebenfalls sehr geholfen und unser Business nochmal beschleunigt.

Florian Miguet ist der Gründer und Innovator von clim8. (Quelle: clim8)
Florian Miguet ist der Gründer und Innovator von clim8.
Bild: clim8

Sie haben die clim8-Technologie lange geheim gehalten. Sind Sie der Konkurrenz den einen Schritt voraus?
Gute Frage. Zumindest sind wir im B2B-Bereich die ersten. Ich denke, es werden ähnliche Entwicklungen in nächster Zeit kommen. Doch es braucht natürlich seine Zeit, etwas zu entwickeln, das wirklich disruptiv und intelligent ist. Dazu braucht es die unterschiedlichsten Expertisen – in unserem Fall aus dem Textilbereich, aus den Ingenieurwissenschaften, von Mechatronikern usw.

800 App-Tester können kaum irren

Sie haben sich als Ingredient Brand positioniert. Kann das – gerade als Start-up – nicht auch ein Nachteil sein?
Ja klar, aber weil wir Open Innovation genutzt haben, können wir in Gesprächen mit Unternehmen immer sagen, wir haben beispielsweise unsere App von 800 Leuten testen lassen. Das verleiht uns viel Überzeugungskraft in Verhandlungen. Dieser Umstand gepaart mit unserem eigenen Wissen, der Professionalität, und mit der großen Community im Hintergrund unterscheidet uns von anderen kleinen Start-ups, die auch eine „verrückte“ Idee haben.


Konnte ISPO denn wirklich auch beim direkten Matchmaking helfen, also Sie wirklich mit einer Firma zusammenbringen, die zu Ihnen passt?
Ja, absolut! (lacht) ISPO hat hier wirklich einen guten Job gemacht und macht das nach wie vor. Wir sind hier mit einigen Entscheidern im Gespräch. Ich kann an dieser Stelle aber nicht zu viel verraten. Ehrlich gesagt ist es unser Ziel, mit den innovativsten und technisch fortschrittlichsten Firmen aus den jeweiligen Segmenten zusammenzuarbeiten. Wir sind nicht an einer Massenproduktion interessiert.

Clim8: „Wir wollen Weltmarktführer werden“

Wie geht es jetzt weiter, und wie sieht es mit clim8 im Jahr 2020 aus?

Ich denke, in sechs Monaten werden wir das Ergebnis unserer Verhandlungen und damit auch unsere Partner und die zugehörigen Produkte offiziell präsentieren können. Im Jahr 2020 wollen wir Weltmarktführer im Bereich der intelligenten thermischen Lösungen sein. Heute geht es um Wärme, aber wir arbeiten ja auch schon an einer Lösung für den Cool-Down-Prozess. So können wir clim8 im Sommer und im Winter sehen. 

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 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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